Datenpanne

Amazon: Intime Sprachdateien von Alexa gelangten in unbefugte Hände

Ein Amazon-Kunde, der selbst Amazons Sprachassistentin Alexa nicht nutzt, erhielt von dem Online-Händler intime Sprachaufzeichnungen von fremden Personen. Amazon spricht von einem "isolierten Einzelfall".

Jörg Schamberg, 20.12.2018, 13:23 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon Echo Dot (2018)© Amazon.com Inc.

Berlin - Intime Sprachaufnahmen von Amazons Assistent Alexa sind einem Bericht des Fachmagazins "c't" zufolge in unbefugte Hände geraten. Amazon sprach am Donnerstag von einem "isolierten Einzelfall" und verwies drauf, Maßnahmen ergriffen zu haben.

Aufzeichnungen aus Wohn- und Schlafzimmer fremder Personen

Wie "c't" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hatte ein Amazon-Kunde vom Konzern Auskunft über die von ihm gespeicherten Daten verlangt, selbst aber nie den Sprachassistenten genutzt. Unter den von Amazon geschickten Dateien fand er dabei aber unter anderem auch ihm völlig fremde Aufzeichnungen. Der Mann habe sich damit an die Redaktion der "c't" gewandt. Die Aufzeichnungen stammten demnach hörbar aus der Intimsphäre fremder Personen etwa aus dem Wohn- und Schlafzimmer sowie dem Bad, befanden die "c't"-Redakteure.

Amazon: Unglücklicher Fall und menschlicher Fehler

Es handele sich dabei um einen "unglücklichen Fall" infolge "eines menschlichen Fehlers", teilte Amazon in einer Stellungnahme mit. Genauere Angaben, wie es dazu hat kommen könne, machte das Unternehmen nicht. Amazon habe das Problem inzwischen mit den beiden beteiligten Kunden geklärt und Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Prozesse ergriffen, hieß es. "Wir standen auch vorsorglich in Kontakt mit den zuständigen Behörden", beteuerte Amazon.

Identifizierung der Echo-Besitzer möglich

Auf Basis der fremden Daten war es den "c't"-Redakteuren nach eigener Darstellung gelungen, etwa durch die Nennung von Namen und Abfragen lokaler Wettervorhersagen die betroffenen Besitzer eines Amazon-Lautsprechers Echo zu identifizieren.

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