Neues Feature Voice ID

Amazon Echo: Erkennt Alexa bald unterschiedliche Stimmen?

Amazon arbeitet offenbar bereits seit über einem Jahr an einer Spracherkennung für seine digitale Assistentin Alexa. Der in Amazon Echo integrierte Dienst soll laut "Time"-Bericht die Stimmen unterschiedlicher Nutzer erkennen können.

Jörg Schamberg, 28.02.2017, 11:07 Uhr
Amazon EchoAmazon Echo lässt sich immer vielfältiger nutzen - künftig auch mit Spracherkennung?© Amazon.com, Inc.

New York - Seit Mitte Februar ist Amazons vernetzter Lautsprecher Amazon Echo in Deutschland ohne Einladung bestellbar. Die integrierte, cloudbasierte Sprachsoftware Alexa kann bereits viele Befehle per Sprache ausführen. Amazons Techniker wollen Alexa laut einem Bericht des Magazins "Time" aber noch schlauer machen. Alexa soll einzelne Nutzer an der Sprache erkennen können, das neue Feature werde bei Amazon intern Voice ID genannt. Der Bericht beruft sich auf Personen, die mit Amazons Alexa-Strategie vertraut sind.

Nutzeridentifikation anhand eines Sprachmusters

Bislang können digitale Assistenten wie Alexa oder der Google Assistant in Google Home lediglich Sprachbefehle entgegennehmen und Antworten auf Fragen etwa nach dem Wetter geben. Eine Unterscheidung zwischen einzelnen Haushaltsmitgliedern beherrscht bislang noch keines der beiden Systeme. Laut "Time" soll Alexa eine Person künftig anhand eines Sprachmusters erkennen können. Der Hauptinhaber eines Amazon-Kontos könne mit Hilfe eines solchen Audio-Abdrucks Zugriff auf bestimmte Befehle erhalten, die anderen Familienmitgliedern nicht gewährt werden. Erkennt Alexa die Stimme der Eltern, so lassen sich beispielsweise über Amazon Echo Käufe per Kreditkarte durchführen oder die Kaffeemaschine in der Küche einschalten.

Amazon soll bereits seit dem Sommer 2015 an der Entwicklung von Voice ID arbeiten. Es sei aber unklar, wann und ob das neue Feature veröffentlicht werde. Die Technologie selber sei fertiggestellt, müsse aber noch in Echo-Produkte integriert werden. Verzögerungen könne es aber eventuell wegen Datenschutzbedenken geben.

Bereits elf Millionen Echo-Geräte verkauft?

Auch aktuell ermöglicht Amazon Echo-Nutzern bereits die Anlegung mehrerer Profile. Allerdings müssen Nutzer Echo per Sprachbefehl zum Wechsel des Profils auffordern. Künftig könnte Amazon Echo den Nutzer dann selbst an der Sprache erkennen. Eine Amazon-Sprecherin wollte den "Time"-Bericht nicht kommentieren.

Amazon Echo ist auch dank der sogenannten Skills, für Alexa-basierte Produkte erstellte Anwendungen, immer vielfältiger nutzbar. Inzwischen sollen in den USA bereits 10.000 Skills unterstützt werden. In Deutschland sind mehrere hunderte Skills verfügbar. Die Experten von Morgan Stanley schätzen, dass bis Dezember 2016 rund elf Millionen Echo-Geräte verkauft worden sind. Amazon selbst hat bislang keine Echo-Verkaufszahlen veröffentlicht.

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