Pläne von Blue Origin

Amazon-Chef Bezos will Fabriken auf dem Mond bauen

Spinnerei oder umsetzbare Zukunftsvision? Der US-Milliardär Jeff Bezos arbeitet mit seinem Raumfahrtunternehmen Blue Origin an der Besiedelung des Monds - inklusive Verlagerung der Schwerindustrie auf den Erdtrabanten.

Jörg Schamberg, 28.05.2018, 15:56 Uhr
Audi ALQ Rover MondSchwerindustrie auf dem Mond? Laut Amazon-Gründer Jeff Bezos ist dies machbar.© Audi AG / Part Time Scientists GmbH

Los Angeles – Jeff Bezos ist nicht nur Amazon-Chef und der derzeit reichste Mensch der Welt. Der Unternehmer besitzt mit Blue Origin auch ein privates Raumfahrtunternehmen. In einem Interview mit "GeekWire" hat Bezos am vergangenen Freitag Details über Pläne zur Besiedelung des Monds erläutert.

Wohnen auf der Erde, Arbeiten auf dem Mond?

Demnach strebe Blue Origin eine Zusammenarbeit mit der NASA und der europäischen Raumfahrtorganisation ESA an. Sollte eine Partnerschaft mit staatlichen Organisationen nicht gelingen, so würde sein Unternehmen bereit sein, es auch alleine zu machen. Bezos will, dass die Menschen künftig nicht mehr nur auf der Erde leben. Die Schwerindustrie unseres Planeten solle auf den Mond verlagert werden. Die Energieversorgung könnte per Solarenergie erfolgen. Die Erde solle dann nur noch zum Wohnen und für leichte Industrie nutzbar sein.

"Wir werden diesen Planeten verlassen müssen", so Bezos. "Wir werden ihn verlassen und es wird diesen Planeten besser machen". Allerdings kann dies wohl nicht innerhalb weniger Jahre umgesetzt werden. Bezos denkt an einen Zeitraum von Jahrzehnten oder vielleicht 100 Jahren.

Mond bietet sich wegen seiner relativen Nähe zur Besiedelung an

Kurzfristig arbeite Blue Origin daran, die Kosten für Weltraumflüge zu reduzieren. Langfristig könnten Millionen Menschen im Weltraum etwa in ausgehöhlten Asteroiden arbeiten und leben. Mittelfristig würde sich wegen der relativen Nähe aber zunächst der Mond zur Besiedelung anbieten. Außerdem könnte gefrorenes Wasser in der Nähe der Mondpole in Trinkwasser, Sauerstoff und Treibstoff für wiederbefüllbare Raketen umgewandelt werden. Eine Mondlandefähre von Blue Origin könnte Mitte der 2020er Jahre einsatzbereit sein.

Elon Musk, Tesla-Gründer, ebenfalls Milliardär und Besitzer der privaten Raumfahrtgesellschaft SpaceX liebäugelt dagegen mit der Eroberung des Mars durch den Menschen. Wer sich auch immer durchsetzen wird: Die Pläne werden Milliardensummen verschlingen. Mit einem Vermögen von rund 130 Milliarden US-Dollar dürfte Bezos allerdings ein gutes finanzielles Polster für die Umsetzung seiner Weltraumvisionen haben.

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