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Alibaba mit skurillen Produkten: Jungfrauenhaar und Blutlaugensalz

Die deutsche Webseite des chinesischen Internetkonzerns Alibaba überrascht mit schlechten Übersetzungen. Es finden sich zuhauf kuriose Ergebnisse: Karosserieteile fürs Auto (body parts) werden durch die Übersetzung zu "Körperteilen". Damenbinden werden als "Servietten der Pflaumenblüte" bezeichnet. Kann Alibaba so Erfolg in Deutschland haben?

20.09.2014, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Der chinesische Internetkonzern Alibaba legt bei seiner deutschsprachigen Webpräsenz offenbar nur wenig Wert auf eine korrekte Übersetzung - und bietet zahlreiche skurrile Produkte mit teils sehr amüsanten Artikelbeschreibungen an. Offenbar wurde die komplette Website durch den Google-Übersetzer gejagt. Da werden aus den ursprünglichen Karosserieteilen fürs Auto (englisch: body parts) schnell einmal "Körperteile". Dem Nutzer kann es auch passieren, dass er in seinem virtuellen Einkaufswagen "coole nüsse made in china" (Schraubenmuttern) oder "Servietten der Pflaumeblüte" (Damenbinden) wiederfindet.

Warnung vor Mängeln beim Datenschutz

Weitere Beispiele: Haarverlängerungen werden auch als "Jungfrau-brasilianisches Haar" beworben, in der Kategorie "Nagetier Vertilgungsmittel" stehen giftige Pestizide im Angebot. Stromzähler heißen bei Alibaba "Potenzmesser" (Power Meter). Die Liste lässt sich lange weiterführen, denn bei Alibaba.com gibt es offenbar nichts, was man nicht kaufen kann. So bietet der chinesische Online-Händler auch kiloweise Käfer und Wanzen, Blutlaugensalz oder Karusselle für den Vergnügungspark an.

Datenschützer warnen jedoch, sie sehen Mängel beim Datenschutz und vermissen klare interne Regeln. "Das ist eine Katastrophe. Finger weg, es gibt dort keine Verantwortlichen", rät Thilo Weichert, Landesdatenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein.

Alibaba nimmt mit Börsengang bis zu 25 Milliarden Dollar ein

Auch davon haben sich die Anleger, die in die Alibaba-Aktie investieren wollen, nicht abschrecken lassen. Der rasant wachsende Onlinegigant, dessen Markt (noch) hauptsächlich in Asien liegt, hat ein Börsenfieber entfacht. Beim aktuellen Börsengang von Alibaba werden Rekordeinnahmen von fast 25 Milliarden Dollar erwartet. An der New Yorker Börse schnellte der erste Aktienkurs nach Handelsstart in Windeseile nach oben.

(Jörg Schamberg)

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