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Alarmierende Tendenz: Telefónica Deutschland verliert Kunden an allen Fronten

Bei Telefónica Deutschland entwickelt sich der Kundenbestand in die falsche Richtung. In allen ausgewiesenen Konzernbereichen war die Entwicklung im vierten Quartal rückläufig. Zum ersten Mal auch im Mobilfunk.

26.02.2014, 09:42 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Steckt hinter diesen Zahlen der überraschende Abgang von Ex-Chef René Schuster? Telefónica Deutschland hat am Mittwoch neue Zahlen für die Kundenentwicklung im vierten Quartal vergangenen Jahres vorgestellt und die sind – vorsichtig formuliert – alarmierend. In allen ausgewiesenen Konzernbereichen musste ein Kundenverlust verzeichnet werden.

Verluste allerorten

Insgesamt fiel die Zahl der Endkundenanschlüsse um 264.000 auf 24,04 Millionen, wie aus den in München vorgelegten Bilanzzahlen hervorgeht. Während das Minus bei Festnetz- und Internet-Anschlüssen überschaubar ausfiel, sieht die Kündigungsquote im Mobilfunk-Sektor deutlich schlimmer aus.

Die Zahl klassischer Festnetz-Anschlüsse verringerte sich zwischen Oktober und Dezember um 20.000 auf knapp 2,13 Millionen. Bei den Internetzugängen musste im Schmalbandbereich ein Verlust von 5.000 Anschlüssen auf nun 272.000 verzeichnet werden, bei den Breitband-Anschlüssen reduzierte sich der Kundenbestand um 22.000 auf 2,24 Millionen.

Erstmals entwickelte sich zudem die Zahl der geschalteten SIM-Karten in die negative Richtung. Sie ging im Weihnachtsquartal insgesamt um 175.000 auf 19,40 Millionen zurück. Neben einem Verlust von 146.000 Prepaid-Karten war auch die Zahl der Vertragskunden um 30.000 rückläufig. Insgesamt standen bei Telefónica zum Stichtag 9,12 Millionen Prepaid- und 10,29 Millionen Postpaid-Kunden unter Vertrag.

Mobilfunk-Bereich bereitet Sorgen

Insbesondere die Entwicklung im Mobilfunk-Segment ist für Telefónica Deutschland eine neue Erfahrung. Es hatte in der Vergangenheit zwar immer schon mal schlechtere Quartale gegeben, aber gerade die Kundenentwicklung im vergangenen Jahr dürfte Sorgenfalten verursacht haben.

Nur 25.000 neue Kunden im ersten Quartal sprachen bereits eine deutliche Sprache, 86.000 neue Kunden im zweiten Quartal waren ebenfalls kein Grund, in Jubelarien auszubrechen. Zwischen Juli und September lief es dann mit einem Plus von 165.000 Kunden etwas besser, ehe nun erstmals in der Konzerngeschichte die Zahl der geschalteten SIM-Karten zurückging.

Gründe für die Kundenabwanderung zu finden ist schwierig. Das Feedback aus der Branche ist aber häufig das gleiche: die Qualität des deutschen Mobilfunknetzes von Telefónica lässt vielerorts zu wünschen übrig. In den zurückliegenden Monaten wurde stets versucht, dieses Manko mit attraktiven Tarifen wett zu machen, offenbar haben aber inzwischen auch die Nutzer realisiert, dass der Preis nicht immer das wichtigste Kriterium ist. Quo vadis Telfónica?

(Hayo Lücke)

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