News

Aktionsplan für neuen Internetstandard IPv6 bis 2010

Bei der Tagung des IPv6-Rates in Potsdam forderten die Teilnehmer, dass das Internet der nächsten Generation 2010 mindestens für ein Viertel der Deutschen verfügbar sein sollte.

Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com
Das aktuelle Internetprotokoll IPv4 gerät zunehmend an seine Grenzen. Laut einer Studie sind bereits 85 Prozent der Internetadressen vergeben. Das Nachfolgeprotokoll IPv6 wird zwar bereits seit Jahren intensiv diskutiert, der Durchbruch auf breiter Basis lässt allerdings noch auf sich warten. Auf einer Tagung im Hasso-Plattner-Institut (HPI)in Potsdam hat daher der deutsche IPv6-Rat, der 2007 gegründete deutsche Landesverband des internationalen IPv6-Forums, einen "Nationalen Aktionsplan" verabschiedet.

IPv6 für ein Viertel der Deutschen

Dieser sieht vor, dass IPv6 bis 2010 für mindestens ein Viertel der Deutschen ohne Qualitätseinbußen verfügbar sein müsse. Internetanbieter sollten für ihre Endkunden in einer ersten Stufe ein IPv6-Angebot einrichten. Bis 2012 solle die eigentliche Umstellung auf IPv6 dann erfolgt sein. Deutschland müsse sich aktiv an der technischen Weiterentwicklung des Internets beteiligen. "Sonst geraten wir als Technologiestandort ins Hintertreffen" erklärte Christoph Meinel, Vorsitzender des deutschen IPv6-Rats und HPI-Direktor. IPv6 sei bereits ein definierter, ausgereifter Standard, der Voraussetzung für ein "Internet der Dinge" sei.

Bundesregierung will sich für IPv6 einsetzen

Bei dieser erweiterten Form des Internets können etwa auch Haushaltsgeräte wie der Kühlschrank oder die Kaffeemaschine eigene IP-Adressen erhalten. Die Internet-Kommunikation über oder mit Fahrzeugen basiere ebenfalls auf dem Einsatz von IPv6.

Auch EU-Kommissarin Viviane Reding hatte in einer Grußbotschaft an die Tagungsteilnehmer von der öffentlichen Hand mehr Investitionen in IPv6 gefordert: "Wir müssen jetzt Ernst machen und selber IPv6 nutzen". Ein europäisch abgestimmtes Vorgehen könne Bewegung in den Markt bringen. Staatssekretär Hans Bernhard Beus, der Bundesbeauftragte für Informationstechnik, erklärte, dass die Bundesregierung IPv6 "selber einsetzen und die Verbreitung empfehlen" wolle.

Technisch ist die Umstellung auf IPv6 bereits länger möglich. Seit Februar, nach einem Firmwareupdate durch AVM, beherrscht die Fritz!Box 7270 auch IPv6.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang