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Aeromobil 3.0 vorgestellt: Autos lernen fliegen

Traumhaft: Im Berufsverkehr einfach abheben und über das ganze Chaos hinweg schweben. Ein Traum, der vielleicht bald wahr wir: Auf einer Startup-Messe in Wien stieg der Prototyp des Flugautos Aeromobil 3.0 erfolgreich in die Lüfte - und landete auf regulärem Wege. Für den Alltagsgebrauch fehlen jedoch noch ein paar Kleinigkeiten.

29.10.2014, 17:42 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Werden wir bald alle durch die Lüfte rauschen statt im Stau zu stehen wie in Science Fiction Filmen? Es könnte bald soweit sein, denn die Macher von Aeromobil 3.0 haben am Mittwoch den Prototyp eines Flugzeuges enthüllt, das zugleich als Auto fungiert – oder umgekehrt. Aeromobil 3.0 soll technisch das aktuell fortschrittlichste Flugauto sein, so die Entwickler. Auf dem Startup- und Technologie-Kongress "Pioneer Festival" in Wien absolvierte Aeromobil 3.0 erfolgreich einen Testflug über die Wiese.

Zweisitzer fliegt mit 200 km/h

Im Flug erreicht das Vehikel mit den einklappbaren Seitenflügeln eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 200 Kilometern pro Stunde (km/h). Der Verbrauch liegt bei 15 Litern pro Stunde, heißt es auf der Internetseite des Herstellers. Der 8,32 Meter breite und 6 Meter lange Zweisitzer kann aktuell nach Entwickler-Angaben 750 Kilometer weit fliegen. Im Fahr-Modus schafft er 160 km/h bei einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer. Dank eingeklappter Flügel ist das Fahrzeug dann nur 2,2 Meter breit.

"Flugautos könnten den Personentransport revolutionieren – da sind sich die Erfinder Stefan Klein und Juraj Vaculik sicher. Vor allem in der Mittel-Distanz und in Ländern mit schlecht entwickelten Straßen sagen sie dem Aeromobil 3.0 eine glänzende Zukunft voraus. Vor rund zehn Monaten wurde laut eines Berichts der österreichischen Tageszeitung Der Standard mit Version 2.5 der Pre-Prototyp gezeigt, der offenbar bereits von der Slovak Federation of Ultra-Light Flight zugelassen ist. Außerdem soll es den Vorgaben der Europäischen Union für die Fahrzeugklasse M1 und leichten Sportflugzeugen entsprechen.

Luft-Pionier Aeromobil 3.0 im Praxis-Test: Das Flugmobil mit den Klappflügeln startet und landet planmäßig auf einer Wiese. Quelle: YouTube

Seit über 25 Jahren basteln die Entwickler an dem Flugauto, das auf einer Idee von Stefan Klein basiert, der 2010 zwecks Vermarktung mit Vaculik zusammentraf. Aeromobil 3.0 nimmt laut dem Magazin The Guardian aktuell an einem regulären Test-Flugprogramm teil.

50 Meter Landebahn erforderlich

Das Flugauto passt auf gewöhnliche Straßen, in herkömmliche Parklücken und fährt mit normalen Sprit, so das Magazin weiter. Einen Haken hat der Traum: Nach den Angaben der Erfinder braucht Aeromobil 3.0 zwar keinen Flughafen, aber dennoch eine 50-Meter Landebahn – jedenfalls nach aktuellem Entwicklungs-Status. Das trübt die Vorfreude, künftig beim Stau im Berufsverkehr einfach abheben und dort wieder landen zu können, wo der Verkehr wieder locker fließt. Darüber hinaus wird das Fahrzeug sicher kein Spaß für herkömmliche Geldbeutel sein. Doch noch ist nicht bekannt, was es kosten soll, wenn es einmal marktfähig ist.

Laut "Der Standard" zeigen noch bis Donnerstag über 150 Start-ups ihre Ideen auf dem Pioneer Festival. Mit dabei: ein smarter Bienenstock, eine digitale Brille mit Trommelfell-Beschallung, ein Bitcoin-Bankomat, GPS-Sender für Haustiere und kabellose In-Ear-Kopfhörer.

(Dorothee Monreal)

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