News

Adnewmedia: Gerichtsvollzieherin weggeschickt

ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Adnewmedia hat sein Flatrateangebot eingestellt, Michael S. (Name geändert) wollte jedoch sein Geld zurückerhalten, denn freigeschaltet wurde er nie. 229,90 Euro hatte er im Dezember letzten Jahres für null Leistung gezahlt. Schließlich erwirkte er einen Vollstreckungsbescheid, doch die Gerichtsvollzieherin Christiane Soukup musste Ende September auf dem Absatz kehrt machen. Adnewmedia erhob Einspruch gegen die Pfändung.

Maikel Köhler, Geschäftsführer von Adnewmedia, wollte weder zahlen, noch von der Gerichtsvollzieherin sich den Kuckuck aufs Mobiliar kleben lassen. Mit seiner Begründung streifte er sich sogar den Schafspelz über: "erhebe Einspruch gegen den VB (Vollstreckungsbescheid - die Red.) eine Zustellung habe ich nicht erhalten". Eine Kopie des Pfändungsprotokolls liegt der Onlinekosten-Redaktion vor.

Allerdings war der Vollstreckungsbescheid schon am 5. Juni auf onlinekosten.de zu lesen, und Maikel Köhler nahm auch umgehend per Mail dazu Stellung. Jedoch hatte er offensichtlich ein Problem, diesen Vollstreckungsbescheid einem Kunden zuzuordnen, der Absender war dennoch für ihn klar ersichtlich: Amtsgericht Stuttgart, Mahnabteilung. Dorthin hätte er sich wenden können.

Wenn die Gerichtsvollzieherin zweimal klingelt

Der Anwalt von Michael S. hat nun beim Amtsgericht Schwerin beantragt, dass Adnewmedia der Gerichtsvollzieherin Zugang zu den Räumen zu gewähren hat. In diesem Fall wird die Gerichtvollzieherin in Begleitung der Polizei erscheinen, notfalls muss die Tür aufgebrochen werden.

Kurz darauf hat Adnewmedia gezahlt - jedenfalls einen Teil. Am 1. Oktober gingen 229,95 Euro auf dem Konto des Anwalts von Michael S. ein. Dieser hatte vor fast einem Jahr 229,90 Euro überwiesen. Die fünf Cent, die Adnewmedia mehr überwies, werden aber kaum die Gebühren decken, die mittlerweile aufgelaufen sind. Die müssen natürlich auch gezahlt werden.

Schon vor der Zwangsvollstreckungsmaßnahme belief sich der Gesamtbetrag auf 322,99 Euro, dieser Betrag ist so auf dem Pfändungsprotokoll vermerkt. Auch der auf onlinekosten.de veröffentlichte Vollstreckungsbescheid wies schon 62,53 Euro an Gebühren und Auslagen aus. Die Gerichtsvollzieherin wird also wiederkommen, um sich das Geld zu holen, dass dem Anwalt und auch ihr selbst zusteht.

Nur der Anwalt hilft

Im Dezember ist es ein Jahr her, dass Michael S. sich bei Adnewmedia angemeldet und 229,90 Euro überwiesen hat. Er hat einen Anwalt eingeschaltet, nicht weil es ihm um das Geld ging, sondern weil er sich als Kunde nicht einfach so über den Tisch ziehen lassen wollte. Viele Schüler und Studenten konnten sich seinerzeit eine ISDN-Flatrate gerade so leisten, scheuten aber den Rechtsstreit mit einem Flatrate-Anbieter. Sie schrieben schließlich den Verlust als Lehrgeld ab.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang