Blockade von Online-Werbung

Adblocker vor Verbot? - Zeitungsverleger machen Druck

Der Zeitungsverleger-Verband Nordrhein-Westfalen drängt auf ein generelles Verbot von Adblockern. "Adblock Plus"-Hersteller Eyeo hält laut "heise online" dagegen. Der Landtag in Nordrhein-Westfalen befasst sich jetzt mit Adblockern.

Jörg Schamberg, 07.03.2017, 12:52 Uhr
Gerichtsverfahren© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover – Adblocker sind für Verleger ein rotes Tuch, da solche Software-Produkte auf den Online-Portalen von Zeitungen die Anzeige von Werbung blockiert – und somit für Einnahmeverluste sorgen. Laut Bericht von "heise online" macht der Zeitungsverleger-Verband Nordrhein-Westfalen nun Druck für einen schärferen Kurs und fordert ein Verbot von Adblockern.

Zeitungsverleger klagen gegen "Adblock Plus"-Hersteller Eyeo

Im Mittelpunkt des inzwischen auch vor Gericht ausgefochtenen Kampfes steht die Kölner Firma Eyeo, die den bekannten Adblocker "Adblock Plus" herstellt. Bereits sechs Verlage würden gegen das Unternehmen klagen. Die Zielrichtung der Zeitungsverleger ist klar: Adblocker sollen möglichst schnell verboten werden. Adblocker stehen auch beim Ausschuss für Kultur und Medien des NRW-Landtages auf der Tagesordnung. Die dortige Piraten-Funktion will ein Verbot der Blockade-Software verhindern. Die Piraten kritisieren, dass ein Verbot oder eine Regulierung von Adblockern "sehr einseitig Interessen von Medienkonzernen und der Werbeindustrie bevorzugen" würden.

Laut einer Stellungnahme des Verlegerverbandes, die "heise online" vorliege, soll die Herstellung, Verbreitung und Bewerbung von Programmen untersagt werden, die das Laden von "Rubrikenanzeigen" unterbindet. Weiterhin erlaubt sein soll dagegen die Ausblendung von Werbung nach dem Laden – so etwa beim Safari Reader. Durch Adblocker würden laut dem Zeitungsverleger-Verband Blockade-Raten von rund 50 Prozent erreicht.

Eyeo kritisiert angestrebtes Verbot von Adblockern

Der "Adblock Plus"-Hersteller Eyeo wehrt sich gegen ein mögliches Verbot von Adblockern. Die Branche habe auf ihren Online-Angeboten zunehmend aufdringlichere Werbeformen eingesetzt. Eyeo steht nicht ganz ohne Unterstützer dar: So spricht sich beispielsweise der Verein Digitale Gesellschaft gegen ein pauschales Verbot von Adblockern aus. Das sei realitätsfern. Bedenken hegt auch der Verband der Internetwirtschaft eco, der ein Einschreiten des Gesetzgebers für nicht erforderlich hält.

Das letzte Wort soll der Bundesgerichtshof haben: Karlsruhe soll Ende 2017 endgültig über Adblocker entscheiden.

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