News

ADAC-Test: Smartphones als Navis kaum geeignet

Moderne Handys versuchen sich per integriertem GPS-Empfänger und mit Navigationssoftware auch als Routenplaner. Die ADAC-Tester fanden im Test jedoch viele Nachteile.

22.06.2009, 09:46 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Mit aktuellen Smartphones kann nicht nur telefoniert werden. Neben allerlei Multimedia-Features versuchen sich etliche Mobiltelefone über eine Navigationssoftware und mit integriertem GPS-Empfänger auch als Routenplaner. Der Automobilverband ADAC hat sieben Geräte und die darauf installierte Navigationssoftware auf ihre Tauglichkeit als Alternative zu einem herkömmlichen Navigationsgerät getestet.
Sieben Programme im Test
Zum Testeinsatz kamen die Handys o2 Xda Guide, Simvalley XP-65, HTC Touch HD, Sony Ericsson Xperia1, Samsung SGH-i900 Omnia, Nokia N96 und Nokia 6210. Das Ergebnis war allerdings eher ernüchternd. Die ADAC-Tester sehen in Smartphones und Handys als Navi-Ersatz allenfalls einen schlechten Kompromiss. Die gebotene Leistung und der Komfort sei geringer als bei einem echten Navigationsgerät. Die Qualität sei dabei vor allem von der genutzten Navigationssoftware abhängig. Nur die drei Programme von TomTom, McGuider und NavGear bewertete der ADAC mit "gut".
Die übrigen vier Programme von Garmin, Route 66, Navigon und Nokia erhielten lediglich ein "befriedigend". Bewertungskritierien waren Installation und Betrieb, Handhabung, Routenberechnung, Navigation und Verkehrsmeldung. Auch die Zeit, die Fahrer zur Entzifferung von Informationen auf dem Handy-Display benötigten, floss in den Test mit ein. Nicht auf jedem Handy ist jede Navigationssoftware nutzbar, selbst nach erfolgreicher Installation besteht keine Garantie, dass die Software immer stabil läuft.
Nur drei Programme wurden mit "gut" bewertet

Der ADAC testete Navi-Software für Handys als Navi-Alternative. Zum Vergrößern anklicken. Bild: ADAC.
Ein Online-Download und Freischaltung der Software über das Internet sei nur für erfahrene Handynutzer empfehlenswert. Ohne Probleme ließ sich lediglich die Software von McGuider, Garmin und NavGear installieren. Berücksichtigt werden müssen auch die Folgekosten. Wird kein mobiler Datentarif mit Flat genutzt, so entstehen bei jeder Verkehrsmeldung über das Funknetz zusätzliche Kosten. Für das Handy wird eine Halterung im Auto benötigt, außerdem sollte es sich zur Stromversorgung an den Zigarettenanzünder anschließen lassen. Während der Fahrt sollte das Handy nicht in die Hand genommen und bedient werden. Ansonsten droht hierfür ein Strafpunkt in Flensburg sowie eine Geldbuße von 40 Euro, auch wenn das Mobiltelefon nur zur Navigation genutzt wird.
Die ADAC-Tester schätzten die Ablenkung des Fahrers bei Smartphones und Handys als größer ein als bei herkömmlichen Navigationsgeräten. Bedingt durch das kleinere Display und die kleinere Schrift benötigten die Autofahrer länger zur Erfassung der Informationen. Der ADAC kommt daher zu dem Schluss, dass die auf den Handys eingesetzte Navigationssoftware keine komfortable Alternative zu Navigationsgeräten ist.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang