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83 Millionen Alt-Handys verkümmern im Schrank

Die Deutschen im Sammelrausch: 2011 horteten sie mehr Telefone denn je. Aber die Rohstoffe werden dringend gebraucht. Und mit Alt-Handys kann man Gutes tun.

02.01.2012, 08:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Nach Weihnachten biegen sich die Regalbretter unter der Last der Geschenke. Die ideale Gelegenheit, sich von der meist unfreiwilligen Handy-Sammlung zu trennen. Das schafft Platz – und führt wertvolle Rohstoffe zurück in den Produktionskreislauf, so der Branchenverband Bitkom. Immerhin könnten 80 Prozent der verwendeten Materialien in Mobiltelefonen noch einmal wiederverwertet werden, darunter Gold, Silber und seltene Erden.

Deutsche stapeln immer mehr Handys

Einer Untersuchung zufolge stapeln sich 83 Millionen Althandys in deutschen Schubladen – mehr als im Vorjahr mit 72 Millionen. Der Grund: Jeder Dritte hebt sein altes Telefon erst einmal auf, bevor er es zurückgibt.

Zwei Drittel der Handysammler lagern offenbar ein oder mehrere Mobiltelefone in geheimen Winkeln unter Staub und Spinnweben. Jeder Vierte verschenkt den Ladenhüter irgendwann, jeder Zwölfte spendet ihn. Nur zwei Prozent entscheiden sich für den Hausmüll – was verboten ist, denn Handys müssen entsorgt werden. Aber es gibt auch legale Wege zu mehr Platz im Schrank.

Viele Netzbetreiber nehmen Altgeräte per Post zurück und stellen dazu portofreie Versandumschläge im Internet oder Handy-Shop zur Verfügung. Einige von ihnen spenden für jedes eingeschickte Telefon einen Betrag an Umweltorganisationen oder soziale Einrichtungen. Jeder Achte der Bitkom-Befragten geht – nicht zuletzt darum – diesen Weg.

Auch kommunale Abfallsammelstellen nehmen Althandys kostenlos entgegen. Von dort gehen sie an Hersteller oder Recyclingunternehmen, wo sie umweltgerecht entsorgt werden. Ebenso wie die Geräte gehören auch die Akkus nicht in den Hausmüll. Wer einen neuen kauft, kann den alten gleich im Geschäft abgeben. Auch örtliche Recyclinghöfe nehmen Alt-Akkus entgegen.

(Dorothee Monreal)

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