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7:1-Sieg der deutschen Nationalelf gegen Brasilien sorgt für Begeisterung im Internet

Spott für Brasilien, Bewunderung für Deutschland: Im Internet überschlagen sich die Reaktionen auf das 7:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Brasilien.

09.07.2014, 07:23 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Fassungslos oder begeistert: Tausende Internetnutzer haben mit einem Feuerwerk von Lob und Witz auf Deutschlands unglaubliches 7:1 im WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien reagiert. Im Netz machten schon am Ende der ersten Halbzeit am Dienstag Bilder die Runde von Menschen, die allesamt entgeistert die Hand vors Gesicht schlugen und im Hintergrund einen Fernseher mit dem Spiel laufen hatten. Passend dazu verbreitete sich via Twitter auch eine Foto-Montage von der Christus-Statue in Rio de Janeiro in der gleichen entsetzten Pose.

Waren Außerirdische im Spiel?

Ein anderes Ulk-Bild zeigte den verwaisten Platz von Cristo Redentor auf dem Berg Corcovado mit dem Schild "Bin in der Kneipe". Frusttrinken vielleicht?

"Außerirdische Mächte manipulieren meinen Empfänger", schrieb Schauspieler Armin Rohde bei Twitter und zeigte ein Foto seines Fernsehers mit dem Halbzeitergebnis 5:0. Der englische Sänger Russell Brand twitterte ein ungläubiges "Holy Fuck" und Musikerkollege Wyclef Jean "Stunned" (fassungslos). Das ZDF, das das Spiel live aus Belo Horizonte zeigte, gab den Twitternutzern Verständnishilfe: "Später eingeschaltet? Pech gehabt! Zahl oben in ihrem TV-Gerät eingeblendet stimmt wirklich!"

Auch die Fußball-Welt zeigte sich tief beeindruckt von der Vorstellung der DFB-Auswahl in Belo Horizonte. "Was war das? Kaum zu glauben", twitterte Franz Beckenbauer. "Mamma mia! Unglaublich!", schrieb Fabio Cannavaro, Italiens Weltmeister-Kapitän von 2006. Der frühere niederländische Top-Fußballer Ruud Gullit meinte: "Oh mein Gott. Was für ein großartiger Fußball von Deutschland". Sein Landsmann Edgar Davids urteilte überwältigt: "140 Zeichen sind nicht genug, um das Brasilien-Deutschland-Spiel zu erklären."

DFB-Team hat Geschichte geschrieben

Englands einstiger Superstürmer Gary Lineker, jetzt TV-Moderator bei der BBC, verriet mit einem Augenzwinkern: "Unser Statistik-Mann hat sich spontan selbst verbrannt" und fügte hinzu: "Du weißt, dass Du Probleme hast, wenn Khedira gegen dich trifft."

Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der beim "Sommermärchen" 2006 mit seinem Team das Finale verpasst hatte, zeigte sich via Twitter völlig euphorisch: "Go Germany Go! Was für ein Spiel". Ex-Nationalspieler Arne Friedrich wurde beim Twittern sogar von der Torflut überrascht. Gerade erst hatte er Miroslav Klose zu seinem Rekord-Tor gratuliert, da fielen schon die nächsten Treffer. "3:0? Komm nicht hinterher? 4:0? Der Titel kommt nach Hause!!! Wahnsinn!", schrieb Friedrich.

Die Brasilianer mussten einigen Spott einstecken. "Wenn Brasilien den Platz verlassen würde, dann würden sie nur 0:3 verlieren", meinte der frühere dänische Nationaltorwart Peter Schmeichel. Und der einstige englische Auswahlkicker Robbie Fowler höhnte über den gerade für eine Rekordsumme von London nach Paris gewechselten Verteidiger David Luiz: "PSG hat gerade bei Chelsea angerufen und gefragt, ob sie ihr Geld zurückbekommen könnten."

Auf den Punkt brachte es kurz nach Spielende Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger: "Liebes @DFB_Team, ich verneige mich. Was für ein grandioser Fußballabend. Ihr habt Geschichte geschrieben. Herzlichen Glückwunsch".

Weiter auf Seite 2: Halbfinal-Spiel bricht Rekord auf Twitter

Das Halbfinale der Fußball-WM zwischen Brasilien und Deutschland ist laut Twitter das meistkommentierte Sportereignis seit Bestehen des Kurznachrichtendienstes. Der offizielle Twitter-Account für Großbritannien schrieb, dass während der Partie 35,6 Millionen Tweets über die deutsche 7:1-Gala gegen den Gastgeber abgesetzt wurden.

Meistkommentiertes Sportereignis in der Geschichte von Twitter

Der bisherige Höchstwert von 24,9 Millionen Nachrichten beim diesjährigen Super Bowl, dem Finale der American-Football-Meisterschaft in den USA, wurde damit klar in den Schatten gestellt. Nach dem 5:0 durch Sami Khedira erreichte die Schlagzahl den Rekord von 580.166 Tweets pro Minute. Das übertraf klar frühere Bestwerte wie die 360.000 Tweets pro Minute zum skandalösen Auftritt von Miley Cyrus bei den Video Music Awards des Musiksenders MTV im August 2013. Schon die beiden Tore von Toni Kroos lagen zuvor mit rund 500.000 Tweets pro Minute deutlich darüber.

Die meistgenannten Spieler in den Tweets waren auf deutscher Seite Rekordtorschütze Miroslav Klose und Kroos, auf brasilianischer Seite Torwart Julio Cesar. Populär waren auch Tweets von Fußballspielern wie das von Thomas Müller veröffentlichte Bild aus dem Flugzeug nach dem Spiel.

Der Rekord belegt das internationale Wachstum von Twitter, während frühere Bestwerte oft von US-Nutzern getragen wurden. Der Dienst hatte die Börse in den vergangenen Quartalen mit langsamen Zuwächsen der Nutzerzahl enttäuscht und kämpfte zur WM massiv um Fußballfans. Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook zählte über 200 Millionen Interaktionen von 66 Millionen Nutzern während des WM-Halbfinales am Dienstagabend.

(Jörg Schamberg)

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