Gesundheit

5G-Technik für die Gesundheit - Klinikum Düsseldorf wird vernetzt

Vodafone und das Düsseldorfer Universitätsklinikum wollen gemeinsam das erste 5G-Klinikum in Europa aufbauen. Herzstück ist dabei das Mobilfunknetz, das über 5G-Antennen und Echtzeit-Rechenzentren aufgebaut werden soll.

Diana Schellhas, 02.07.2020, 09:23 Uhr
Virtuelle Medizin (3D-Projektion)Ein virtuelles Medizin-Lexikon realisiert über "Mixed Reality" könnte Ärzte unterstützen. Die Übertragung in Echtzeit soll dank 5G-Netz funktionieren.© Brainlab

In Düsseldorf entsteht das erste 5G-Klinikum Europas. Vodafone und das ansässige Universitätsklinikum (UKD) bauen auf dem Medizin-Campus der Landeshauptstadt ein komplettes 5G-Campus-Netz. Entstehen soll das Netz im Zentrum für Operative Medizin II, dem modernsten Gebäude des Universitätsklinikums. Im kommenden Jahr sollen mehr als 100.000 Patienten von 5G-Pflastern und Co. profitieren.

Die Landesregierung NRW will das Projekt, das Vodafone und die Universitätsklinik Düsseldorf gemeinsam mit Technologie-Partnern startet, fördern. Zu den Partnern gehört beispielsweise die RWTH Aachen, das Unternehmen Brainlab, die Fachhochschule Dortmund, die Bergische Universität Wuppertal, das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die Philips GmbH.

5G-Antennen und Echtzeit-Rechenzentren

Herzstück für das Projekt ist ein 5G-Campus-Netz, das Netz-Experten von Vodafone auf dem Medizin-Campus des Universitätsklinikums aufbauen. Die Vodafone RedBox bildet die zentrale Schnittstelle zur IT-Infrastruktur des Universitätsklinikums, erklärt der Mobilfunkanbieter. Kleine 5G-Antennen (Radiodots) sollen für eine optimale Netzabdeckung im Gebäudeinnern sorgen und Echtzeit-Rechenzentren (MEC) die Daten in direkter Umgebung verarbeiten. Vodafone will das 5G-Campus-Netz mit der übergreifenden Mobilfunk-Infrastruktur zusammen, damit digitale Services beispielsweise auch schon im Krankenwagen zum Einsatz kommen können.

5G-Pflaster übertragen Patienteninformationen in Echtzeit

Im Düsseldorfer Universitätsklinikum sollen zahlreiche Services über das neue 5G-Netz in Echtzeit realisiert werden. Ein Beispiel: sogenannte Monitoring-Patches, die in der Notfallmedizin zum Einsatz kommen. Dabei bekommen Patienten in der Notaufnahme und den Stationen ein Technik-Pflaster auf die Haut geklebt, das die Vitalwerte selbstständig und in Echtzeit über das 5G-Netz an eine zentrale Patienten-Überwachungseinheit sendet. Stimmt etwa die Herzfrequenz nicht mehr, sollen Ärzte und Helfer so schnell darauf reagieren und schlimmeren Folgen vorbeugen können.

3D-Projektionen im OP

Auch bei der computer-assistierten Tumor-Chirurgie soll die Datenübertragung in Echtzeit helfen. Im Rahmen der so genannten "Mixed Reality" könnten zum Beispiel 3D-Strukturen des Gehirns sowie deren wesentliche funktionelle Strukturen vom Computer virtuell in den Raum projiziert werden, damit sich Operateure besser orientieren können - ein virtuelles Medizin-Lexikon, das Ärzte immer öffnen können. Zudem könnten sich die besten Experten des Landes in wenigen Sekunden virtuell in den OP-Saal hinzuschalten, um die Ärzte vor Ort zu beraten.

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang