Thema der Woche

5G-Mythen im Check: Mehr zum neuen Mobilfunkstandard

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist wohl derzeit das beherrschende Thema in der Mobilfunkbranche. Doch welche Faktoren sind für den Verbraucher eigentlich wirklich wichtig? Verivox hat sich 5 Mythen über 5G angeschaut und sagt, was dran ist.

5G© jamesteohart/ Fotolia.com

Heidelberg – Die Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen hat begonnen und das Thema 5G wird intensiv diskutiert. Für den Verbraucher sind dennoch einige Fakten vielleicht unklar. Verivox bringt Licht ins Dunkel der fünf verbreitetsten 5G-Mythen (die Abkürzung 5G steht für 5. Generation).

Irrtum Nr. 1: Mit 5G verschwinden alle Funklöcher in Deutschland

Bis 5G beim Endverbraucher ankommt, können Jahre vergehen. Und in der Netzversorgung bleiben Lücken: In 240 deutschen Ortschaften schneiden alle drei Netzbetreiber bei Sprachverbindungen "mangelhaft" ab, wie eine Verivox-Analyse zeigte. Das gilt nicht nur für abgelegene kleine Dörfer. Die neuen 5G-Funkzellen sind zwar leistungsfähiger als die bisherigen, aber auch kleiner. Um großflächige Funklöcher auf der Landkarte auszuradieren, muss zunächst die heutige 4. Netzgeneration (LTE) ausgebaut werden.

Irrtum 2: Mit 5G wird die Sprachqualität beim Telefonieren besser

Telefonieren im 5G-Netz? Fehlanzeige! 5G startet als reiner Datendienst und macht im ersten Schritt den Datenverkehr zehn Mal schneller. Fürs Telefonieren spielt 5G zunächst keine Rolle. Woran liegt das? Der neue Mobilfunkstandard hat noch keinen genormten Sprachdienst, genau wie das heutige LTE-Netz in seinen Anfangszeiten. Telefonieren über 5G wird übergangsweise mit Zusatzsoftware, über spezielle Apps oder Clients funktionieren.

Irrtum Nr. 3: In deutschen Testregionen kann ich schon im 5G-Netz surfen

Zwar gibt es einzelne Testregionen, wie in Berlin, im Hamburger Hafen oder in Düsseldorf. Diese dienen aber vor allem der industriellen Nutzung oder reinen Testzwecken und sind nicht für Privatkunden geöffnet. Aktuell ist 5G also kein Thema für Endverbraucher, sondern für die Industrie und das "Internet der Dinge". Der neue Datenfunk sorgt dafür, dass Maschinen schnell und ohne Verzögerung miteinander kommunizieren können.

Irrtum Nr. 4: Das 5G-Netz saugt meinen Datentarif blitzschnell leer

Die bestehenden Inhalte werden nicht größer, nur weil sich der Kunde im 5G-Netz bewegt. Tarife mit niedrigem Datenvolumen könnten aber schneller schlappmachen, wenn der Nutzer beim ruckelfreien Surfvergnügen sein Datenlimit aus dem Blick verliert. Der Unterschied liegt vor allem im schnellen Streaming-Erlebnis fast ohne Verzögerung. Die Daten werden dann so schnell abgerufen, als wären sie direkt auf dem Gerät gespeichert.

Irrtum Nr. 5: Mit 5G surfe ich nur noch mit schnellem Datenfunk

Selbst wenn der neue Mobilfunkstandard da ist, bringt er nicht automatisch die Kehrtwende beim mobilen Surfen. Denn 5G würde nur bei extrem hohem Datenverkehr zum Einsatz kommen. LTE bleibt weiterhin die Basis für den mobilen Datenverkehr und wird fester Bestandteil des 5G-Netzes bleiben. Privatkunden surfen und telefonieren auch mit 5G-fähigen Geräten erst einmal weiter im 4G-Netz.

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