Frequenzversteigerung

5G-Auktion: Gebote von fast 6,4 Milliarden Euro dank neuer Regeln

Bei der 5G-Frequenzversteigerung steigt die Gesamthöhe der Gebote durch eine am Mittwoch verkündete Anhebung der Mindestgebote nun rasant. Telekom und Vodafone zeigten sich überrascht von der Regeländerung.

5G© jamesteohart/ Fotolia.com

Mainz/Köln - Die Bundesnetzagentur hatte am Mittwoch die Regeln für die 5G-Frequenzauktion geändert. Dadurch müssen die vier Auktionsteilnehmer nun Gebote in Höhe von mindestens 13 Millionen Euro statt bislang 2,5 Millionen Euro abgeben. Die Regulierungsbehörde verspricht sich davon ein schnelleres Ende der schon elf Wochen andauernden Frequenzversteigerung. Am Donnerstag, 6. Juni, zeigten sich die Folgen des Schrittes. In der letzten Runde 481 erreichte die Summe aller Gebote die Marke von über 6,37 Milliarden Euro, in Runde 467 waren es noch knapp 6,2 Milliarden Euro gewesen.

Telekom und Vodafone kritisieren hohe Kosten für Frequenzen

Auf der Breitbandmesse ANGA COM in Köln hatten sich die Deutschland-Chefs von Deutscher Telekom und Vodafone in ersten Stellungnahmen zu der Regeländerung der Auktion geäußert. Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter zeigte sich von dem Schritt überrascht. Vodafone blicke mit Sorge darauf, dass die Auktion die längste sei, die Deutschland je erlebt hat. Es werde ein Fehler wiederholt, den es schon mal bei UMTS gab. Das Geld fehle später für den Ausbau von Mobilfunkstationen. Man könnte mit den über 6 Milliarden Euro über 50.000 Mobilfunkstationen in Deutschland bauen. Ametsreiter kritisiert, dass im Vorfeld der Versteigerung die Auktionsregeln nicht in allen Teilen klar gewesen waren, sie seien sehr weich formuliert worden.

Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner bezeichnete die hohen Kosten der 5G-Frequenzen als "absolut katastrophal" für Deutschland. Er schließe sich der Bewertung von Vodafone an. Zudem kritisierte Wössner, dass es an Regeln für den Aufbau eines 5G-Standortes fehle. "Wir kaufen für viel Geld Spektrum und haben am Ende Schwierigkeiten Standorte in den Städten zu bekommen", so der Telekom-Manager.

Der bei dem Breitbandgipfel auf der ANGA COM ebenfalls anwesende NetCologne-Chef Timo von Lepel wunderte sich über die Höhe der Kosten für die 5G-Frequenzen: "Wie wollt ihr das Geld wieder verdienen?" fragte er in Richtung der Deutschland-Chefs von Telekom und Vodafone.

5G-Auktion geht erst nach Pfingsten weiter

Wegen Pfingsten wird die Frequenzversteigerung erst am Dienstag, 11. Juni (13 Uhr) fortgesetzt, teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstagnachmittag mit. Während es bei den 2-GHz-Frequenzen keine neuen Gebote gab, waren die Auktionsteilnehmer weiterhin mit Geboten für einzelne der 29 Frequenzblöcke im 3,6-GHz-Bereich aktiv.

Die aktuelle Verteilung der Gebote für die 41 5G-Frequenzblöcke nach Runde 481

2-GHz-Bereich (12 Frequenzblöcke)

  • Deutsche Telekom: 4 Frequenzblöcke
  • Vodafone: 4 Frequenzblöcke
  • Telefónica Deutschland: 2 Frequenzblock
  • 1&1 Drillisch: 2 Frequenzblöcke

3,6-GHz-Bereich (29 Frequenzblöcke)

  • Deutsche Telekom: 9 Frequenzblöcke
  • Vodafone: 8 Frequenzblöcke
  • Telefónica Deutschland: 6 Frequenzblöcke
  • 1&1 Drillisch: 6 Frequenzblöcke

Exakt diese zahlenmäßige Verteilung der Frequenzblöcke war bei der 5G-Auktion beispielsweise schon einmal am 17. Mai 2019 erreicht worden, damals lagen die Gebote aber noch bei rund 5,9 Milliarden Euro. Es wird sich zeigen wie schnell die neuen Auktionsregeln die vier Bieter an ihre jeweilige Schmerzgrenze bringen werden und zum Ende der Frequenzversteigerung führen.

Günstige Handytarife finden

Jörg Schamberg

Lesen Sie alles Wichtige von onlinekosten.de - auf Wunsch per WhatsApp direkt auf dem Handy. Whatsapp-Newsletter Wöchentlichen Newsletter
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang
NewsletterPopup