Fast 5,7 Milliarden Euro

5G-Auktion: Auch nach 300 Runden zocken Telekom, Vodafone & Co. weiter

Langsam, aber stetig treiben die vier Teilnehmer der 5G-Auktion die Erlöse für den Staat weiter in die Höhe. Bereits jetzt erreicht die Frequenzversteigerung eine Rekordlänge. Update: 1&1 Drillisch sorgte am Freitag für Unruhe.

5G© jamesteohart/ Fotolia.com

Mainz - Die Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen zieht sich weiter in die Länge. Die Bundesnetzagentur hatte die 5G-Auktion am 19. März in Mainz gestartet. Am Mittwochabend, dem 8. Mai, wurde bereits Gebotsrunde 300 erreicht, ein Ende der Auktion ist auch weiterhin nicht in Sicht. Die Mobilfunker Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland sowie 1&1 Drillisch haben zusammen bereits Gebote in Höhe von über 5,676 Milliarden Euro vorgelegt. Von Montagabend bis Mittwochabend dieser Woche ist der Erlös für den Staat um weitere 45 Millionen Euro gestiegen.

1&1 Drillisch hält sich mit Geboten zurück

Beim Blick auf die letzten Auktionsrunden zeigt sich, dass es nur wenig Bewegung gab. Die Gesamthöhe der Gebote kletterte je Runde um zwei bis drei Millionen Euro, jeweils ein einzelner Frequenzblock fand pro Runde einen neuen Höchstbieter. Während die Telekom sowie Vodafone und Telefónica Deutschland am Mittwochnachmittag weiterhin Gebote abgaben, hielt sich 1&1 Drillisch zurück. Der Neuling in der Runde kommt derzeit auf insgesamt acht von insgesamt 41 Frequenzblöcken: Zwei im 2-GHz-Bereich, sowie sechs im Bereich von 3,6 GHz. Auf exakt die gleiche Verteilung bei Frequenzblöcken kommt auch Telefónica Deutschland. Die Telekom sichert sich nach derzeitigem Stand insgesamt 13 Frequenzblöcke, Vodafone käme auf 12.

Wie lange sich das "Pokerspiel" der vier Auktionsteilnehmer noch fortsetzen wird, ist unklar. Erst wenn in einer Runde keine weiteren Gebote mehr eingehen, ist die 5G-Auktion beendet.

Update vom 10. Mai 2019, 17:58 Uhr: Gebote steigen auf über 5,7 Milliarden Euro

Die 5G-Auktion hat sich am Freitagnachmittag ins Wochenende verabschiedet. Auch nach Runde 318 ist weiterhin kein Ende der Frequenzversteigerung absehbar. Die Summe der Höchstgebote kletterte inzwischen auf 5,729 Milliarden Euro. Allerdings sorgte 1&1 Drillisch nach längerer Inaktivität in der letzten Auktionsrunde für Bewegung. Das Unternehmen zog die Höchstgebote aller bislang im 3,6-GHz-Frequenzbereich gehaltenen sechs Frequenzblöcke zurück und schnappte sich stattdessen fünf Frequenzblöcke in diesem Bereich, die sich bislang die anderen drei Netzbetreiber gesichert hatten. Außerdem überbot 1&1 Drillisch im 2-GHz-Bereich Vodafone in einem Frequenzblock und hält dort nun drei Höchstgebote.

Insgesamt kommt 1&1 Drillisch damit zwar weiterhin auf acht Frequenzblöcke, hat aber für viel Unruhe gesorgt. Telefónica Deutschland kommt ebenfalls auf acht Frequenzblöcke. Vodafone hält nur noch zusammen 10 Frequenzblöcke, die Telekom sogar nur noch 9 Blöcke. Durch die Rücknahme von Höchstgeboten von 1&1 Drillisch sind derzeit jedoch sechs Frequenzblöcke im 3,6-GHz-Bereich unbesetzt. Für diese hat 1&1 Drillisch dennoch eine Zahlungsverpflichtung in Höhe von fast 762 Millionen Euro, wenn für diese keine Gebote mehr abgegeben würden. In der kommenden Woche dürfte die Reaktion der drei Mobilfunknetzbetreiber spannend werden.

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Jörg Schamberg

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