Frequenzversteigerung

5G-Auktion: 1&1 Drillisch wirbelt wieder alles durcheinander

Mit der relativen Ruhe bei der schon 320 Runden andauernden 5G-Frequenzversteigerung ist es seit Freitagnachmittag vorbei. 1&1 Drillisch hat etliche Höchstgebote zurückgezogen und sich bislang von der Konkurrenz gehaltene Frequenzblöcke gesichert.

5G© Piotr Adamowicz / Fotolia.com

Mainz - In der vergangenen Woche verlief die 5G-Frequenzversteigerung nur noch zäh. Doch wer dachte, dass die Auktion von 41 5G-Frequenzblöcken nach 318 Runden und Höchstgeboten von über 5,7 Milliarden Euro nun endlich auf die Zielgerade einlaufen würde, hatte sich geirrt. In der letzten Runde vor dem Wochenende meldete sich 1&1 Drillisch wieder massiv zurück und sorgte ordentlich für Unruhe.

1&1 Drillisch zieht Gebote zurück und sichert sich andere Frequenzblöcke

Der Anbieter zog alle sechs Höchstgebote im 3,6-GHz-Frequenzbereich zurück und schnappte sich stattdessen fünf andere Frequenzblöcke sowie einen zusätzlichen im 2-GHz-Frequenzbereich. An der Zahl von insgesamt acht Frequenzblöcken für 1&1 Drillisch änderte sich nichts, doch es waren mehrere Frequenzblöcke wegen des Rückzugs der Höchstgebote unbesetzt. 1&1 Drillisch hat für diese dennoch eine Zahlungsverpflichtung in Höhe von fast 762 Millionen Euro. Wie reagierten am Montag nun die anderen drei Auktionsteilnehmer Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland?

Reges Bieten aller Auktionsteilnehmer in den ersten Runden am Montag

Alle drei etablierten Mobilfunknetzbetreiber wurden in den ersten beiden Auktionsrunden der neuen Woche aktiv, gleich mehrere Frequenzblöcke wechselten den Höchstbieter. Im Bereich von 2 GHz überbot zunächst Vodafone 1&1 Drillisch, die sich in der nächsten Runde stattdessen einen bislang von Telefónica Deutschland gehaltenen Frequenzblock sicherten. In Runde 319 und 320 wechselten bis zu sechs Frequenzblöcke im 3,6-GHz-Bereich den Höchstbieter. Die Folge: Nach Runde 320 kletterte die Summe der Höchstgebote im Vergleich zu Freitagnachmittag um weitere rund 25 Millionen Euro auf 5,754 Milliarden Euro nach oben. Sechs Frequenzblöcke sind seit der letzten Runde am Freitag weiterhin unbesetzt. Bereits in der vergangenen Woche hatte unter anderem Telekom-Chef Höttges klargestellt, dass man sich die Frequenzblöcke sichern werde, die man benötige. Es dürfte also ein turbulenter Montag werden.

Die aktuelle Verteilung der Frequenzblöcke (Höchstgebote nach Runde 320)

2-GHz-Bereich (12 Frequenzblöcke)

  • Deutsche Telekom: 4 Frequenzblöcke
  • Vodafone: 4 Frequenzblöcke
  • 1&1 Drillisch: 3 Frequenzblöcke
  • Telefónica Deutschland: 1 Frequenzblock

3,6-GHz-Bereich (29 Frequenzblöcke)

  • Deutsche Telekom: 6 Frequenzblöcke
  • Vodafone: 6 Frequenzblöcke
  • Telefónica Deutschland:6 Frequenzblöcke
  • 1&1 Drillisch 5 Frequenzblöcke
  • 6 Frequenzblöcke unbesetzt

Insgesamt kommen die Telekom und Vodafone damit auf jeweils 10 Frequenzblöcke, 1&1 Drillisch auf 8 Frequenzblöcke sowie Telefónica Deutschland auf 7 Frequenzblöcke. Dies dürfte aber auch wegen der derzeit nicht besetzten sechs Frequenzblöcke noch lange nicht der Endstand der 5G-Auktion sein.

Update vom 13. Mai, 18:10 Uhr: Summe der Höchstgebote stieg am Montag um 83 Millionen Euro

Wie von uns vermutet, verlief die 5G-Auktion im Laufe des Montags turbulent. Am Ende des Auktionstages nach Runde 328 verzeichnete die Bundesnetzagentur Höchstgebote von insgesamt 5,812 Milliarden Euro. Innerhalb eines Tages verteuerten sich die Frequenzblöcke somit um rund 83 Millionen Euro. Inzwischen liegen für alle Frequenzblöcke wieder Höchstgebote vor, auch für die sechs Blöcke im 3,6-GHz-Bereich, für die 1&1 Drillisch am Freitag seine Höchstgebote zurückgezogen hatte. Eine Einigung der vier Auktionsteilnehmer und ein Ende der 5G-Auktion wurde am Montag nicht erreicht. Die Frequenzversteigerung läuft seit dem 19. März - und somit schon fast zwei Monate lang.

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Jörg Schamberg

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