Bitkom-Umfrage

43 Prozent der deutschen Internetnutzer von Cookie-Bannern genervt

Nervig oder eine wichtige Information: Laut einer Umfrage des Bitkom-Verbands sind die deutschen Internetnutzer mit Blick auf Cookie-Banner gespalten. Oft werden die Cookie-Hinweise einfach weggeklickt.

Jörg Schamberg, 10.11.2020, 13:04 Uhr
Browser Cookie© Matic Štojs / Fotolia.com

Beim Aufruf einer Webseite werden Internetnutzer in der Regel zunächst mit einem Cookie-Banner oder entsprechenden Texthinweisen konfrontiert. Diese ermöglichen die Zustimmung zum Einsatz der auf der Webseite genutzten Cookies. Das sind Textdateien, die beim Aufrufe einer Webseite auf dem genutzten Notebook, Smartphone & Co. abgelegt werden. Gespeichert werden unter anderem Informationen wie Verweildauer auf der Internetseite, die aufgerufenen Unterseiten oder die Eingabe eines Suchbegriffs. Der Browser merkt sich etwa die Login-Daten und fügt diese bei jedem Besuch der Internetseite automatisch ein. Bei Bedarf lassen sich die Einstellungen auch anpassen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom spalten die Cookie-Banner die Community der Internetnutzer.

Cookie-Banner: Nur nervig oder wichtige Info?

43 Prozent der befragten Internetnutzer sei von den Cookie-Hinweisen genervt, 46 Prozent dagegen sehen in ihnen eine wichtige Information. Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) findet Cookie-Banner überflüssig. Stattdessen würden ihnen entsprechende Hinweise in der Datenschutzerklärung einer Webseite ausreichen.

"Bereits jetzt nehmen Nutzer die vielen Hinweise auf Webseiten eher als störend wahr. Die Webseitenbetreiber sind aber verpflichtet, die Webseitenbesucher entsprechend deutlich zu informieren. Transparenz, Auswahlmöglichkeiten und Kontrolle über die Datennutzung sind selbstverständlich wichtig, vor allem wenn es um Webseiten-Tracking geht", erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Banner werden von Nutzern oft weggeklickt

Doch in der Praxis bringen die Cookie-Banner oft keinen großen Nutzen. "Die derzeitigen Vorgaben führen aber eher dazu, dass die Banner schlicht weggeklickt werden, als dass sich Nutzer tatsächlich mit den Informationen auseinander setzen", so Dehmel. Und es könnte sogar noch schlimmer kommen: "Mit der bevorstehenden ePrivacy-Verordnung wird die Situation auch nicht verbessert. Im Gegenteil: Nutzer werden mit weiteren Hinweisen konfrontiert werden. Hier verpasst die Politik die Chance, neue Wege für Transparenz, Nutzervertrauen und Datennutzung zu finden.", kritisiert Dehmel.

Mehr Komfort beim Surfen dank Cookies

43 Prozent der Befragten erklärten, dass sie Cookie-Banner nicht beachten würden. 26 Prozent habe solche Hinweise auf Webseiten noch nie wahrgenommen. Letzteres ist allerdings erstaunlich, da diese Banner beim Aufruf einer Internetseite meist kaum zu übersehen sind. "Cookies machen das Surfen einerseits bequemer und helfen andererseits Webseitenbetreibern dabei, ihre Angebote besser an Seitenbesucher anzupassen", erklärt Dehmel. Das gelte etwa für Warenkorb-Cookies, das Merken von Spracheinstellungen, Personalisierung oder auch die Webseitenanalyse über Cookies.

52 Prozent der Umfrageteilnehmer würden Cookies in den eigenen Browser-Einstellungen löschen. "Nicht für alles im Web braucht es Cookies", so Dehmel. Der Komfortgewinn beim Surfen mit Cookies sei aber unbestritten.

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