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35-Millionen-Euro-Fonds für BenQ-Mitarbeiter

Der Siemens-Vorstand hat die Schaffung eines 35-Millionen-Euro-Fonds beschlossen, mit dem Härten bei den erwarteten BenQ-Entlassungen abgemildert werden sollen.

02.10.2006, 08:36 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der Siemens-Vorstand hat die Schaffung eines 30-Millionen-Euro-Fonds beschlossen, mit dem Härten bei den erwarteten BenQ-Entlassungen abgemildert werden sollen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. "Wir finden die Vorgehensweise von BenQ in Deutschland inakzeptabel und helfen, so gut wir können", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld der Zeitung. "Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir aktiv tatkräftig helfen - und zwar schnell." Mit dem Fonds sollen Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung Betroffener bezahlt werden.
Verzicht auf Gehaltserhöhung
Gleichzeitig verzichtet der Vorstand des Siemens-Konzerns auf die bereits angekündigte Gehaltserhöhung um 30 Prozent für jedes Vorstandsmitglied, schreibt die "Bild"-Zeitung weiter. Das eingesparte Geld, rund fünf Millionen Euro, soll ebenfalls in den Fonds fließen. "Der Aufsichtsrat hat die Gehaltsmaßnahmen sachlich und ausführlich begründet. Wir haben aber jetzt eine neue Situation und wir möchten den Menschen ein Zeichen der Solidarität geben", sagte Kleinfeld zur Begründung. Zudem würden Mitarbeiter von BenQ bei der Besetzung von mehr als 2000 offenen Stellen von Siemens in Deutschland wie interne Bewerber behandelt und "aktiv" bei der Suche nach einer neuen Stelle unterstützt.
Einstellung nicht geplant
Kleinfeld widersprach Spekulationen, nach denen die Einstellung der Handy-Sparte schon beim Verkauf an BenQ beabsichtigt gewesen sei. "Alle Behauptungen, wir hätten die Insolvenz von BenQ Mobile in Deutschland billigend in Kauf genommen, sind böswillige Unterstellungen." Er schloss laut "Bild" auch juristische Schritte gegen BenQ nicht mehr aus: "Uns wurde versichert, dass die Standorte in Deutschland erhalten bleiben und sogar gestärkt werden." Dieses Versprechen sei gebrochen worden. "Wir prüfen alle juristischen Schritte gegen BenQ." Siemens brachte nach eigenen Angaben rund 600 Patentfamilien ein, räumte das Markennutzungsrecht für fünf Jahre ein und leistete erhebliche finanzielle Unterstützung für einen erfolgreichen Start.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Entscheidung des Siemens-Vorstandes, den von der Insolvenz bedrohten Beschäftigten von BenQ auch finanziell zu helfen. Nach "Bild"-Informationen hatte die Bundeskanzlerin am Sonntag mit Kleinfeld telefoniert. "Ich verstehe den Ärger und die Gefühle der Beschäftigten, die zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze große Opfer gebracht haben", sagte sie "Bild". Sie habe gegenüber Siemens deutlich gemacht, "dass dieses Traditionsunternehmen in einer besonderen Verantwortung steht". Angesichts dessen begrüße sie es, "wenn Siemens jetzt alles tut, um möglichst vielen Beschäftigten eine Zukunftsperspektive zu geben".

(Aleksandra Leon)

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