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35 Jahre Haft für Wikileaks-Informanten Manning

Das vergleichsweise milde Urteil wurde am Mittwoch bekannt gegeben. Außerdem wird er unehrenhaft aus der Armee entlassen.

21.08.2013, 17:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Wikileaks-Informant Bradley Manning ist zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Das gab eine US-Militärrichterin am Mittwoch in Fort Meade bei Washington bekannt. Zudem wurde er unehrenhaft aus der Armee entlassen und rückwirkend degradiert. Auch seine Pensionsansprüche verliert er.

Urteil vergleichsweise milde

Der Soldat hatte Hunderttausende vertrauliche Dokumente an die Enthüllungsplattform gegeben und war Ende Juli unter anderem wegen Geheimnisverrats, Spionage, Computerbetrugs und Diebstahls für schuldig erklärt worden. In dem am schwersten wiegenden Punkt "Unterstützung des Feindes" (aiding the enemy) wurde er dagegen freigesprochen.

Die Ankläger hatten mindestens 60 Jahre und 100.000 Dollar (75.000 Euro) Geldstrafe gefordert. Insgesamt dreieinhalb Jahre werden von der Strafe abgezogen, weil Manning bereits seit Mai 2010 in Untersuchungshaft sitzt und dabei nach Ansicht der Richterin Denise Lind teilweise besonders schwere Bedingungen erleiden musste. Eine Entlassung Mannings aus dem Gefängnis vor Ablauf seiner Strafe ist rechtlich möglich. Bei guter Führung kann Manning im besten Fall nach weniger als zehn Jahren freikommen.

Kritik von Bürgerrechtlern

Bürgerrechtler haben die Haftstrafe gegen Manning als unverhältnismäßig kritisiert. Sie fürchten, dass das Urteil andere Menschen davon abhalten könnte, Informationen über Missstände an die Medien weiterzugeben. Aufgrund des harten Vorgehens gegen Informanten "werden Journalisten in den USA bald immer weniger in der Lage sein, Fehlverhalten von Regierung und Behörden aufzudecken", erklärte Michael Rediske von "Reporter ohne Grenzen".

Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU sprach von einem "traurigen Tag". Wenn ein Rechtssystem nicht zwischen Verrat und der Weitergabe von Informationen unterscheide, um eine öffentliche Debatte anzustoßen, führe das zu ungerechten Ergebnissen. Der Öffentlichkeit werde so wichtige Informationen vorenthalten, erklärte die ACLU. Manning werde härter bestraft als andere, die für Folter von Gefangenen verantwortlich seien.

Ähnlich reagierte Amnesty International. Die USA sollten lieber Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem "Kampf gegen den Terror" nachgehen, erklärte Widney Brown für die Bürgerrechtsorganisation. "Bradley Manning hat aus dem Glauben heraus gehandelt, er könne eine wichtige öffentliche Debatte über die Kosten des Krieges anstoßen". Das Anti-Spionage-Gesetz der USA müsse dringend überarbeitet werden, forderte sie.

(Hayo Lücke)

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