Ericsson Mobility Report

2022 soll es weltweit bereits 550 Millionen 5G-Nutzer geben

Wie entwickelt sich die Mobilfunknutzung in den kommenden sechs Jahren bis 2022? Laut Ericsson Mobility Report wird sich der neue Mobilfunkstandard 5G schnell verbreiten. Die Zahl der Mobilfunkkunden und der mobile Datentraffic wird rasant steigen.

Jörg Schamberg, 17.11.2016, 12:01 Uhr
5G© Piotr Adamowicz / Fotolia.com

Stockholm – Der kommende schnelle Mobilfunkstandard 5G soll voraussichtlich ab 2020 standardmäßig zur Verfügung stehen. Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson erwartet eine schnelle Verbreitung der neuen Highspeed-Technologie. Laut dem aktuellen Ericsson Mobility Report soll es im Jahr 2022 bereits 550 Millionen 5G-Nutzer geben. Zu diesem Zeitpunkt würden in den USA 25 Prozent der dortigen Mobilfunknutzer Verträge mit 5G-Speed abschließen. In den USA sei bis dahin die weltweit größte Marktdurchdringung von 5G erreicht.

20 Millionen 5G-Nutzer im Jahr 2022 in Westeuropa

Im Asien-Pazifik-Raum würde sich 5G ebenfalls schnell verbreiten: Bis 2022 sollen 10 Prozent aller Mobilfunkkunden in dieser Region den 5G-Standard nutzen. Für den Nahen Osten und Afrika erwartet der Ericsson Mobility Report einen Umbruch bei der Mobilfunknutzung: Statt der langsamen GSM-/EDGE-Netze würden bis 2022 80 Prozent der Verträge über WCDMA/HSPA sowie LTE realisiert. In Westeuropa soll es laut der Studie im Jahr 2022 rund 20 Millionen 5G-Nutzer geben.

2022 weltweit rund 6,8 Milliarden Smartphone-Verträge

Die Zahl der Smartphone-Verträge steigt laut Ericsson bis Ende 2016 auf 3,9 Milliarden. Zu fast 90 Prozent könnten die Kunden WCDMA/HSPA- und LTE-Netze nutzen. In den kommenden Jahren bis 2022 werde die Zahl der Smartphone-Verträge rasant bis auf 6,8 Milliarden klettern. Für Westeuropa geht Ericsson in sechs Jahren von 480 Millionen Smartphone-Verträgen aus – 100 Millionen mehr gegenüber 2016.

Die Nutzung von schnellen Mobilfunknetzen werde bis 2022 weiter zunehmen. 95 Prozent der Nutzer sollen dann auf WCDMA/HSPA-, LTE- und 5G-Netze zugreifen können. In Westeuropa werde die Zahl der Mobilfunkverträge von derzeit 550 Millionen auf 580 Millionen bis 2022 steigen. Die Zahl der Mobilfunkverträge insgesamt werde bis 2022 auf 8,9 Milliarden klettern, 90 Prozent davon würden Breitbandzugänge nutzen. 2022 geht die Studie von 6,1 Milliarden einzelnen Mobilfunkkunden aus. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2016 stieg die Zahl der Mobilfunkverträge weltweit um 84 Millionen auf 7,5 Milliarden – vor allem in Indien, China und Indonesien kommen viele neue Mobilfunkkunden hinzu. Derzeit liege die Gesamtzahl aller mobilen Breitbandanschlüsse bei 4,1 Milliarden.

2022: 22 GB mobiler Datentraffic pro Monat und Smartphone in Westeuropa

Als Folge der zunehmenden mobilen Breitbandnutzung steige auch das genutzte Datenvolumen weiter an. Im dritten Quartal 2016 sei der Datenverkehr um 50 Prozent im Jahresvergleich angestiegen. Das liegt vor allem an der stetig steigenden mobilen Nutzung von Videoinhalten. 2022 sollen mobile Videoinhalte bereits einen Anteil von 75 Prozent am gesamten mobilen Datenverkehr erreichen. In den nächsten sechs Jahren soll zudem der Datenverkehr in den sozialen Netzwerken um 39 Prozent pro Jahr steigen. Hier erfreue sich das Livestreaming zunehmender Beliebtheit. Für Westeuropa geht der Ericsson-Report für 2022 von 22 GB mobilem Datentraffic pro Monat aus – aktuell liegt der monatliche Datenverbrauch pro Smartphone erst bei 2,7 GB.

Westeuropa wird 2022 zweitgrößter Markt für das Internet der Dinge sein

Aber auch das Internet der Dinge (IoT) werde bis 2022 einen kräftigen Schub erhalten. Bis dahin sollen rund 29 Milliarden Geräte internetfähig sein. Rund 18 Milliarden sollen im Internet der Dinge miteinander vernetzt sein. Bereits aktuell komme ein Viertel aller weltweiten IoT-Verbindungen aus Westeuropa. Die Ericsson-Studie geht von einem weiter ansteigenden Anteil aus, Westeuropa werde sich bis 2022 weltweit zum zweitgrößten Markt für das Internet der Dinge entwickeln.

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