Security

2008: Wegwerf-Trojaner und Lösegeldforderungen

G-Data gibt einen düsteren Ausblick auf das Jahr 2008. Die Bedrohungen für PC-Besitzer nehmen rapide zu, da Malware immer mehr zur Massenware wird, die weltweit die Computer überflutet.

20.12.2007, 12:54 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Glaubt man einer Pressemeldung von G-Data, so kommt es für Computernutzer im nächsten Jahr ganz dicke. Die Sicherheitsgefährdungen im IT-Sektor werden komplexer und raffinierter. Schon 2007 hat sich der Ausstoß von Viren, Würmern, Trojanern und anderen Schädlingen verdoppelt. Der Trend geht zu Wegwerf-Trojanern für den Einmalgebrauch und personalisiertem Spam.
Trojaner werden Massenware
Die Gefahr, das sich ein Trojaner auf dem eigenen Rechner einnistet, soll 2008 erheblich steigen. Trojaner und andere digitale Schädlinge werden noch mehr zur Massenware. G-Data befürchtet, das Trojaner zunehmend als Wegwerf-Trojaner genutzt werden. Nach einmaligem Gebrauch werden sie bereits von ihrem Programmierer wieder modifiziert. Die Hersteller von Sicherheitssoftware werden mit den Updates der Signaturlisten kaum noch hinterherkommen. "Besonderes Augenmerk liegt hier auf Sicherheitslücken in Webanwendungen, über die man Schadcode in die resultierenden Webseiten einschleusen kann. Es ist davon auszugehen, das Angriffe auf die Datenbanken hinter den Webanwendungen zunehmen.", erläutert Ralf Benzmüller, Leiter der G-Data Security Labs.
Cyberkriminelle fordern Lösegeld
Besonders heftig kann eine Infizierung mit so genannter Ransomware sein. Dies sind Trojaner, die auf dem infizierten Rechner Dateien oder sogar die ganze Festplatte verschlüsseln. Nur nach Zahlung eines Lösegeldes wird diese Verschlüsselung wieder aufgehoben. Über das wachsende internationale Geldwäschernetz ist ein Lösegeldaustausch einfacher geworden. Die Infrastruktur für Programmierer von Schadcode wird immer komfortabler, insbesondere wenn etwa über russische Netzwerke ein anonymes, kriminelles Handeln möglich ist. G-Data empfiehlt als eine vorbeugende Maßnahme regelmäßige Datensicherungen vorzunehmen, damit auch im Notfall ein Zugriff auf wichtige Daten möglich ist.
Spam wird persönlich
Spam wird nicht mehr nur blind an eine anonyme Masse verschickt, sondern verstärkt zielgruppenorientiert. Durch Datendiebstahl erhaltene persönliche Informationen werden für Spam- und Phishing-Attacken genutzt. Die persönliche Anrede in einer Mail wird es erheblich erschweren, eine Mail als Spam einzustufen. Große Steigerungen der enormen Spammenge erwarten die G-Data Experten für das kommende Jahr zwar nicht, doch mit einer Abnahme ist auf keinen Fall zu rechnen. Stattdessen werden besondere Ereignisse wie die Fußball-EM oder die Olympischen Spiele Anlass sein für gesteigerten Spamversand. Phishing-Angriffe auf Banken werden abnehmen, dafür werden vor allem Online-Shops und Plattformen wie Facebook oder MySpace ein beliebtes Ziel von Angriffen werden.
Die Aufmerksamkeit der Computernutzer wird 2008 also gefordert sein wie nie zuvor, wenn man gefahrlos im Internet unterwegs sein will. Geeignete, aktuelle Schutzsoftware und eine Firewall werden immer unverzichtbarer.

(Jörg Schamberg)

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