Security

2007: Ein gutes Jahr für Cyber-Kriminelle

Gut eine halbe Million Schadprogramme lauert derzeit im Netz und wartet auf ihren Einsatz. Doppelt soviel wie noch im letzten Jahr, sagen die Virenjäger von F-Secure.

08.12.2007, 10:31 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Das Jahr neigt sich dem Ende, Silvester ist in keiner allzu weiten Ferne mehr und es wird langsam Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. 2007 war ein gutes Jahr – vor allem für Cyber-Kriminelle. Laut dem aktuellen Jahresbericht der Virenjäger von F-Secure hat sich die Anzahl der des Malware-Aufkommens in diesem Jahr glatt verdoppelt. Gut eine halbe Million schadhafter Programme lauern im Internet und warten auf ihren Einsatz.
Kritische Malware-Flut
"Wir haben noch nie zuvor so viele neue Malware-Samples in unserem Labor erhalten wie in diesem Jahr", berichtet Mikko Hypponen, Chief Research Officer bei F-Secure. "Wir wären auch nicht in der Lage, eine derart große Menge Samples zu verarbeiten, wenn wir unser Malware-Analysesystem in den vergangenen Jahren nicht zu einem hohen Grad automatisiert hätten." Dabei seien in diesem Jahr lediglich wenige neue Schadprogramme hinzugekommen: die Netzbetrüger konzentrieren sich derzeit auf die Modifizierung bestehender Malware. Immer häufiger greift man sich im kriminelle Milieu selbst kräftig unter die Arme, dank Social Engenieering und einfachen Baukastensystemen werden die Programme konsequent verfeinert. Als Beispiel nennt F-Secure das "Storm Worm"-Botnet, ein Peer-to-Peer-System mit mächtiger Rechenleistung und ohne zentralen Knotenpunkt, das Virenforscher beim Eindringen mit DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) angreift.
Apple-Rechner rücken weiter ins Visier der Betrüger
Auch die Besitzer eines Apple-Computers sind nicht länger vor der Malware sicher. Populärster Fall des Jahres war der Trojaner "Zlob DNSChanger", der sich als Video-Codec tarnt, um DNS-Abfragen nach Belieben zu ändern. Dass das neue Betriebssystem "Leopard" (Mac OS X 10.5) auch nach dem zweiten Update weiterhin eine löchrige Firewall aufweist, verstärkt das Stirnrunzeln bei den Forschern nur noch weiter. Auch das iPhone, obwohl erst seit wenigen Monaten auf dem Markt, erfreut sich wachender Beliebtheit in Hackerkreisen. Zwar zielten die bisherigen Bemühungen auf die Entsperrung des Gerätes ab, doch in der Vielzahl der veröffentlichten How-To-Berichte der Programmierer sieht F-Secure eine erste, ernste Gefahr für die Sicherheit des Systems.
Mit den besten Wünschen in das Jahr 2008
Für das kommende Jahr wünschen sich die Forscher vor allem eins: mehr Ressourcen und eine größere Reichweite für Strafverfolgungsbehörden. F-Secure prognostiziert, dass das Malwareaufkommen 2008 weiter ansteigen wird: Internetkriminelle werden erfolgreich ein eigenes, Internet-basiertes Ökosystem im Untergrund errichten, über das sie den Handel mit Entwicklungswerkzeugen, Erfahrungen und Fertigkeiten für die Entwicklung und Verbreitung von Malware betreiben. Das vorgezogene Resümee: "2008 wird erneut ein Geduldsspiel."

(André Vatter)

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