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200.000 Mal anstößig und illegal

In den vergangenen drei Jahren hat die Internetwirtschaft mehr als 200.000 Straftat-Hinweise an die Behörden übermittelt und damit nach Meinung des eco Verbands zur "Sauberkeit" im Internet beigetragen.

21.09.2007, 12:42 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Wie man nicht gegen illegale Inhalte im Netz vorgeht, hat kürzlich Arcors Pornosperre gezeigt. Dass es aber durchaus wirkungsvolle Methoden gibt, als Provider gegen kriminelle Online-Machenschaften vorzugehen, beweist ein neues Zahlenwerk vom eco Verband der deutschen Internetwirtschaft. Demnach hat die Internetwirtschaft in den vergangenen drei Jahren mehr als 200.000 Straftat-Hinweise an Strafverfolgungsbehörden, Staatsanwaltschaften und andere staatliche Stellen weltweit gegeben. Damit habe sie maßgeblich zur "Sauberkeit" im Internet beigetragen, freut sich der eco.
Globale Beschwerdehotline
Ein wichtiges Werkzeug beim Kampf der Internetwirtschaft gegen das Böse im Netz sind die Inhope-Hotlines. Hierüber liefen zwischen September 2004 und Dezember 2006 insgesamt rund 900.000 Hinweise aus der Öffentlichkeit ein. In diesem Zeitraum wurden durchschnittlich etwa 5.800 Hinweise monatlich an Strafverfolgungsbehörden übermittelt. Für Harald A. Summa vom eco Verband ein Beweis für die tragende Rolle der Wirtschaft bei der Bekämpfung der Onlinekriminalität: "Ohne die Inhope-Hotlines hätten die Polizeidienststellen in den letzten drei Jahren rund einer Million Verbraucherhinweisen nachgehen müssen. Mit diesem Volumen wäre die Polizei nicht nur in Deutschland völlig überfordert."
Inhope steht für "Internet Hotline Providers in Europe Association", ein Netzwerk, das 1999 von der Wirtschaft und der Europäischen Kommission gegründet wurde. Mittlerweile zählt Inhope 28 Mitglieder aus 25 Ländern und koordiniert ein globales Netzwerk von Hotlines, an denen Mitarbeiter Hinweise auf unerwünschte und illegale Inhalte im Netz entgegen nehmen.
Großteil Beschwerden über Web-Inhalte
Die eingegangenen Beschwerden bezogen sich laut 2007 Global Internet Trend Report (PDF-Dokument) zu 59 Prozent auf Inhalte von Websites, weitere 30 Prozent auf Spam, ein Prozent auf Chats und Messaging, ein weiteres Prozent auf Peer-to-Peer-Aktivitäten und neun Prozent auf andere Internetservices. Etwa die Hälfte der rechtswidrigen Internetinhalte entfällt auf Kinderpornografie, die jedoch mit zwei Prozent Abnahme pro Jahr leicht sinkt. Rassistische oder fremdenfeindliche Äußerungen machen ein Prozent der gemeldeten Inhalte aus, gehen aber mit 24 Prozent im Jahr zurück.

(Aleksandra Leon)

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