Bitkom-Zahlen

124 Millionen ungenutzte Alt-Handys in Deutschland: Tipps zum Entsorgen

Viele Bundesbürger nutzen gerne aktuelle Smartphones, die ausrangierten Altgeräte landen ungenutzt in Schubläden. Laut Digitalverband Bitkom ist die Zahl der Alt-Handys innerhalb von drei Jahren um ein Viertel gestiegen. Die alten Mobiltelefone gehören allerdings nicht in die Mülltonne.

Elektro-MüllAlte Handys sind nicht immer Elektroschrott - vor allem enthalten sie wertvolle Rohstoffe.© OwenPrice / iStockphoto.com

Berlin – Die Smartphone-Hersteller stellen jedes Jahr neue Handy-Modelle vor: Sie werden als besser, schöner und leistungsstärker beworben. Doch gleichzeitig wächst auch die Zahl der Altgeräte. Nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom sollen in Deutschland rund 124 Millionen Alt-Handys ungenutzt in Schubladen, Schränken und Kartons herumliegen. Der Verband gibt zudem Tipps für die richtige Entsorgung von ungenutzten Geräten.

Großteil der Bundesbürger setzt auf aktuelle Smartphones

Die vom Bitkom genannte Zahl basiere auf einer repräsentativen Befragung. In den vergangenen Jahren habe sich der Berg an alten Mobiltelefonen rasant erhöht. Im Jahr 2015 habe es rund 100 Millionen Altgeräte gegeben, im Jahr 2010 sogar nur 72 Millionen. "Sechs von zehn Smartphone-Nutzern haben ihr Gerät im vergangenen Jahr gekauft. Das zeigt, dass viele Verbraucher stets das aktuellste Smartphone besitzen wollen – sei es wegen einer längeren Akkulaufzeit, mehr Speicherkapazität, einer besseren Kamera oder schnellerem Laden. Alte Geräte werden deshalb relativ häufig gegen neue ausgetauscht", erklärt Bitkom-Umweltexperte Kai Kallweit.

Rund 56 Millionen Menschen (80 Prozent) hierzulande besitzen mindestens ein unbenutztes Handy oder Smartphone. Bei 59 Prozent der Befragten finden sich sogar zwei oder mehr ungenutzte Mobiltelefone. Lediglich eine Minderheit von 17 Prozent erklärte, dass sie kein Alt-Handy zu Hause hätten bzw. dass sie noch nie ein Handy besessen hätten.

Alte Mobiltelefone werden meistens weiterverkauft

Doch nicht alle alten Geräte werden ungenutzt verstaut. Die Hälfte der Befragten (53 Prozent) habe sich durchaus auch schon einmal von einem Mobiltelefon getrennt. 58 Prozent davon hätte das Gerät weiterverkauft, 26 Prozent haben es zu einer Sammelstelle für Elektronikmüll gebracht und 25 Prozent haben es verschenkt. Weitere 13 Prozent haben das Altgerät gespendet, 11 Prozent schließlich zum Händler gebracht.

Entsorgung von Alt-Handys im Hausmüll ist verboten

Der Bitkom-Experte betont, dass defekte Geräte nicht in den Hausmüll gehören und recycelt werden sollten. "Die Geräte enthalten zahlreiche wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Palladium und Kobalt, die beim Recycling wiedergewonnen werden können", so Kallweit. Die Entsorgung von alten oder defekten Handys im Hausmüll sei ohnehin verboten. Stattdessen können diese in den kommunalen Abfallsammelstellen und Recyclinghöfen abgegeben werden. Die Hersteller würden dann für eine umweltgerechte Entsorgung oder Wiederaufbereitung durch Recyclingfirmen sorgen.

Mobilfunkbetreiber nehmen Altgeräte zurück - private Daten zuvor löschen

Aber auch die großen Mobilfunkbetreiber würden Altgeräte zurücknehmen. So lassen sich online portofreie Versandumschläge anfordern, alternativ gibt es diese auch im Handy-Shop. Teilweise können die alten Handys sogar direkt dort abgegeben werden. Wichtig: Private Daten wie Adressbuch, Nutzerprofile von sozialen Netzwerken, Online-Banking-Zugänge, Fotos sowie Videos sollten vor der Weiter- oder Rückgabe alter Handys unbedingt gelöscht werden. Empfohlen wird zudem ein Zurücksetzen des Gerätes auf die Werkseinstellungen.

Jörg Schamberg

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