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12.000 Verdächtige bei Kinderpornoskandal

In den vorweihnachtlichen Frieden platzt jetzt die Aufdeckung des größten deutschen Kinderpornoskandals mit bisher rund 12.000 Verdächtigen. Ein Berliner Internetprovider hatte den entscheidenden Hinweis gegeben.

24.12.2007, 13:24 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Erneut sind viele deutsche Internetsurfer aufgeflogen, die sich auf einem Kinderpornoportal aufgehalten und zum Teil pornografisches Material auf ihre Rechner geladen haben. Anfang 2007 hatte onlinekosten.de bereits über einen spektakulären Schlag gegen einen Kinderpornoring berichtet. Damals wurden sämtliche 22 Millionen Kreditkarten in Deutschland überprüft und 322 Tatverdächtige ermittelt. Bei dem jetzt aufgedeckten neuen Skandal geht es um erheblich größere Dimensionen: Alleine in Deutschland soll es mindestens 12.000 Verdächtige geben.
Hinweis eines Providers
Nach einem Bericht von "Spiegel Online" soll ein Berliner Internetprovider den Anstoß für die seit Monaten unter dem Codewort "Himmel" geführten Ermittlungen gegeben haben. Ungewöhlich hoher Datenverkehr hatte die Aufmerksamkeit des Providers erregt. Nach näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass der gesteigerte Datenfluss durch Zugriffe auf ein Kinderpornoportal entstand.
Derzeit ermitteln die einzelnen Bundesländer mit Hochdruck in dem Fall. Federführend ist das Berliner Landeskriminalamt. In Halle an der Saale vermeldete der dortige Oberstaatsanwalt Peter Vogt laut einem Bericht der Nachrichtensendung "MDR Info" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), das den Beschuldigten das Herunterladen von kinderpornografischem Material auf ihren Computer zur Last gelegt wird. In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit rund 300 Verdächtige, 1700 sind es in Baden-Württemberg. Aus anderen Bundesländern sind noch keine genauen Zahlen gemeldet. Weltweit soll es Verdächtige in 70 Ländern geben.
Internetnutzer machen sich schnell verdächtig
Oberstaatsanwalt Vogt warnt laut "Spiegel Online" davor, dass sich Internetnutzer bei Kinderpornografie sehr schnell strafbar machen könnten. "Schon wenn zielgerichtet mit bestimmten Begriffen nach Kinderpornografie gesucht wird, macht man sich strafbar." Sollte im eigenen Mailordner Mails mit kinderpornografischen Inhalten eingehen, sollte dies den Polizeibehörden mitgeteilt werden. "Schon als Adressat solcher Mails kann man ins Visier der Ermittler geraten", erläutert Vogt.

(Jörg Schamberg)

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