Security

100 Motorola Xoom mit Vorbesitzer-Daten verkauft

Datenpanne bei Motorola: Der Handy-Hersteller war bei rund 100 von 6.200 gebrauchten und für den Wiederverkauf generalüberholten Tablets bei der Datenlöschung nicht gründlich genug. Jetzt möchte Motorola die betroffenen Geräte zurück.

06.02.2012, 11:07 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Für Anwender, die ihre gebrauchten Notebooks, einzelne Festplatten oder Speicherkarten bei eBay & Co. zum Verkauf anbieten, sollte es selbstverständlich sein, zuvor alle Daten sicher zu löschen. Auch Geräte, die – zum Beispiel zur Reparatur im Rahmen der Garantie – an den Hersteller eingeschickt werden, kommen oftmals mit frischem System wieder zurück, da sich viele Anbieter vorbehalten, die Festplatte zu formatieren. Genau das hat Motorola bei der Aufbereitung gebrauchter Tablets im vergangenen Jahr offenbar nicht lückenlos erledigt: Wie der US-Handy-Hersteller jetzt mitteilte, sind etwa 100 runderneuerte Tablet-PCs mit den Daten ihrer Vorbesitzer weiterverkauft worden.

Generalüberholte Tablets bei Woot.com

Bei den betroffenen Geräten handelt es sich um Modelle der Tablet PC-Reihe Motorola Xoom WiFi, die bereits gebraucht und für einen Weiterverkauf wieder aufgearbeitet waren. Insgesamt habe die Charge 6.200 aufpolierte Tablets enthalten, die zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres über Woot.com verkauft wurden. Bei schätzungsweise 100 Exemplaren ist die Generalüberholung sichtlich nicht abgeschlossen werden: Sie enthielten noch persönliche Daten ihrer ursprünglichen Besitzer. Darunter können sich auch Fotos und Dokumente befinden, ebenso Benutzernamen und gespeicherte Passwörter zu Diensten aller Art, falls der ehemalige Besitzer den Tablet-PC nicht auf den Werkszustand zurückgesetzt hat. Motorola habe erst am Freitag davon Kenntnis erlangt. Nicht betroffen seien aufgearbeitete Geräte, die außerhalb der genannten Zeitperiode verkauft wurden.

Um die Löscharbeiten nachzuholen, möchte Motorola die Geräte nun zurück. Kunden, die bei Woot.com ein Xoom WiFi gekauft haben, werden dazu aufgerufen, über die Website motorola.com/xoomreturn oder die Motorola Support-Hotline anhand der Seriennummer prüfen zu lassen, ob ihr Tablet betroffen sein könnte.

Zurücksetzen hätte Kontrollverlust verhindert

Die ehemaligen Besitzer möchte Motorola mit einer zweijährigen Gratis-Mitgliedschaft bei ProtectMyID, einem Service zum Schutz vor Datenmissbrauch, entschädigen. Angesprochen fühlen können sich Nutzer, die ihre gebrauchten Tablets zwischen März und Oktober des vergangenen Jahres bei Händlern wie Amazon.com, Best Buy, BJ’s Wholesale, eBay, Office Max, Radio Shack, Sam’s Club und Staples zurückgegeben haben. Kunden aus Deutschland dürften demnach nicht betroffen sein.

Den ehemaligen Besitzern rät der Handy-Hersteller, ihre Passwörter für E-Mail-Konten und andere Dienste zu ändern. Schlimmstenfalls sind aber bis jetzt bereits vier Monate vergangen, in denen die persönlichen Daten für den neuen Tablet-Besitzer zugänglich waren. Der Fall zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, auf seine Daten aufzupassen und auch selbst dafür zu sorgen, sie vor einem Verkauf zu löschen.

(Saskia Brintrup)

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