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1.300 Verfahren gegen Filesharer

Der Interessenverband der Musikbranche hat neue Zahlen vorgelegt und sieht Erfolge im Kampf gegen Filesharer.

21.07.2005, 14:57 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Die deutsche Musikindustrie sieht Erfolge im weltweiten Vorgehen gegen illegale Musikangebote in Tauschbörsen. Wie der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft mitteilte, sei die Zahl der illegalen Downloads in Deutschland rückgängig, die legalen Musikangebote konnten dagegen stark zulegen.
Weniger Geklautes
Zwar habe die Zahl der illegal in Tauschbörsen angebotenen Songs um drei Prozent auf 900 Millionen zugenommen, der Anstieg von Breitbandanschlüssen sei aber um das Vierfache stärker gewesen. In Deutschland konnten die Phonoverbände eine "deutliche Abnahme" von illegalen Downloads feststellen. Während 2003 noch 600 Millionen Musiktitel meist illegal heruntergeladen wurden, sei die Zahl 2004 auf 382 Millionen gesunken. Der Trend setzte sich auch in diesem Jahr fort.
Seit Beginn des Vorgehens gegen illegale Anbieter von Musikaufnahmen in Tauschbörsen hat die Musikindustrie rund 1.300 Strafverfahren eingeleitet. Im Durchschnitt habe jeder Rechtsverletzer 4.000 Euro Strafe zahlen müssen, in einem Einzelfall seien dies sogar bis zu 15.000 Euro gewesen. Das rechtliche Vorgehen gegen illegale Anbieter sei auch weiterhin ein wichtiger Teil der kontinuierlichen Pirateriebekämpfung der Phonoverbände.
Zudem wären in vielen Tauschbörsen auch kinderpornografische Inhalte zu finden. Bei einer Hausdurchsuchung seien auf dem Rechner eines 16-jährigen Schülers neben Musikaufnahmen auch kinderpornografische Bilder gefunden worden, die dieser offenbar über eine Tauschbörse heruntergeladen hatte. Darüber hinaus werde ebenfalls rechtsradikale Musik über die Filesharing-Netze verbreitet.
Legale Downloads nehmen zu
Nach Angaben des internationalen Verbands der Musikindustrie, IFPI, nehme die Zahl der legalen Musik-Downloads besonders in Europa weiterhin zu. In der ersten Jahreshälfte seien in Deutschland 8 Millionen einzelne Songs heruntergeladen worden. Weltweit gibt es mittlerweile etwa 300 legale Musikshops, davon 190 in europäischen Ländern. Größter Anbieter sei iTunes mit 1,5 Millionen angebotener Songs, dicht gefolgt von Napster mit 1,2 Millionen Liedern.

(Christopher Bach)

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