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1&1- und Strato-Konkurrent GoDaddy plant US-Börsengang

Der weltweit größte Webhoster und Domainregistrar, GoDaddy, ist erst seit April 2014 in Deutschland aktiv. Per Börsengang (IPO) will er jetzt mehrere 100 Millionen Dollar einnehmen. Den europäischen Platzhirschen 1&1 und Strato droht jetzt eine starke Konkurrenz.

13.06.2014, 14:47 Uhr
1&1© 1&1

Der weltweit größte Webhoster und Domainregistrar, GoDaddy, ist in Deutschland noch ein kleiner Fisch. Er ist aber auch erst seit April 2014 in Deutschland aktiv, genauso wie in Österreich und in der Schweiz. Per Börsengang (IPO) könnte GoDaddy einige 100 Millionen Dollar einnehmen und sein internationales Wachstum deutlich beschleunigen. In den USA ist das Unternehmen unangefochtener Platzhirsch, bekannt für billige Domainpreise und skandalträchtige Werbespots beim größten nationalen Sportereignis "Super-Bowl".

Geld für die Portokasse

GoDaddy hat bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) das notwendige S-1-Formular eingerichtet, berichtet WorldCloudNews. Dies ist nach 2006 bereits der zweite Versuch, an einer Börse gelistet zu werden. Damals kamen allerdings private Investoren zum Zug.

GoDaddy hatte Ende März 12 Millionen Kunden weltweit. Davon wurden 1,3 Millionen im Jahr 2013 neu gewonnen. Das Angebot richtet sich vor allem an kleine Unternehmen. 75 Millionen Domains werden von dem Webhoster derzeit verwaltet. Zum Vergleich: 1&1 und Strato verwalten beide weniger als die Hälfte Domains im Kundenauftrag. Laut Geschäftsbericht der 1&1-Mutter United Internet per 31.3.2014 bedient Europas größtes unabhängiges Internet-Unternehmen - allerdings unter Einbeziehung des DSL-Geschäft - weltweit 13,6 Millionen bezahlte Kundenverträge.

Angesichts eines Marktwerts von 1,834 Milliarden Dollar, eines Jahresumsatzes von 1,13 Milliarden Dollar und eines Verlusts von 200 Millionen Dollar im Jahr 2013 sind die im Antrag von GoDaddy genannten 100 Millionen Dollar eher niedrig angesetzt. Dieser Betrag ist allerdings nicht bindend. Aus Quellen von mit dem Unternehmen vertrauten Kreisen war daher bereits zu hören, dass es sich um einen Platzhalter handelt. Es wird damit gerechnet, dass tatsächlich geplant ist, einen wesentlich höhren Betrag durch den Börsengang zu erzielen.

(Peter Giesecke)

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