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1&1: Smartphone-Versicherung für All-Net-Flat Kunden

1&1 aus Montabaur bietet eine Handyversicherung für Diebstahl, Bruch- und Wasserschäden an. Für 4,99 Euro monatlich sind die Kunden nach Angaben des Anbieters versichert. Es lohnt jedoch ein Blick aufs Kleingedruckte.

27.10.2014, 18:31 Uhr
1&1© 1&1

Gerade ein iPhone 6 bekommen, ein HTC One oder Samsung Galaxy – und schon liegt das gute Stück in Scherben, weil es aus der Tasche gefallen, ins Badewasser gerutscht oder dem neuen Hundewelpen zum Opfer gefallen ist. Ärgerlich, aber – passiert. Provider 1&1 bringt dafür eine Versicherung auf den Markt, die das Desaster mildern soll. Für 4,99 Euro im Monat gibt’s 60 Monate lang innerhalb von 24 Stunden ein Neugerät, heißt es auf der 1&1 Internetseite im Bestellmenü. Bedingung: der Versicherte bucht einen 1&1 All-Net-Flat-Tarif mit neuem Smartphone.

Auch Bestandskunden können ihr Handy schützen

Grundsätzlich werden alle bei 1&1 bestellten Smartphones auf Anfrage versichert, jedoch werden im Versicherungsfall 10 Prozent Selbsterhalt fällig. Heißt im Klartext: Ist das neue Sony Xperia Z3 defekt und die Versicherung greift, so erhält der Kunde ein Ersatzgerät, muss aber 10 Prozent des Zeitwertes an die Versicherung abführen. Außerdem sieht die Police eine Selbstbeteiligung vor: Bei Sachschäden werden mindestens 30 Euro berechnet, bei Bedienfehlern und Stürzen sogar mindestens 60 Euro. Realisiert wird der Schutz durch die Axa Versicherungen.

Versichert sind laut Anbieter Displaybruch durch Handy-Sturz, Wassereintritt und Einbruchdiebstahl, aber auch ein technischer Defekt oder ein Bedienfehler. Bestandskunden können die 1&1 Smartphone-Versicherung bis zu 30 Tage nach Versand eines aktuellen bei 1&1 gekauften Smartphones nachträglich telefonisch buchen. Es gibt keine Mindestlaufzeit, die Versicherung kann mit einer Kündigungsfrist von 14 Tagen zum Monatsende beendet werden, so der Provider aus Montabaur.

Jedem sechsten Nutzer ist das Handy schon einmal versehentlich in die Waschmaschine geraten. Ein Fünftel der Befragten musste das Telefon schon einmal aus der Toilette fischen. 12 Prozent haben das Smartphone beim Losfahren auf dem Autodach liegen lassen und bei 5 Prozent hat das Haustier das Smartphone "geknackt". Das geht aus einer Umfrage hervor, die 1&1 beim Analysten YouGov in Auftrag gegeben hatte. Demnach denkt dank der gestiegenen Handy-Preise jeder Sechste über eine Versicherung nach.

Grundsätzlich sollten Smartphone-Besitzer aber überlegen, ob sich eine Police überhaupt lohnt. Angeboten werden sie von diversen Anbietern, sowohl für Vertragshandys (zum Beispiel bei congstar.de) als auch für Smartphones ohne Vertrag (zum Beispiel bei handyschutz24.de ab 1,45 Euro monatlich) Bei vielen Angeboten ist Vorsicht geboten: Lange Laufzeiten, hohe Selbstbeteiligungen und das berühmte "Kleingedruckte" können die Freude über das Versicherungs-Schnäppchen dämpfen.

Versicherung lohnt nicht immer

Zunächst einmal sollten Interessenten den Wert ihres Handschmeichlers grob überschlagen. Wer mit einem herkömmlichen Modell telefoniert, das vielleicht schon einige Monate oder gar Jahre "auf dem Buckel" hat, sollte sich die Versicherung gut überlegen – schließlich greift oft auch die Haftpflicht- oder die Hausratversicherung.

Zudem bieten viele Versicherungen nicht Bargeld als Schadensersatz, sondern lediglich ein Ersatz­gerät, oftmals ein gebrauchtes und nicht einmal dasselbe Modell. Darauf weist die "Stiftung Warentest" hin. Häufig heißt es, der Kunde erhält ein gebrauchtes Gerät oder Geld "nach Wahl des Versicherers". Gibt es dennoch Geld, so sinkt der Zeitwert der Geräte gewaltig: Bereits im zweitem Jahr gibt es nur noch rund 80 Prozent des Neu-Kaufpreises, im dritten Jahr 60 Prozent und so fort. Diebstahlversicherungen greifen oft nur, wenn das Handy "in persönlichem Gewahr­sam" mitgeführt wurde – die Beweislast liegt natürlich beim Versicherungsnehmer.

Heißt im Klartext: Wer sein Smartphone "auch nur kurz­fristig unbe­aufsichtigt" lässt, schaut in die Röhre. Wer also sein Handy im Mantel an der Garderobe lässt oder es Freunden zur Obhut übergibt und dann weiterhin auf Versicherungsschutz hofft, hofft vergebens, so Stiftung Warentest. Einbruch­diebstahl sei bei den meisten Tarifen nur versichert, wenn in einen verschlossenen Raum oder in einen verschlossenen, nicht einsehbaren Kofferraum eines ebenfalls verschlossenen Pkw einge­brochen wurde. Oftmals gilt auch dann der Schutz nur im Tageszeitraum und nicht bei Nacht.

(Dorothee Monreal)

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