Schiedsgutachten

1&1 Drillisch wehrt Preiserhöhung von Telefónica Deutschland ab

Der Mobilfunkanbieter 1&1 Drillisch, der das Mobilfunknetz von Telefónica nutzt, sollte Nachzahlungen von 64 Millionen Euro leisten. Ein Entwurf eines Schiedsgutachtens sieht eine solche Forderung als unberechtigt an.

Jörg Schamberg, 28.05.2020, 09:50 Uhr (Quelle: DPA)
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1&1 Drillisch hat sich gegen Preiserhöhungsforderungen von Telefónica durchgesetzt. Laut dem Entwurf des Gutachtens habe der Schiedsgutachter ein Nachzahlungsansinnen von 64 Millionen Euro in voller Höhe als unberechtigt festgestellt, teilte die United-Internet-Tochter am Mittwochabend in Maintal mit. Telefónica habe Vorleistungspreise des sogenannten MBA-MVNO-Vertrags im Dezember 2018 unter Bezugnahme auf die Frequenzauktion 2015 rückwirkend um rund 64 Millionen erhöht, hieß es weiter zum Hintergrund.

Neuigkeit sorgt für Kurssprung bei Aktien von 1&1 Drillisch

1&1 Drillisch hatte diese Preiserhöhung als unberechtigt zurückgewiesen und nun Recht bekommen. Dementsprechend sei die Preiserhöhung wirkungslos und führe nicht zu Zahlungen von 1&1 Drillisch.

Die Parteien können der Mitteilung zufolge zum Entwurf des Schiedsgutachtens Stellung nehmen. Die Ausfertigung des finalen Schiedsgutachtens werde Mitte des Jahres erwartet. Damit werde das Verfahren beendet und es seien keine von Telefónica angestrengten Gutachterverfahren mehr anhängig.

An der Börse sorgten die Neuigkeiten für einen Kurssprung bei den Papieren von 1&1 Drillisch. Sie legten auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um fast zwei Prozent zu.

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