Eigenes Mobilfunknetz

1&1 Drillisch AG beschließt Teilnahme an 5G-Frequenzauktion

United Internet will sich als vierter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland etablieren und wird über die Tochter 1&1 Drillisch AG an der 5G-Frequenzauktion teilnehmen. Geplant ist der Aufbau eines eigenen 5G-Mobilfunknetzes

1&1 Drillisch AG Logo© 1&1 Drillisch AG

Maintal - Die zu United Internet gehörende 1&1 Drillisch AG wird bei der geplanten 5G-Frequenzauktion mitmischen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, habe der Vorstand von 1&1 Drillisch mit der Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, einen Antrag zur Zulassung bei der Frequenzauktion zu stellen. Der Antrag werde von der Konzerntochter Drillisch Netz AG gestellt. Sollte 1&1 Drillisch erfolgreich Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz ersteigern können, so wolle man ein 5G-Mobilfunknetz aufbauen und betreiben. Damit könnte Deutschland bei 5G wieder einen vierten Mobilfunknetzbetreiber bekommen. Ebenfalls am Donnerstag hatte der Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Deutschland seine Auktionsanmeldung bekanntgegeben. Der Anmeldeschluss für eine Teilnahme an der für das Frühjahr geplanten 5G-Frequenzauktion ist am Freitag, 25. Januar.

Positionierung als vierter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland

Die 1&1 Drillisch Gruppe ziele mit der Teilnahme an der 5G-Frequenzauktion auf eine dauerhafte Positionierung als vierter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland. Das Unternehmen wolle mit dafür sorgen, dass Deutschland zum 5G-Leitmarkt in Europa werden könne. Die Vergabebedingungen und das Marktumfeld seien vor der strategischen Entscheidung intensiv geprüft worden. Für United Internet bedeute der Einstieg in eigenes 5G-Mobilfunknetz ein "neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte".

"Wir haben in den vergangenen Monaten für mehr Wettbewerb und die daraus entstehenden Impulse für einen schnellen 5G-Ausbau in Deutschland geworben. Nun wollen wir die Grundlage schaffen, um als vierter Netzbetreiber im Mobilfunkmarkt dazu beizutragen, dass es Deutschland gelingt, 5G-Leitmarkt zu werden", erklärte United Internet-Chef Ralph Dommermuth. "Nur mit modernen Mobilfunknetzen werden wir die digitale Trendwende schaffen und im internationalen Wettlauf mit anderen Ländern bestehen können", so Dommermuth weiter.

Anmietung fremder Netze soll schrittweise reduziert werden

Derzeit würden die Mobilfunkangebote von 1&1 Drillisch auf der Anmietung fremder Netze basieren. Mit einem eigenen Netz könnten diese Kosten schrittweise reduziert werden. Es würden sich dadurch weitreichende finanzielle Spielräume für Investitionen ergeben. "Wir wollen noch bessere Angebote für unsere Kunden entwickeln und Unternehmen wie Start-ups die Grundlage für das ‚Internet of Things‘ zur Verfügung stellen", so Dommermuth. Über seine Tochterfirma 1&1 Versatel könne United Internet auf ein über 45.000 Kilometer umfassendes Glasfasernetz zurückgreifen.

Auch zum finanziellen Aspekt gab 1&1 Drillisch Details bekannt. Mit einem europäischen Bankenkonsortium seien eigene Kreditlinien in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vereinbart worden. Außerdem gebe es konzerninterne Kreditlinien bei der United Internet AG. Zudem werde eine Reduzierung der Ausschüttungsquote der Dividenden geprüft, um zusätzliche Investitionsmittel für den Ausbau eines eigenen Mobilfunknetzes nutzen zu können.

Jörg Schamberg

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