Viertes Mobilfunknetz in Deutschland

1&1 baut 5G-Netz mit Rakuten als Partner: Cloud-basierte Infrastruktur

Der Startschuss für den Bau des Mobilfunknetzes von 1&1 rückt näher. Los gehen soll es im vierten Quartal. Als Partner und Generalunternehmer wird das japanische Unternehmen Rakuten fungieren, das bereits Erfahrung mit der Technologie OpenRAN hat.

Jörg Schamberg, 04.08.2021, 17:37 Uhr
1&1 Firmensitz MontabaurDie 1&1 AG setzt auf den Partner Rakuten beim Bau des vierten Mobilfunknetzes in Deutschland. (Bild: 1&1-Firmensitz in Montabaur)© 1&1 AG

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setzt beim Aufbau seines 5G-Netzes auf die Hilfe des japanischen Internetunternehmens Rakuten. Am Mittwoch verkündete die 1&1 AG, dass sie mit der Rakuten Group eine langfristige Partnerschaft für den Aufbau des vierten Mobilfunknetzes in Deutschland vereinbart habe. Geplant sei das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis der OpenRAN-Technologie.

OpenRAN: Cloud-basierte, herstellerunabhängige Netzarchitektur

Statt eines herkömmliches propriertäres Netz, das nur von einem einzigen Netzausrüster bereitgestellt werde, wählt 1&1 eine cloud-basierte, herstellerunabhängige Netzarchitektur. Rakuten übernehme die Funktion des Generalunternehmens für die Realisierung des 1&1-Mobilfunknetzes. Rakuten hat Erfahrung mit OpenRAN im Heimatland Japan. Dort errichtete das Unternehmen im April 2020 das weltweit erste kommerzielle vollständig virtualisierte OpenRAN-Mobilfunknetz.

1&1-Netz soll hochautomatisiert laufen

Rakuten sei für die Installation der aktiven Netzausrüstung zuständig und für die Gesamt-Performance des 1&1-Mobilfunknetzes verantwortlich. Der Deal öffnet 1&1 den Zugriff auf die Rakuten Communications Platform mit Zugangs- Kern-, Cloud- und Betriebslösungen sowie auf das Partner-Netzwerk von Rakuten. Dank einer Software von Rakuten soll das 1&1-Netz hochautomatisiert betrieben werden können.

"Mit Rakuten haben wir den weltweit einzigen OpenRAN-Experten an unserer Seite, der wirklich über umfangreiche Praxis-Erfahrung mit dieser neuen Technologie verfügt. Rakuten ergänzt unser Know-How bei Telekommunikationsnetzen, Rechenzentren und Cloud-Anwendungen optimal. Gemeinsam bauen wir ein hoch performantes Mobilfunknetz, das über weitreichende Automatisierung und Agilität verfügt, um das Potenzial von 5G voll auszuschöpfen", so 1&1-Vorstandschef Ralph Dommermuth. "Durch die vollständige Virtualisierung und den Einsatz von Standard-Hardware können wir die besten Produkte flexibel kombinieren. So werden wir zum herstellerunabhängigen Innovationstreiber im deutschen und europäischen Mobilfunkmarkt", so Dommermuth weiter.

1&1 kann flexibel mit verschiedenen Herstellern zusammenarbeiten

Bei der OpenRAN-Lösung werde konsequent zwischen Software und Hardware getrennt. Verschiedenste Software- und Antennen-Hersteller sollen sich beliebig miteinander kombinieren lassen.1&1 sei damit unabhängig von dominierenden Anbietern und könne flexibel mit verschiedenen Herstellern zusammenarbeiten. Die Netzfunktionen würden in der Cloud liegen und per Software gesteuert. Das erspare aufwändige Umrüstungen und Wartungen an den Basisstationen. Stattdessen lassen sich diese per Software-Aktualisierungen durchführen.

1&1 Versatel steuert Glasfaserleitungen und Rechenzentren bei - Netzaufbau startet im vierten Quartal

Für das Kernnetz seien vier zentrale Rechenzentren geplant. Hunderte dezentrale Rechenzentren in ganz Deutschland würden angeschlossen. Per Glasfaser sollen sie mit tausenden Antennenstandorten verbunden werden. 1&1 Versatel stelle die Rechenzentren und Glasfaserleitungen bereit. Der Bau des 1&1-Mobilfunknetzes soll nach Unternehmensangaben im nächsten Quartal starten.

Gegenüber dem "Handelsblatt" äußerte sich Dommermuth zum Zeitplan des Netzaufbaus. Bis 2022 habe sich das Unternehmen gegenüber der Bundesnetzagentur zum Aufbau von mindestens 1.000 Antennenstandorten verpflichtet. "Wir müssen aufholen, was wir verloren haben, aber wir werden den Zeitplan einhalten. Wir haben bereits viele Arbeiten parallel zu den Vertragsverhandlungen laufen lassen, sodass wir nicht bei null beginnen müssen, zum Beispiel beim Ausbau unseres Glasfasernetzes oder bei der Standortakquise", so Dommermuth. Die Auflagen der Bundesnetzagentur werde 1&1 einhalten.

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