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1&1 AudioCenter: Das günstige Internetradio im Test

Mit dem von Sagem hergestellten AudioCenter lassen sich über 13.000 Internetradiosender empfangen. Das günstige Gerät erlaubt den Zugriff auf Media Server und dient als MP3-Player. Wir haben das 1&1 AudioCenter getestet.

09.10.2009, 10:01 Uhr
1&1© 1&1

Das gute alte Radio kommt längst nicht mehr nur per UKW oder FM über den Äther in die heimischen Wohnstuben. Ein Anschluss per Kabel oder Satellit liefert neben dem TV-Empfang auch etliche Radiostationen frei Haus. Doch im Internet lassen sich weltweit zigtausende Radiostationen als Stream empfangen. Ein Internetradio bringt den Sound aus dem Netz auch ohne eingeschalteten PC auf die angeschlossene Hifi- oder Surround-Anlage. Wir haben das Audiocenter getestet, das der DSL-Provider 1&1 seit dem Frühjahr seinen Kunden zu vergünstigten Konditionen anbietet.
Webradio vom Hersteller Sagem
Hinter dem 1&1 Audiocenter verbirgt sich der WebTuner 500 von Sagem. Bis auf das Branding mit dem 1&1-Logo auf dem Gehäuse und auf dem Display beim Starten des Internetradios sind die Geräte identisch. Das 500 Gramm leichte Gerät kommt in einem stylischen, abgerundeten schwarz-glänzenden Kunststoff-Gehäuse mit Abmessungen von 70x150x220 Millimetern daher. Das Gehäuse zeigt sich allerdings sehr empfänglich für Staubablagerungen und Fingerabdrücke. Die Front prägt ein großes LCD-Display mit einer Auflösung von 128x64 Pixel. Auf vier Zeilen erscheinen die Informationen zu Radiosendern und Einstellungsmöglichkeiten gut lesbar in weißer Schrift mit blauer Hintergrundbeleuchtung. Ein Nachteil: Das Display ist schräg nach oben gerichtet. Um ein gutes Ablesen des Displays zu gewährleisten, sollte das AudioCenter daher nicht zu weit oben in einem Regel platziert werden.
Über 13.000 Internetradiosender empfangbar
Auf der Rückseite findet sich der Schalter zum Ein- und Ausschalten. Hier hat Sagem auch den Anschluss für den Netzadapter, einen Stereo-Cinch-Ausgang, eine RJ45-LAN- und eine USB-2.0-Schnittstelle platziert. Über eigene Lautsprecher verfügt das Internetradio nicht, ein Anschluss per mitgeliefertem RSA Cinch-Kabel an externe Boxen ist zwingende Voraussetzung für den Musikgenuss. Ein integrierter Equalizer erlaubt aber eine Anpassung des Klangs mit Voreinstellungen wie Pop, Jazz, Klassik oder Rock. Das AudioCenter bietet mehrere Funktionen unter einem Dach. So dient es zum einen als Abspielgerät für über 13.000 deutsche und internationale Internetradiosender. Jeder Käufer des Webradios erhält gleichzeitig ein kostenloses Abonnement für den Internetradiodienst vTuner.com. Dort lassen sich unter einer übersichtlichen Weboberfläche zusätzliche Radiostationen hinzufügen, Favoritenlisten erstellen und verwalten und direkt auf das AudioCenter übertragen.
Zudem spielt das Gerät Musiktitel ab, die auf dem eigenen Computer gespeichert und über einen UPnP-Server für Multimediadateien freigegeben sind. Über den USB-Zugang erfolgt ein direkter Zugriff auf eine angeschlossene externe Festplatte, einen MP3-Player oder einen USB-Stick. Das AudioCenter unterstützt hierbei die kompatiblen Audio-Formate MP3, WMA und WAV. Das Aufnehmen von Radiosendungen ist nicht möglich. Schließlich lässt sich das Internetradio auch als Wecker und als AccessPoint zur Vergrößerung der WLAN-Reichweite verwenden. Alle Funktionen sind komfortabel mit der im Lieferumfang enthaltenen, übersichtlichen Fernbedienung steuerbar. Im Test musste allerdings ziemlich genau auf das Gerät "gezielt" werden, da die Infrarot-Steuerung sonst den Dienst versagte. Zum Betrieb benötigt wird ein Internetzugang mit einer Bandbreite von mindestens 1.024 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s). Der Anschluss an einen DHCP-kompatiblen DSL-Router kann direkt über den Ethernetport oder über eine WLAN-Schnittstelle nach dem Standard 802.11 b/g erfolgen. Für den Test genutzt wurde eine Fritz!Box WLAN 7270 und alternativ der Netgear WLAN-Routern in der Nähe, die in einer Liste angezeigt werden. Der bei einer verschlüsselten WLAN-Verbindung erforderliche WLAN-Schlüssel lässt sich per Fernbedienung eingeben. Als Verschlüsselung steht WEP oder WPA zur Verfügung, nicht aber das sicherere WPA2. Wird ein Proxy Server genutzt, ist dies ebenfalls anzugeben. Nach Übernahme der gemachten Einstellungen befindet sich das Gerät im WLAN-Modus und nimmt die Verbindung zum Netzwerk auf. Während unseres Tests kam es einmal zu einem Verbindungsproblem: Erst nach erneuter Eingabe des WLAN-Schlüssels, ließ sich die kabellose Verbindung aktivieren.
Per Fernbedienung im Menü navigieren
Das Hauptmenü begrüßt den Nutzer mit einem großen Icon und darunter stehender Funktionsbezeichnung Internet Radio. Per Richtungstasten der Fernbedienung lassen sich daneben auch die Funktionen Media Server, MP3 Player, Wecker und Einstellungen aufrufen. Im Radio-Modus kann der Anwender einen Radiosender über verschiedene Untermenüs entweder aus einer Länderliste, einer nach Musikrichtungen sortierten Genre-Auflistung oder aus bereits erstellten eigenen Favoritenlisten wählen. In der Favoritenliste selbst lassen sich bis zu 500 Lieblingssender speichern.
Alleine 56 Musikrichtungen von Klassik über Rock, Pop, Dance, Jazz bis zu HipHop stehen zur Verfügung. Aufgelistet werden auch Sender, die nur Hörspiele oder Nachrichten anbieten sowie Podcasts. Nach Wahl eines Senders startet der Radiostream nach wenigen Sekunden, die das AudioCenter für die Verbindungsaufnahme benötigt. Im Display angezeigt wird der Name des Senders sowie senderabhängig noch zusätzliche Informationen wie Musiktitel oder Interpret. Das Internetradio merkt sich den zuletzt gespielten Sender und ruft diesen auch nach einem Neustart direkt wieder auf.
Im Menü Internet Radio findet sich auch die vTuner-ID. Diese wird für die erstmalige Registrierung auf diesem Onlineradio-Dienst benötigt. Die Anmeldung muss per Computer im Browser erfolgen.
Optionaler vTuner-Radiodienst
Der vTuner-Dienst ist ein optionales Feature und erleichtert das Suchen nach interessanten Radio-Sendern und das Erstellen und Verwalten eigener Favoritenlisten. Diese selbst erstellten Listen werden im AudioCenter unter dem Menüpunkt Lesezeichen angezeigt.
Im Test funktionierte das Abspielen von MP3-Songs von einem an die USB-Schnittstelle angeschlossenen USB-Stick reibungslos. Alle auf dem Stick befindlichen Ordner werden im Modus MP3 Player angezeigt. Nach Wahl des gewünschten Songs oder Ordners wird der entsprechende Titel abgespielt. Eine Shuffle-Funktion auf der Fernbedienung erlaubt das beliebige Abspielen der in einem Ordner vorhandenen Musiktitel.
Zugriff auf Media Server
Das 1&1 AudioCenter spielt auch Titel ab, die auf einem Computer im Heimnetzwerk gespeichert sind. Als MultimediaServer kommt hier etwa der Windows Media Player 11 von Microsoft oder das Programm Musicmatch Jukebox zum Einsatz. In der Medienbibliothek des Windows Media Players lassen sich Ordner für die Medienwiedergabe freigeben. Auch für das entsprechende Netzwerkgerät - in diesem Fall das Internetradio - muss eine Freigabe erfolgen. Die einzelnen Schritte sind etwas aufwendiger, aber gut in der Bedienungsanleitung des AudioCenters beschrieben. Nach richtiger Konfiguration des Windows Media Players und korrekten Freigabeeinstellungen sollte der Server sich mit dem Internetradio verbinden können. Dazu lässt sich über die Fernbedienung der Menüpunkt Media Server aufrufen. Die freigegebenen Ordner stehen dann auch auf dem AudioCenter zur Nutzung zur Verfügung.
Wecken per Internetradio
Das Webradio fungiert schließlich noch als einfacher Wecker. Dazu lässt sich als "Lärmquelle" per Fernbedienung entweder ein Internetsender, der Media Server, ein MP3-Song oder ein Summton auswählen und die entsprechende Weckzeit inklusive Sleepmodus einstellen. Bei MP3-Songs funktionierte dies auch auf Anhieb, bei Wahl eines Radiosenders startete das Gerät zwar rechtzeitig aus dem Stand-by-Betrieb, doch der Stream des gewünschten Senders war offenbar gerade überlastet, die Weckfunktion versagte. Nach erneutem Versuch mit der Wahl eines anderen Senders funktionierte der Wecker. Bei wichtigen Terminen sollte der Nutzer also eher nicht auf die Stabilität von Internetradiostreams vertrauen.
Wer die WLAN-Reichweite seines Netzwerkes erweitern möchte, kann das Internetradio auch als Accesspoint konfigurieren. Dazu muss der Web Tuner allerdings direkt per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden sein. Die Einrichtung wird in den erweiterten Einstellungen des AudioCenter-Hauptmenüs mit Angabe von IP, SSID, Kanalnummer und Verschlüsselungsnummer des Accesspoints vorgenommen. Ein Update der Firmware des AudioCenters erfolgt nicht automatisch, sondern wird manuell durch den Benutzer durchgeführt. Auf den Internetseiten von 1&1 oder Sagem lässt sich die neueste Firmware-Datei auf einen USB-Stick herunterladen und auf das Internetradio übertragen.
1&1 AudioCenter ab 49,99 Euro
Das 1&1 AudioCenter ist für Neukunden der 1&1 DSL-HomeNet-Pakete zum Preis von 49,99 Euro zuzüglich 9,60 Euro Versandkosten erhältlich. Als Sagem Web Tuner 500 ist das Gerät bei Online-Anbietern zu Preisen ab knapp 80 Euro bestellbar. Im Lieferumfang des AudioCenters sind ein Netzstromadapter, eine Fernbedienung inklusive Batterien, ein RCA Cinch-Kabel sowie die Bedienungsanleitung enthalten.
Fazit: Günstiges, leicht bedienbares Internetradio
Wer ein preiswertes Internetradio sucht, dass Radiostreams aus dem Internet ohne großen Aufwand auf die heimische Hifi-Anlage bringt, für den ist der Sagem Web Tuner 500, der von 1&1 als AudioCenter vermarktet wird, eine gute Wahl. Die Bedienung per Fernbedienung erwies sich als komfortabel und intuitiv. Über die reine Funktion als Internetradio hinaus dient das AudioCenter auch als Media Server und MP3-Player und weckt den Anwender auf Wunsch auch mit Musik.

(Jörg Schamberg)

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