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01805er-Dialer: Alte Abzocke mit neuen Nummern

02.06.2003, 17:18 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Kosten von bislang unbekannter Höhe. Ein mieser Trick. Und die eher unbekannte 01805 statt der berüchtigten 0190 - die Dialer-Mafia legt nach, versucht mit immer neuen Nummern und Methoden, den Surfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. dialerschutz.de brachte jetzt die neuste Masche an den Tag...
Ein Besucher machte dialerschutz.de auf www.echter-sex.com aufmerksam: eine auf den ersten Blick ganz gewöhnliche Partnerbörse. "Tatsächlich", so dialerschutz.de-Chef Sascha Borowski, "hat es die Seite in sich. Denn beim Verlassen öffnet sich ein bilschirmumfassendes Exit-Popup, das darauf abzielt, vor allem unerfahrene Internet-Surfer in die Irre zu führen."
Ein "Media-Update" soll man downloaden, um fortfahren zu können. Schließen, so Borowski, lässt sich das Fenster so einfach nicht: "Bei unserem Test mussten wir gut 20x die Tastenkombination Alt+F4 bemühen, ehe wir das Popup entfernen konnten. Wer sich in die Irre führen lässt und das Media-Update herunterlädt, erlebt eine böse und teure Überraschung..."
Das Media-Update stellt sich im Nachhinein als fieser Web-Dialer heraus, der's in sich hat: 49,95 Euro werden schon bei der ersten Einwahl über eine 0190er Nummer fällig. Für jede weitere Minute kommt jeweils nochmal ein Euro drauf. Die 0190er Nummer? - Sie ist der IN-telegence zugeteilt, einem Provider, der schon des öfteren mit Spam in Verbindung gebracht wurde. Borowski geht davon aus, dass auch diese Nummer "wie üblich weitervermietet ist". Ebenso hat die Redaktion herausgefunden: Die Webseiten sind zwar in Deutschland gehosted, doch schließt der Kunde durch die Einwahl den "Vertrag" mit einer "dubiosen "Vesta International Limited", erreichbar lediglich über eine Postadresse in Nassau, Bahamas.
Aber auch die Arbeitsweise des Dialers haben die Macher von dialerschutz.de genauer untersucht: Kann er sich über eine bestimmte 0190er Nummer nicht einwählen - weil diese etwa gesperrt ist - greift er sofort auf eine weitere zurück. Sechs Nummern wählte der Dialer im Test hintereinander an. Als er bei keiner mehr durchkam, griff das Programm auf eine 01805er-Nummer zurück. Damit, so dialerschutz.de wird er "zum ersten bekannten Einwählprogramm, das auch diese Rufnummerngasse mißbraucht."
dialerschutz.de will nun RegTP und die Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste über den Vorfall informieren. Für den Nutzer reicht, nach Ansicht der Redaktion, ein Schutz vor 0190 und 0900er Nummern allein nicht mehr aus. Immer mehr Webdialer nutzen inzwischen Nummerngassen wie 01908, 01900, 0192, 0193 - und wie seit heute bekannt sogar die 01805.

(Alex Leinhos)

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