Virtual Reality

Im Vergleich: Welche VR-Brille ist die Richtige für mich?

VR-Brillen sind mittlerweile ein großes Thema. Von High-End-Varianten bis zum günstigen Aufsatz für das Smartphone reicht die Produktpalette. Die Vor- und Nachteile klärt unser Ratgeber.

HTC Vive© HTC

Virtual Reality ist nach anfänglicher Skepsis zu einer festen Größe im Bereich der digitalen Unterhaltung geworden. Spätestens seit dem Einstieg von Sony mit seiner Playstation VR-Brille ist die virtuelle Realität auch im Massenmarkt angekommen. Aber auch die Internetriesen Facebook und Google mischen mit. Darüber hinaus stehen mit HTC und Samsung auch zwei große Hardware-Hersteller mit im VR-Ring. Welche VR-Brille sich für wen eignet, klärt unser Ratgeber.

Facebooks Oculus Rift: Der Pionier

Die Rift des Herstellers Oculus hat das lang für tot geglaubte Thema Virtual Reality wieder aus der Versenkung geholt. Facebook erkannte schnell das Potential und übernahm 2014 für die gigantische Summe von 2 Milliarden Dollar kurzerhand Oculus. Als erste VR-Brille profitieren Rift-Nutzer von einer großen Software-Auswahl. Aufgrund der hohen Verbreitung steht die Rift bei vielen PC-Entwicklern im Fokus.

Facebook plant für Oculus Rift auch den Einsatz als Hilfsmittel für mehr Kommunikation und Interaktion mit Hilfe von Avataren innerhalb des soziales Netzwerks. Die Rift bietet seit dem Erscheinen der 3D-Touch-Controller auch Room-Scaling, also das freie Bewegen im Raum, an. Für die Rift werden derzeit 599 Euro fällig, zwei Controller kosten 120 Euro. Für Room-Scaling für einen Spielbereich bis zu 2,25 Quadratmetern sind zwei weitere Sensoren notwendig (je 70 Euro). Mit einem weiteren Sensor lässt sich die Fläche auf bis zu circa 6,25  Quadratmeter vergrößern.Die Rift setzt zum Betrieb einen leistungsstarken Rechner mit einer Nvidia GTX 970 oder AMD 290, einem Intel i5-4590 Prozessor (oder gleichwertig) und 8 GB RAM voraus.

HTC Vive bietet das beste Room-Scaling

Im Gegensatz zu der VR-Brille Rift, bot die HTC Vive von Beginn an Room-Scaling. HTC Vive verwendet zum Tracking zwei sogenannte "Lighthouse-Boxen" und liefert mit bis zu 16 Quadratmetern einen deutlich größeren Spielbereich als die Konkurrenz von Facebook.

Ein weiterer großer Vorteil der HTC Vive ist die enge Kooperation mit der Spieleplattform Steam. Darüber stehen mittlerweile zahlreiche Spiele und Anwendungen zur Verfügung, die sich über die Plattform bequem beziehen lassen. Das hat einen Grund: Viele Entwickler haben von Anfang an auf die Vive aufgrund der Room-Scaling-Funktion gesetzt, dementsprechend groß ist das Angebot an angepasster Software. Das Komplettpaket der HTC Vive schlägt mit 899 Euro inklusive zwei Controllern und zwei Lighthouse-Boxen zu Buche. Die HTC Vive ist leistungshungriger als Oculus Rift: Ein Intel Core i5-4590 oder AMD FX 8350 sowie eine Nvidia Geforce GTX 1060 oder AMD Radeon RX 480 sollten im System stecken.

Sony mit Playstation VR - guter Kompromiss

Der japanische Traditionskonzern Sony hat seiner Playstation 4 ebenfalls eine VR-Brille (400 Euro) spendiert und mit dem Release von Capcoms Resident Evil 7 (VR) einen fulminanten Start hingelegt. Technisch schwächer als die Konkurrenz bietet Playstation VR dennoch ein sehr gute VR-Erfahrung – wenn man nicht auf Room-Scaling besteht. Die VR-Brille ist mit jeder Playstation 4 kompatibel. Vor allem die großen Spieleentwickler sehen großes Potential – mit weiterem hochklassigen Spielenachschub darf also gerechnet werden.

Google Daydream und Samsung Gear zum Einstieg

Eine weitere Möglichkeit, um VR zu erleben ist ein Smartphone aus der Oberklasse, wie das Google Pixel oder das Samsung Galaxy S7 oder S8. Nach der Lösung Cardboard für Bastler hat der Konzern mit Daydream eine eigene VR-Brille samt gleichnamiger Software-Plattform ins Leben gerufen, die zahlreiche Anwendungen bietet. Mit Controller kostet Daydream 69 Euro. Für die Samsung Gear VR werden mit Controller 129 Euro fällig. Hier stehen dank einer Kooperation mit Oculus rund 600 Titel bereit.

Fazit

Rift und Vive für Enthusiasten

Der große Vorzug von der Rift ist die massive Unterstützung durch den Mega-Konzern Facebook. Dass die VR-Brille von Oculus bald in der Versenkung verschwindet, ist nahezu ausgeschlossen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg setzt vor allem auf die soziale Komponente im Netz, die durch Virtual Reality auf eine neue Ebene gelangen soll. Natürlich ist die Rift dadurch auch für zahlreiche Entwickler interessant - ein Mangel an Anwendungen und Games ist also nicht zu befürchten.

Wer vor allem Wert darauf legt, sich frei im virtuellen Raum mittels Room-Scaling bewegen zu können, sollte zur HTC Vive greifen. Darüber hinaus wird durch die Zusammenarbeit mit Steam auch weiterhin Software-Nachschub bereit stehen. Ein weiterer Vorsprung gegenüber den Mitwerbern: Das zusätzlich erhältliche Wireless-Kit erlaubt auch den Betrieb ohne Kabel. Mit dem Vive Tracker können in Zukunft zudem auch Gegenstände und andere Körperteile in die virtuelle Realität übertragen werden.

Eine klare Empfehlung für den "Normalnutzer" für die Oculus Rift oder HTC Vive zu geben, fällt derzeit noch etwas schwer. Zu teuer ist die Anschaffung und auch der entsprechende Aufwand, was die Installation betrifft, ist mit Sicherheit nicht für jeden etwas. Zudem sollten unserer Erfahrung nach mindestens 9 Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen.

Playstation VR mit guten Aussichten

Besitzer einer Playstation 4 können durchaus einen VR-Blick riskieren, auch in Zukunft wird Sonys VR-Brille mit hochklassigen Titel versorgt werden. Auch die einfache Handhabung des Systems ist für VR-Einsteiger ein Kaufgrund. Room-Scaling ist hier aber bislang nicht Aussicht.

Daydream und Gear VR für zwischendurch

Ein passendes Smartphone vorausgesetzt, liefern Daydream und Gear VR den günstigsten Einblick in die VR-Welt. Wer neugierig ist, aber den kostspieligen Kauf einer HTC Vive oder Oculus Rift scheut und keine Playstation 4 zu Hause hat, sollte auf diese Systeme zurückgreifen.

Marcel Petritz

Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang