Video und Musik per Internet

Streaming: 10 Tipps für Einsteiger

Immer häufiger werden Filme, Serien und Musik per Internet auf den heimischen Fernseher, Smartphone, Tablet & Co. gestreamt. Unsere Tipps zeigen Einsteigern, was beim Streaming beachtet werden sollte.

Filmstream© Jens Kreuter / unsplash.com

Streaming liegt im Trend: Statt des Downloads setzt sich immer mehr das Streamen von Inhalten wie Filmen, Serien und Musik durch. Die Daten werden nur temporär auf PC und mobile Geräte wie Smartphone und Tablet geladen, aber nicht dauerhaft auf diesen gespeichert. Anbieter wie Amazon, Netflix, maxdome, Spotify & Co. mischen auf dem boomenden Markt mit. Doch beim Streaming gibt es einiges zu beachten. Wir geben einige grundlegende Tipps.

1. Streaming: So schnell sollte der Internetzugang sein

VideostreamingJe höher die Auflösung des Streams, umso schneller muss der Internetanschluss sein.© daviles / Fotolia.com

Mit einem klassischen DSL-Anschluss mit einer Download-Bandbreite von 16 Mbit/s ist man für die Nutzung der meisten Streaming-Dienste gerüstet. Inhalte in SD-Qualität lassen sich je nach Dienst mit Mindestbandbreiten zwischen 0,5 Mbit/s (Netflix) und 4 Mbit/s (Zattoo) nutzen. Bei Filmen und Serien in HD-Qualität sollten es dann schon zwischen 3,5 Mbit/s (Amazon Prime Video) und 8 Mbit/s (Magine TV) sein.

Inhalte in Ultra-HD-Qualität (4K) finden sich erst bei wenigen Anbietern. Für 4K-Content ist ein VDSL-Anschluss erforderlich. Amazon nennt 15 Mbit/s als Mindestvoraussetzung, Netflix sogar 25 Mbit/s. Familien sollten gleich zu einem Tarif mit mehr Bandbreite greifen, wenn mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig auf das Internet zugreifen wollen. Bei zu wenig Surfgeschwindigkeit könnte der Stream ansonsten ruckeln.

2. App des Anbieters nutzen

Inhalte lassen sich sowohl direkt im Browser oder über die App des Streaming-Dienstes auf Smartphones, Tablets oder dem heimischen Fernseher anschauen. Vorteil der in den App Stores kostenlos erhältlichen Apps: Diese sind für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimiert und bieten eine komfortablere Bedienung. Die Apps gibt es meist für die Betriebssysteme iOS und Android, teils auch für Windows.

3. Streamen per WLAN statt Mobilfunk

WLANBeim Streaming möglichst WLAN-Verbindungen nutzen.© georgejmclittle / Fotolia.com

Beim Streaming fallen große Datenmengen an, besonders wenn etwa Videos in HD-Qualität oder gar in 4K übertragen werden. Das Streamen von Filmen und Serien über Video-Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video & Co. verursacht je nach genutzter Auflösung einen Datenverbrauch von 5 bis 116 Megabyte pro Minute. Daher sollten solche Inhalte möglichst nur per WLAN-Verbindung genutzt werden. Ansonsten ist das monatlich im Mobilfunktarif enthaltene mobile Datenvolumen schnell aufgebraucht.

4. Offline-Modus verwenden

Wer unterwegs auf Smartphone, Tablet oder Notebook Streaming-Inhalte nutzen möchte, sollte schauen, ob der jeweilige Dienst einen Offline-Modus anbietet. Videos und Musik lassen sich per WLAN-Verbindung herunterladen und zur späteren Nutzung ohne Internetverbindung auf dem Gerät speichern. Teilweise stehen für die Offline-Nutzung aus lizenzrechtlichen Gründen nur ausgewählte Inhalte zur Verfügung.

5. Inhalte per Sprachsuche finden

Bei tausenden Video-Inhalten, im Falle von Musik-Streaming-Diensten sogar bis zu rund 40 Millionen Titeln, fällt der Überblick über das Angebot der Streaming-Dienste nicht leicht. Hilfreich sind da Suchfunktionen. Wird als Streaming-Hardware Amazons Streaming-Box Fire TV genutzt, so kann man sich per digitaler Assistentin Alexa mittels Sprachsuche komfortabel den Wunschtitel anzeigen lassen. Dank Firmware-Update ist Alexa seit April 2017 auch auf älteren Fire TV Geräten verfügbar.

6. Streaming-Dienste kostenlos testen

Wer sich nicht sicher ist, ob es nun Amazon, Netflix, maxdome oder aber andere Streaming-Dienste sein sollen: Die meisten Anbieter gewähren in der Regel einen Gratismonat, in dem das Angebot getestet werden kann. Der TV-Streaming-Anbieter Zattoo sowie der Musik-Streaming-Dienst Spotify bieten zudem auch kostenlose, werbefinanzierte Basisangebote an. Wer alle Premium-Features eines Streaming-Anbieters nutzen möchte, zahlt je nach Dienst rund 7 bis 10 Euro pro Monat.

7. Familien-Account und Angebote für Studenten: Streaming günstiger nutzen

Immer häufiger finden sich spezielle Streaming-Angebote für die ganze Familie. Das reguläre Streaming-Paket steht dabei zu einem reduzierten Preis meist bis zu sechs Familienmitgliedern offen. So kosten Amazon Music Unlimited, Spotify und Google Play Music als Familien-Account beispielsweise jeweils 14,99 Euro pro Monat, der Account für einen Nutzer schlägt bei allen drei Diensten regulär jeweils mit 9,99 Euro monatlich zu Buche. Studenten sollten nach entsprechenden Studentenrabatten Ausschau halten: Das Premium-Paket von Spotify ist für diese zum Beispiel für 4,99 Euro im Monat nutzbar.

8. Streaming-Hardware bringt Inhalte auf den Fernseher

Amazon Fire TV UIAmazons Fire TV Box streamt Inhalte auf den Fernseher.© Amazon.com, Inc.

Die Reichweite der Streaming-Dienste nimmt stetig zu, da sich die Angebote auf einer wachsenden Zahl von Geräten nutzen lassen. Video-Streaming-Dienste lassen sich per Browser auf PC und Mac sowie auf Notebooks nutzen. Dank entsprechender Apps sind Amazon, maxdome & Co. nicht nur auf Smartphones und Tablets sondern teils auch auf Smart-TVs und Spielkonsolen verfügbar. Unterstützt der eigene Fernseher solche Apps nicht, so lässt sich das TV-Gerät mit Streaming-Hardware wie Amazon Fire TV, Apple TV oder Google Chromecast fit fürs Streaming machen.

9. Übertragungsqualität teils abhängig von gewähltem Abo

Bereits bei Buchung eines Streaming-Angebots muss man sich bei manchen Anbietern darüber im Klaren sein, in welcher Qualität man die Inhalte schauen möchte. Netflix bietet dazu beispielsweise drei Pakete an. Die günstigste Variante erlaubt die Nutzung des Dienstes auf einem Gerät in SD-Qualität. Das mittlere Paket ermöglicht dagegen die gleichzeitige Nutzung von Inhalten auf zwei Geräten sowie den Abruf von Inhalten in HD-Qualität. Wer bereits einen Ultra-HD-Fernseher nutzt und auf 4K-Inhalte bei Netflix zugreifen möchte, muss das teuerste Paket wählen. Videos lassen sich dann aber auch auf vier Geräten gleichzeitig schauen und zur Offline-Nutzung herunterladen.

10. Mögliche Fehler bei ruckelndem Stream

Internet-StörungNicht immer verläuft das Streaming störungsfrei - die Ursachen für Probleme können vielfältig sein.© Ana Blazic Pavlovic / Fotolia.com

Hängen Video-Streams oder ruckeln, so hilft nach einer Überprüfung der Internetverbindung manchmal ein Neustart des Videos, der Streaming-Hardware oder des verwendeten Geräts wie Smartphone oder Tablet. Nutzer sollten möglichst die aktuellste Version der App des Anbieters einsetzen, da ältere Versionen fehlerhaft sein können. Auch die Firmware für Fire TV & Co. sollte immer auf dem neuesten Stand sein - vielfach erfolgt das Update aber automatisch. Eventuell können auch Störungen im WLAN-Netz die Streaming-Qualität beeinträchtigen.

Werden Inhalte auf einem PC wiedergegeben, so kann teils auch der Wechsel auf einen anderen Browser Abhilfe schaffen. Nach Angaben von Google können YouTube-Videos bei Internetverbindungen unter 3 Mbit/s möglicherweise langsam geladen werden oder die Wiedergabe sogar stocken. Dienste wie Netflix speichern Inhalte zunächst in einen Puffer und starten dann erst das Video. Bei der Übertragung von 4K-Videos muss in den Wiedergabe-Einstellungen des eigenen Netflix-Kontos die Option "Automatisch" oder "Hoch" ausgewählt sein, damit Ultra-HD-Videos abgespielt werden können.

Details rund um Streaming-Dienste und benötigte Hardware haben wir in unserem Streaming-Bereich zusammengestellt.

Jörg Schamberg

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