Beleuchtung, Heizung & Co.

Smart Home: Das vernetzte Zuhause intelligent steuern

"Smart Home" liegt im Trend und bietet vielfältige Möglichkeiten wie die Steuerung von Heizung und Beleuchtung aus der Ferne. Angeschlossene Geräte lassen sich automatisch schalten. Wir stellen ausgewählte "Smart Home"-Systeme vor.

Smart Home© Artur Marciniec / Fotolia.com

Viele Arbeiten im eigenen Zuhause lassen sich dank "Smart Home" automatisieren. Das vernetzte Zuhause bietet nicht nur die komfortable Steuerung vieler Geräte im Haushalt an, sondern hilft auch beim Energiesparen durch eine effiziente Schaltung von Licht und Heizung. Auch für Sicherheit und Schutz der Wohnung bieten sich durch Nutzung von "Smart Home" ganz neue Einsatzmöglichkeiten inklusive Zugriff aus der Ferne per Internet an. Wir geben einen Überblick über ausgewählte Systeme für die intelligente Heimvernetzung und die anfallenden Kosten.

Heizung, Beleuchtung & Co. zentral steuern

"Smart Home"-Systeme gibt es inzwischen in vielfältigen Varianten, als Einzel- oder Komplettsysteme für alle möglichen Einsatzbereiche. "Hab ich das Bügeleisen auch ausgeschaltet?". Wer "Smart Home" nutzt, muss sich darüber auch unterwegs keine Gedanken mehr machen. An intelligente Steckdosen angeschlossene Geräte lassen sich nach Wunsch ein- und ausschalten. Bei Bedarf und entsprechender Konfiguration des Systems ist dies auch aus der Ferne möglich – etwa über eine Smartphone-App.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich die Steuerung von Beleuchtung und Heizung. So lassen sich etwa die Schaltzeiten je nach System für jeden Wochentag und jeden Raum individuell festlegen. Während der Abwesenheit der Bewohner fährt das "Smart Home"-System die Heizung herunter und schaltet Lampen aus. Allerdings muss die Beleuchtung die Vernetzung auch unterstützen. Bekannt sind unter anderem etwa die Lampen von Philips Hue oder die Lightify-Produkte von Osram. Die Leuchtmittel sind deutlich teurer als reguläre Lampen, lassen sich dafür aber steuern.

Energiekosten sparen und Sicherheit verbessern

Vom Büro aus lässt sich die Heizung kurz vor Feierabend auch "manuell" per Smartphone oder einer entsprechenden Benutzeroberfläche am PC wieder hochfahren, so dass nach der Ankunft zuhause die Wohnung bereits angenehm geheizt ist. Adapter melden der Steuerzentrale geöffnete Fenster und passen die Heizleistung automatisch an. Bei optimaler Konfiguration der Heizung soll sich nach Angaben von Experten durch das vernetzte Zuhause fast ein Drittel an Energie einsparen lassen. Die einzelnen Heizungen müssen mit einer Basisstation vernetzt werden, erforderlich sind also für jede Heizung entsprechende "Smart Home"-Thermostate.

Auch die automatische Steuerung von Rollläden und Jalousien ist möglich. Der Bequemlichkeit sind mit "Smart Home" kaum noch technische Grenzen gesetzt. Verfeinern lassen sich die Systeme zudem durch Bewegungs- und Sprachsensoren. Diese kommen auch zum Einsatz, wenn es um die Sicherheit im Haushalt geht. So lässt sich mit Hilfe von "Smart Home" auch der Schutz vor Einbrechern verbessern. Intelligente Rauchmelder schließlich melden Gefahr durch Rauchentwickung direkt auf Smartphone oder andere vernetzte Geräte.

Verwaltung per App, Router oder Amazon Echo

Smart HomeDas Smartphone wird per App unterwegs zur "Smart Home"-Zentrale.© AA+W / Fotolia.com
AVM Fritz!Box 7490 Fritz!Box 7580"Smart Home" per Fritz!Box-Benutzeroberfläche verwalten.© AVM Computersysteme Vertriebs GmbH
Amazon EchoAmazons Lautsprecher Echo erlaubt die Steuerung von Smart Home per Sprachbefehl.© Amazon.com, Inc.

Die Einrichtung der "Smart Home"-Geräte und die Einbindung in das Heimnetz ist meist schnell erledigt. Vielfach ist dies über eine App oder eine Benutzeroberfläche im Browser auf einem PC möglich. Selbst WLAN-Router fungieren inzwischen als "Smart Home"-Zentrale. Viele Fritz!Box-Router von AVM bieten mit aktueller Fritz!OS-Firmware inzwischen die Unterstützung von Smart Home inklusive Einrichtung von Schaltzeiten.

Alternativ zur Bedienung per App oder Router-Benutzeroberfläche ist auch die Steuerung per Sprache auf dem Vormarsch. Hier erobert insbesondere der vernetzte Lautsprecher Amazon Echo den Markt und bietet vielfältige Möglichkeiten für Smart Home. Mit Hilfe der integrierten digitalen Assistentin Alexa und den Skills genannten Anwendungen lassen sich Beleuchtung, Heizung und mehr per Sprachbefehl steuern.

Ausgewählte "Smart Home"-Systeme und Kosten

Die Vielfalt der "Smart Home"-Lösungen nimmt stetig zu. Die schlauen Produkte erfreuen sich einer wachsenden Nachfrage bei Verbrauchern. Sowohl Energieversorger als auch Provider halten "Smart Home"-Systeme bereit. In der Regel handelt es sich dabei um Nachrüst-Systeme, die sich problemlos zuhause einbinden lassen. Wer den Bau eines neuen Hauses plant, sollte "Smart Home" bereits in der Planung berücksichtigen und die erforderliche Technik und Verkabelung integrieren.

    Magenta Smarthome Alarm Die Telekom bietet diverse "Smart Home"-Produkte an.© Telekom Deutschland GmbH
  • Die Deutsche Telekom bietet Einsteigern in die vernetzte Welt unter anderem ein "Starter Paket" zum Schutz der Wohnung an. Dieses beinhaltet eine Basisstation mit integriertem WLAN als "Smart Home"-Zentrale sowie zwei Tür- und Fensterkontakte. Im Alarmfall werden Nutzer mittels Meldung auf das Smartphone benachrichtigt. Die Steuerung erfolgt über die eigene "Magenta SmartHome App". Das Angebot der Telekom lässt sich durch weitere Geräte erweitern, etwa mit HomeMatic IP-Geräten wie Thermostaten und Rauchmeldern. Das "Starter Paket" schlägt mit einmalig 149,99 Euro inklusive 24 Monaten Nutzung zu Buche. Alternativ gibt es das "Smart Home"-Bundle auch für 9,95 Euro im Monat und Einmalzahlung von 29,99 Euro (Stand: Mai 2017). Im Rahmen von Aktionen kann der monatlich Betrag auch günstiger sein. Kunden binden sich 24 Monate lang an die Telekom.
  • Mehrere "Smart Home"-Starterpakete für Energie, Heizung, Rauchmelder und Sicherheit hält auch innogy, eine Tochtergesellschaft des Energieversorgers RWE, bereit. Mit einem Tastendruck am Wandsender lassen sich beispielsweise verbundene Energiequellen ausschalten. Bei Einbruch oder Rauchentwicklung werden Nutzer per SMS, E-Mail oder Push-Nachricht gewarnt. Die Verwaltung erfolgt unterwegs über die "innogy SmartHome"-App. Starterpakete von innogy kosten einmalig zwischen 135 Euro und 249 Euro (Stand: Mai 2017). Der Zugriff auf das "Smart Home"-System per WLAN ist dauerhaft kostenfrei, die mobile Nutzung lediglich für 24 Monaten. Danach berechnet der Anbieter 14,95 Euro pro Jahr.
  • Der Telekommunikationsanbieter mobilcom-debitel.de wartet ebenfalls mit Lösungen für das vernetzte Zuhause auf. Erhältlich sind zum Beispiel Komplettpakete für Heizungssteuerung, Sicherheit sowie eine WLAN-IP-Kamera, die auch von unterwegs aus einen Blick in die eigenen vier Wände ermöglicht. Diese lässt sich beispielsweise mit dem "Smart Home"-Tarif Smartfrog nutzen, der 5,95 Euro monatlich kostet. Das Sicherheitspaket gibt es für einmalig 99 Euro sowie 19,99 Euro pro Monat (Stand: Mai 2017). Das System lässt sich optional um weitere Komponenten erweitern.

Kosten und Nutzen von "Smart Home" abwägen

Neben den nicht unerheblichen Einmalkosten für die Anschaffung der erforderlichen Geräte sollten Verbraucher bei der Wahl eines Systems auch die monatlichen Kosten für die mobile Nutzung der "Smart Home"-Dienste bedenken. Vor einem Kauf sollte abgewogen werden, ob die Ersparnis höher als die Kosten liegen. Denn "Smart Home" macht nicht nur die eigenen Wände komfortabel, sondern wird auch von immer mehr Anbietern als lukratives Geschäftsfeld angesehen.

Jörg Schamberg

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