Daten sichern

Alle Daten auf allen Geräten – so funktioniert das Synchronisieren

PC, Tablet, Handy: In den meisten Haushalten finden sich gleich mehrere Geräte, auf denen Fotos und andere Dokumente gespeichert werden. Wie man die Daten von dem einen auf das andere Gerät bekommt, die Geräte folglich synchronisieren kann, darüber gibt es hier einen Überblick.

Synchronisieren© violetkaipa / Fotolia.com

Die Tage, in denen man stolz war einen eigenen Computer zu besitzen, sind lange vorbei. Heute hat man mindestens zwei – PC und Smartphone – oft aber noch viel mehr Geräte. Damit tauchen automatisch neue Probleme auf: Daten liegen nur auf einem der Geräte, Kontakte sind nicht von überall erreichbar und wenn man Bekannten gerade den letzten Schnappschuss auf dem Tablet zeigen will, ist dieser nur auf dem Smartphone. Automatisches Synchronisieren kann hierbei Abhilfe schaffen und wir erklären Ihnen, was Sie dabei beachten müssen.

Gerätedschungel – wo war nochmal das Bild mit…?

Gehen wir einfach mal von einem vier Personen Haushalt aus: Mindestens drei PC, vier Smartphones und eventuell ein Tablet kann man als Durchschnitt ansetzen. Dazu kommen dann noch mehr extravagante Geräte, wie ein SmartTV, eine halbwegs moderne Kamera mit Wifi und ein Auto mit eigenem Kontaktbuch. Und nun, alle Daten nur auf einem Gerät? Unpraktisch.

Dabei ist es nicht damit getan, einfach alles zu synchronisieren. So muss der Nachwuchs keinen Zugang zum Arbeitsadressbuch der Eltern haben. Auf den SmartTV möchte man eigentlich nur Bilder und Videos übertragen. Insgesamt ergibt sich so ein komplexes Netz aus Abhängigkeiten und man muss sich als erstes gut überlegen, auf welches Gerät welche Daten synchronisiert werden sollen. Nutzt man dann noch verschiedene Gerätefamilien (e.g. iOS, Android und Windows bunt gemischt) wird es schnell schwer, eine Lösung für alles zu finden und man muss eventuell mehrere Dienste kombinieren.

PC, Handy, Tablet: Was und wie synchronisieren?

Bevor man sich auf die Suche nach einer Lösung zum Synchronisieren macht, sollte man sich überlegen, was man von dieser eigentlich erwartet. Dabei muss man unterscheiden, ob es sich um eine einfache Synchronisation zwischen Geräten handelt, oder ob die Daten auch auf Cloud-Servern des Anbieters landen. Letzteres hat den Vorteil, automatisch als zusätzliches Backup zu fungieren, wobei man sich auch bewusst sein muss, dass der Anbieter damit Zugriff auf die Daten bekommt und diese in den meisten Fällen für Werbung oder Persönlichkeitsprofile nutzen kann. Abhilfe kann ein verschlüsseltes Backup schaffen, wobei man dieses meist zusätzlich zum Service des Cloud-Anbieters einrichten muss.

Eine Synchronisation von PC oder Smartphone ohne zentralen Server ist meist nicht so komfortabel wie die Cloud-Möglichkeit, behält jedoch sämtliche Daten im Heimnetz, ohne dass private Daten bei einem Internetriesen landen. Es existieren sogar Zwischenlösungen, bei denen eine Online-Synchronisierung stattfindet, der Anbieter aber keine Daten speichert (zum Beispiel Syncthing). Eine weitere Überlegung ist, ob man nur Bilder, Videos und Dokumente auf allen Geräten verfügbar haben möchte oder ob sich die Synchronisation auch auf Einstellungen, Kontakte und Ähnliches ausdehnen soll. Dabei sollte man auch immer im Hinterkopf behalten, dass selbst diese Informationen irgendwo auf dem Rechner als Datei liegen. Kann man deren Speicherort auf einen synchronisierten Ordner ändern oder den Ordner, wo diese liegt, einfach mit synchronisieren, dann hat man den gleichen Effekt erzielt.

Verteiltes Arbeiten: Vorsicht vor dem Synchronisieren

Hier ein kurzes Wort der Warnung: Angenommen, man nutzt beispielsweise Dropbox, um Dokumente zu synchronisieren und will mit mehreren Leuten eine Präsentation erstellen. Sobald zwei Personen gleichzeitig Änderungen am PC durchführen, geht alles drunter und drüber. In dem Moment, wo beide speichern, werden beide Varianten synchronisiert und die mit dem neueren Änderungsdatum überschreibt die jeweils andere. Dadurch geht ein kompletter Satz Änderungen verloren!

Für kollaboratives Arbeiten sollte man also auf Lösungen zurückgreifen, die dies auch unterstützen. Für Dokumente sind das beispielsweise Microsoft Office 365 oder Google Docs. Hat man als Unternehmen, Wissenschaftler oder Tagebuchschreiber ein Interesse daran, Änderungen auch später noch nachvollziehen zu können und keine investierte Zeit durch dumme Fehler zu verlieren, dann gibt es nur eine sinnvolle Empfehlung: Versionskontrolle. Beliebte (für privat kostenlose) Anbieter sind hier Github oder Bitbucket.

Anbieter für Synchronisation

Je nach Gerät, das man verwendet, gibt es oft erst einmal eine vom Hersteller selbst angebotene Synchronisation. Bei Windows 10 – das auch auf Smartphones ausgeliefert wird – gibt es eine eingebaute Synchronisation, die an den eigenen Microsoft-Account gekoppelt ist. Dabei landen die eigenen Einstellungen und Vorliebeben in OneDrive, der Cloud von Microsoft, über die man auch Bilder und Dokumente problemlos synchronisieren kann.

Apples iCloud ist natürlich erst einmal für Mac und iOS ausgelegt, funktioniert aber genauso auch auf dem Windows-PC. Wenn man sich überall mit der gleichen Apple-ID anmeldet, ist es kein Problem Kalender und Co. zu synchronisieren. Sogar auf den hauseigenen Apple TV bekommt man die eigene Videosammlung ohne Mehraufwand. Genauso kann man einen Google-Account nutzen, um Kontakte, Mails und sogar Chrome Lesezeichen überall verfügbar zu halten. Mit Google Docs ist dabei gleich ein Service für verteiltes Arbeiten an den eigenen Dokumenten an Board und Google Drive kümmert sich um alle anderen Dateien.

Nutzt man statt Chrome Firefox, dann kann man über einen Mozilla-Account nachdenken, um die gleiche Funktionalität zu erhalten. Möchte man einfach nur Dateien synchron halten, bietet sich ein Cloud-Anbieter wie Dropbox an. Bei Dropbox sind beispielsweise die ersten 10 Gigabyte kostenlos, wobei das Speichervolumen steigt, wenn man Neukunden wirbt. Solange man regelmäßig Backups macht und nur die neusten Bilder und Videos in der Cloud hält, kommt man mit einem solchen Datenvolumen gut über die Runden. Wer auf die Cloud verzichten kann und dafür unbegrenztes Volumen synchronisieren will, dem sei weiterhin Syncthing ans Herz gelegt. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Open-Source-Alternative, die beliebige Mengen Desktop-Rechner (auch mit extravaganten Betriebssystemen) und Daten synchron halten kann und dabei moderne Verschlüsselung bei der Übertragung einsetzt.

Do-It-Yourself: Synchronisieren mit einer eigenen Cloud

Für Technikbegeisterte, die sich mit den Angeboten der großen Anbieter nicht wohl fühlen, gibt es am Ende auch noch eine weitere Möglichkeit: Man baut sich eine eigene Cloud. Beispielsweise könnte man sich mit einem Raspberry PI und großer Festplatte eine Nextcloud (oder Seafile) Instanz aufsetzen, die nicht nur Dateien, sondern auch Kalender, Kontakte und mehr synchronisieren kann.

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