Napster
napster© napster.de / Rhapsody International

Napster: Von der Tauschbörse zum Streaming-Dienst

Napster ist vielen Lesern wahrscheinlich noch als Tauschbörse von Anfang der 2000-er bekannt. Die Geschichte des ersten Napster-Projekts war kurz. Unter gleichem Namen und gleichem Logo fungiert Napster heute als Streaming-Anbieter.

Der Streaming-Dienst Napster ist schon seit 2005 in Deutschland aktiv. Der Katalog des Anbieters enthält nach eigenen Angaben mehr als 40 Millionen Songs und 15.000 Hörbücher. Auf diese hat der Nutzer in Form eines Monatsabos Zugriff, um sie auf seinem PC, Smartphone oder Tablet abzuspielen.

Das Angebot von Napster

In vielerlei Hinsicht ähnelt das Napster-Angebot dem anderer Streamingdienste. Der Kunde kann fertige Playlists durchstöbern, eigene erstellen oder auch von anderen Diensten importieren. Musik kann über Facebook mit Freunden geteilt werden und zum Geschmack passende Radiokanäle und Neuerscheinungen können entdeckt werden. Die Redaktion von Napster erstellt darüber hinaus Empfehlungen. Titel sowie Playlists können auch offline angehört werden.

Eine Besonderheit bei Napster ist der vergünstigte Zugang für Kunden, die kein Interesse an der mobilen Nutzung haben; diese sparen monatlich zwei Euro. Außerdem kooperieren besonders viele Mobilfunker mit Napster, sodass man zahlreiche Handytarife bekommt, bei denen Napster schon mit drin ist oder zugebucht werden kann. Einen Familienzugang gibt es dagegen nicht.

Tipp: Über Aldi life bekommt man den Napster-Zugang zwei Euro günstiger.

Unterschiede der zwei Napster-Flats

  Napster Music-Flatrate Napster Music-Flatrate + Mobile
Preis 7,95 Euro 9,95 Euro
Favoriten offline hören
Mobile Nutzung
Nutzung auf Home-
Entertainment-Systemen
Nutzung im Auto

(Stand: Januar 2017)

Hintergrund: Die Geschichte von Napster

Gleicher Name, gleiches Logo, anderes Konzept: Das ursprüngliche Napster hat seinerzeit quasi eine digitale Revolution ausgelöst. Die Idee: Nutzer geben einander Zugriff auf ihre Festplatten und tauschen MP3-Dateien direkt untereinander aus. Ein Peer-to-Peer-Netzwerk also, das es seinen Kunden erlaubt, massenhaft Musiktitel und andere Daten herunterzuladen. Die Tauschbörse Napster entwickelte sich zu einem der am schnellsten wachsenden Internetangebote überhaupt. Die ausgetauschten Daten waren jedoch vielfach urheberrechtlich geschützt. So kam es, dass ziemlich schnell Proteste der Musikindustrie laut wurden, die ersten Klagen folgten. Rund zwei Jahre nach dem Start musste die Tauschbörse ihren Betrieb einstellen.

Napster versucht den Neustart

Das "neue" Napster ging 2002 in einer Beta-Version an den Start. Schon zuvor hatte der Medienkonzern Bertelsmann sich um eine Kooperation bemüht und war schließlich bei Napster eingestiegen. Das Ziel: Dem Unternehmen zu helfen, den Schritt zum legalen Musikdienst zu schaffen. Probleme mit den Lizenzen der Plattenfirmen und eine wahre Prozesslawine sorgten aber dafür, dass das Ende der alten Napster-Plattform nicht mehr abzuwenden war.

Es folgte dann der komplette Neustart – auch mit Schwierigkeiten verbunden, denn die Titelauswahl ließ mangels Verträgen mit den Plattenfirmen zu wünschen übrig. Eine Komplettübernahme von Napster durch Bertelsmann wurde verweigert. So gingen die Markenrechte an den Software-Anbieter Roxio. Dieser schaffte es schließlich, Napster wieder über die Grenzen der USA hinweg zu verbreiten. Heute gehört Napster zum Musikdienst Rhapsody.

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