Digitale Assistenten

Amazon Echo, Google Home und Apple HomePod im Vergleich

Amazon, Google und Apple setzen mit Echo, Google Home und HomePod auf eigene Lösungen für vernetze Lautsprecher mit integrierten digitalen Assistenten. Wir vergleichen Ausstattung und Funktionen.

Sprachassistenten im Vergleich© Amazon.com, Inc. / Google Inc. / Apple Inc. / i12 GmbH

Linden – Digitale Assistenten halten zunehmend Einzug in unseren Alltag. Im Sommer 2015 hatte zunächst der Online-Händler Amazon mit Amazon Echo in den USA einen vernetzten Lautsprecher auf den Markt gebracht. Das Gerät mit der integrierten Sprachassistentin Alexa an Bord wurde weltweit zum Erfolg: Seit dem vergangenen Herbst ist Amazon Echo und die abgespeckte Version Echo Dot auch in Deutschland erhältlich. Auch andere Unternehmen wie Google und relativ spät auch Apple sind mit ihren eigenen smarten Lautsprechern Google Home und Apple HomePod inzwischen auf den Trend aufgesprungen. Wir vergleichen die Ausstattung und Features der einzelnen Geräte.

Design von Amazon Echo & Co

Amazon Echo Dot Mit Echo Dot bietet Amazon eine abgespeckte, günstige Version seines vernetzten Lautsprechers an.© Amazon.com, Inc.

Amazon setzte mit Echo Maßstäbe und brachte als Pionier digitale Assistenten in die Wohnzimmer der Kunden. Der schmale, säulenförmige Lautsprecher bringt es auf Abmessungen von 235 x 83,5 x 83,5 Millimeter, wiegt rund ein Kilogramm und ist im schwarzen oder weißen Kunststoffgehäuse erhältlich. Bei Sprachanfragen leuchtet am oberen Rand ein blauer LED-Ring auf. Auf der Oberseite finden sich zwei Schaltflächen zum Ausschalten der Mikrofone bzw. zum Aktivieren von Alexa. Kompakter zeigt sich die kleinere Variante Echo Dot, die es nur auf Abmessungen von 83,5 x 83,5 x 32 Millimeter bringt. Amazon hat Echo Dot zwei zusätzliche Schaltflächen spendiert, um den Ton leiser oder lauter zu stellen.

Im Oktober 2016 hatte Google mit Google Home einen eigenen digitalen Assistenten vorgestellt, der wie Echo aufs Wort gehorchen soll. Das Herzstück ist der Google Assistent, die Konkurrenz zu Amazons Alexa-Sprachsoftware. In Deutschland soll der Marktstart von Google Home im Sommer 2017 erfolgen. Google Home ist mit einer Höhe von rund 14 Zentimetern nur etwa halb so groß wie Echo, dafür aber etwas breiter. Das seitlich abgeflachte Oberteil ist in cremeweißem Kunststoff gestaltet, das abnehmbare Unterteil mit einer Webstoff-Oberfläche ist in sieben Farbvarianten erhältlich. Somit zeigt sich Google Home beim Design etwas flexibler als Echo. Auf der Oberseite verfügt Google Home über vier farbige LEDs, die bei Aktivität leuchten – und dem blauen LED-Ring von Echo entsprechen.

Apple hatte als Nachzügler erst Anfang Juni 2017 mit dem HomePod einen eigenen digitalen Assistenten inklusive Assistentin Siri angekündigt. Ähnlich wie Google Home zeigt sich auch der HomePod mit einer Höhe von weniger als 18 Zentimetern kompakter als Echo, aber wesentlich breiter. Mit einem Gewicht von rund 2,5 Kilogramm ist der HomePod zudem das Schwergewicht unter den drei vernetzten Lautsprechern. Das runde, in Weiß oder Space Grau erhältliche Gehäuse ist fast komplett von einer wabenförmigen Netzstruktur überzogen. Auf der Oberseite wird bei Aktivierung des HomePods eine farbige, dynamische Siri Wellenform angezeigt. Die Navigation erfolgt zudem durch integrierte Touch-Bedienelemente.

Audio-Ausstattung: Mehrere Mikrofone und Fernfeld-Spracherkennung

Amazon Echo verfügt über Fernfeld-Spracherkennung und ist mit sieben Mikrofonen ausgestattet. Sprachbefehle, die sich mit dem Kennwort "Alexa" starten lassen, werden auch von der anderen Seite des Raumes und selbst bei laufender Musik erkannt. Verbaut wurden ein 63 mm-Woofer und ein 50 mm-Hochtonlautsprecher, der Sound soll im 360-Grad-Winkel ausgegeben werden und den Raum ausfüllen. Die Audio-Leistung des Echo ist aber nicht mit der Sound-Qualität von teuren Home-Entertainment-Systemen vergleichbar, reicht aber für den Gebrauch im Alltag durchaus aus. Externe Lautsprecher lassen sich nicht an Amazon Echo, wohl aber per Bluetooth oder 3,5 mm Stereokabel an Echo Dot anschließen.

Google Home Google Home soll im Sommer 2017 auch in Deutschland erhältlich sein.© Google Inc.

Google gibt auf der Webseite zu Google Home nur wenig technische Details zu seinem Lautsprecher bekannt. Wie Amazon Echo unterstützt auch Googles Gerät Fernfeld-Erkennung. Statt sieben wurden aber nur zwei Mikrofone verbaut. Laut Testberichten sollen Echo und Google Home hinsichtlich der Sound-Qualität relativ gleichwertig sein. Google Home lässt sich mit jedem Google Cast-fähigen Lautsprecher verbinden. Zudem ist Google Home im Gegensatz zu Echo Multiroom-fähig: In mehreren Räumen lässt sich über die Lautsprecher der gleiche Song abspielen. Bei Echo bzw. Echo Dot ist nur der jeweils nächste Lautsprecher aktiv.

Apple will mit dem HomePod bei der Audio-Leistung gegenüber Echo und Google Home auftrumpfen und die Musiknutzung im Zuhause revolutionieren. Verbaut wurde ein A8-Chip, ein Tieftöner für den Bass sowie sieben kreisförmig angeordnete Hochtöner. Der HomePod verfügt über sechs Mikrofone, die Steuerung des Lautsprechers erfolgt über Apples integrierten Sprachassistenten Siri.

Funktionen: Musik, Smart-Home-Steuerung und mehr

Alle drei smarten Lautsprecher ermöglichen die Nutzung von Musik-Streaming-Diensten wie Amazon Music, Google Music, Apple Music, Spotify & Co und von Radiosendern. Anfragen lassen sich per Sprache und Aktivierungskennwort wie "Alexa" , "Ok Google" oder "Hey Siri" starten. Amazon hält inzwischen über 1.300 Skills genannte Anwendungen in über 25 Kategorien für Echo bereit, die sich online per Amazon-Webseite oder die eigene Alexa-App aktivieren lassen. Amazon ist es gelungen, für den deutschen Markt zahlreiche Partner zu gewinnen. So lassen sich über Amazon Echo unter anderem aktuelle Nachrichten, der Wetterbericht oder der Fahrplan der Deutschen Bahn abfragen. Zudem unterstützt Echo die Steuerung von Smart-Home-Geräten: Per Sprachbefehl lassen sich Beleuchtung, Heizung und weitere Geräte schalten.

Apple HomePod Kann Apple mit dem HomePod die Musiknutzung zu Hause revolutionieren?© Apple Inc.

Google Home, bislang unter anderem in den USA und Großbritannien verfügbar, ist später als Amazon gestartet und kann noch nicht so viele Partner wie der Rivale aufweisen. Dennoch hat Google Home Zugriff auf die Google-Suche und zahlreiche Google-Dienste und kann sich damit einen Vorteil gegenüber Echo und auch HomePod sichern. Zudem reagiert Google Home intelligenter auf Suchanfragen, während Alexa vor allem einer vorgegebenen Syntax folgt und keine Verbindung zwischen zwei zusammengehörenden Anfragen erstellt. Die Steuerung von Smart Home ist auch mit Google Home möglich. Im Mai 2017 hatte Google zudem eine Telefonie-Funktion für Google Home angekündigt.

Apple setzt beim HomePod alleine auf die Fähigkeiten von Siri. Die digitale Assistentin wird von den eigenen Entwicklern regelmäßig mit neuen Features ausgestattet. Hinsichtlich der Vielfalt an Features und Einsatzmöglichkeiten hinkt HomePod nach aktuellem Stand jedoch Echo und Google Home hinterher. Siri dient vor allem zur Steuerung von Musik-Diensten.

Preis und Verfügbarkeit von Echo, Google Home und HomePod

Erhebliche Unterschiede zeigen sich bei den Preisen für die vernetzten Lautsprecher. Amazon ist bekannt dafür, eigene Hardware relativ günstig anzubieten. Amazon Echo ist mit einem Preis von rund 180 Euro allerdings teurer als Google Home, der mit rund 130 Euro zu Buche schlägt. Dafür ist Echo Dot mit knapp 60 Euro erschwinglich. Sparen lässt sich zudem, wenn gleich mehrere Echo Dots gekauft werden. Apple bleibt jedoch auch bei dem HomePod seiner Hochpreisstrategie treu, der Preis soll bei 349 US-Dollar liegen – und ist damit erheblich teurer als die anderen Lautsprecher. Amazon fürchtet denn auch keine direkte Konkurrenz , da Apple eine andere Zielgruppe anspreche.

Amazon hat durch den bereits im Herbst erfolgten Marktstart einen zeitlichen Vorteil. Google Home wird in Deutschland erst im Sommer 2017, HomePod nach dem US-Start im Dezember 2017 dann vermutlich erst im kommenden Jahr nach Deutschland kommen.

Fazit: Preis und Einsatzzweck entscheidend beim Kauf

Welcher der vernetzten Lautsprecher nun das richtige Gerät für den Einsatz im eigenen Zuhause ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Amazon bietet mit Echo und insbesondere mit Echo Dot eine relativ preiswerte Möglichkeit, um auch mehrere Räume mit digitalen Assistenten zu bestücken. Echo ist zudem inzwischen in vielen Haushalten zu finden, für die Entwickler von Anwendungen ein wichtiges Argument. Apples HomePod ist dagegen recht teuer, soll dafür aber bei der Musikleistung punkten. Und Google Home könnte Interessenten durch die zunehmende Integration von Google-Diensten Punkte überzeugen.

Und die Entwicklung der Geräte-Klasse geht weiter: Amazon bringt Ende Juni 2017- zunächst nur in den USA - mit Echo Show einen vernetzten Lautsprecher mit integriertem Bildschirm auf den Markt. Der Preis wird bei 230 US-Dollar liegen. Google plant dagegen keine Variante von Google Home mit Display.

Amazon Echo und Echo Dot im Vergleich

Amazon Echo
Amazon Echo
Amazon Echo Dot
Amazon Echo Dot
Abmessungen 235 x 83,5 x 83,5 mm 32 x 83,5 x 83,5 mm
Gewicht 1.064 Gramm 163 Gramm
Farbe Schwarz, Weiß Schwarz, Weiß
Konnektivität WLAN, Bluetooth WLAN, Bluetooth
Audio 63 mm-Woofer und 50 mm-Hochtonlautsprecher Integrierte Lautsprecher für Sprachfeedback
3,5 mm-Stereoaudioausgang für externe Lautsprecher
Multiroom-fähig nein; nächster Echo bzw. Dot ist aktiv nein; nächster Echo bzw. Dot ist aktiv
Verwaltung per Alexa-App (für Fire OS, iOS und Android) per Alexa-App (für Fire OS, iOS und Android)
Lieferumfang Amazon Echo, Netzteil/Kabel (1,8 m) und Kurzanleitung Amazon Echo Dot, Netzteil (9 W), USB-Ladekabel und Kurzanleitung
Preis 179,99 Euro 59,99 Euro

Google Home und Apple HomePod im Vergleich

Google Home
Google Home
Apple HomePod
Apple HomePod
Abmessungen 142,8 mm × 96,4 mm 170 mm × 150 mm
Gewicht 477 Gramm 2,5 Kilo
Farbe Weißes Oberteil, Unterteil in sieben Farben nach Wahl Weiß, Space Grau
Konnektivität WLAN, Bluetooth WLAN, (Bluetooth noch unklar)
Audio 2 integrierte Mikrofone, Fernfeld-Spracherkennung 6 Integrierte Mikrofone, Fernfeld-Spracherkennung, 1 Tieftöner und 7 Hochtöner
Multiroom-fähig ja, mit Chromecast Audio ja, mit AirPlay 2
Verwaltung per Sprachbefehl über Google Assistant, 4 LEDs zeigen Aktivität an per Sprachbefehl über Siri; kompatibel mit iPhone 5s und neuer mit iOS 11
Preis 129 US-Dollar 349 US-Dollar

Jörg Schamberg

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