Mobilfunkausbau

Abschaltung von 3G: So planen Vodafone, Telekom und O2 das UMTS-Aus

Für Mobilfunkkunden, die noch keinen LTE-Tarif nutzen, sondern stattdessen per UMTS im 3G-Netz surfen, läuft der Countdown. Erste Mobilfunknetzbetreiber schalten 2021 das 3G-Netz ab.

25.05.2020, 13:44 Uhr
5G© Natalia Merzlyakova / Fotolia.com

Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber bauen ihre LTE-Netze sowie ihre 5G-Netze unter Hochdruck aus. Die fast 20 Jahre alten 3G-Netze auf Basis der deutlich langsameren UMTS-Technologie haben dagegen an Bedeutung verloren und stehen bald vor dem Aus. Die 3G-Netze sollen abgeschaltet werden und die Frequenzen für die neueren Mobilfunkstandards genutzt werden. Wir geben einen Überblick über die entsprechenden Planungen von Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland.

Fast ein Drittel aller Mobilfunk-Basisstationen mit 3G-Unterstützung

HandymastViele Mobilfunkstationen unterstützen bereits LTE, die LTE-Verfügbarkeit soll noch weiter ausgebaut werden.© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Zunächst zur Einordnung aktuelle Zahlen zu den Mobilfunk-Basisstationen in Deutschland. Laut dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur gab es Ende 2019 bundesweit insgesamt 190.595 Funk-Basisstationen. Davon entfielen noch rund 30 Prozent (57.457) auf UMTS/3G. Der Anteil der LTE-fähigen-Basisstationen lag bei 33 Prozent (62.567). 37 Prozent (70.432) der Basisstationen unterstützen GSM/2G. Lediglich 139 5G-Basisstationen funkten Ende Dezember 2019 in Deutschland, den Startschuss für den Aufbau von 5G-Netzen hatten Vodafone und die Telekom allerdings auch erst im Sommer 2019 gegeben.

Vodafone: Abschaltung des 3G-Netzes Ende Juni 2021

Vodafone

Als erster der drei Mobilfunknetzbetreiber hatte Vodafone Deutschland Anfang Mai 2020 einen konkreten Fahrplan zur Abschaltung seines 3G-Netzes bekanntgegeben. Demnach soll die UMTS-Nutzung am 30. Juni 2021 beendet werden. Laut Vodafone würden ohnehin nur noch knapp drei Prozent der Mobilfunkkunden auf das 3G-Netz zugreifen. Der über das 3G-Netz von Vodafone übertragene Datenverkehr mache nur einen Anteil von rund 5 Prozent am gesamten Datenverkehr im Mobilfunknetz des Düsseldorfer Anbieters aus. Das 3G-Frequenzspektrum von 15 MHz, das in Form von drei 5-MHz-Blöcken bereitsteht, werde schrittweise für LTE umgewidmet. Zunächst würden zwei Frequenzblöcke für LTE aktiviert, der letzte Frequenzblock dient noch bis Ende Juni 2021 für 3G.

Telefonieren per 2G oder Wechsel in einen LTE-Tarif

Was bedeutet dies für betroffene Vodafone-Kunden? Nach der 3G-Abschaltung lasse sich über das weiterbestehende 2G-Netz telefonieren und simsen. Auch das Nutzen von wenig datenintensiven Internetanwendungen sei möglich – wenn auch im Schneckentempo mit weniger als 0,2 Mbit/s.

Vodafone bietet Kunden einen kostenlosen Austausch alter SIM-Karten in neue LTE-fähige SIM-Karten an und lockt in seinem Online-Shop mit Angeboten für neue LTE-Hardware. LTE werde auch für die CallYa-Prepaid-Kunden ab dem Sommer 2020 zur Verfügung stehen. Drittanbieter im Vodafone-Netz könnten LTE für ihre Kunden ebenfalls bis spätestens Sommer 2021 freigeben.

Deutsche Telekom: Aus für UMTS bis Ende 2021?

Telekom

Die Telekom lässt ihre Kunden noch etwas im Unklaren mit Hinblick auf die 3G-Abschaltung. Ein konkretes Datum für das UMTS-Aus gibt es von dem Bonner Konzern noch nicht. Eine garantierte Nutzung gilt aber mindestens bis Ende 2020. Spätestens bis Ende 2021 soll die Abschaltung dann aber erfolgen. Das Vorgehen ähnelt dem von Vodafone. Von den 10 MHz Frequenzspektrum für ihr 3G-Netz will die Telekom bereits schon jetzt 5 MHz für den Ausbau ihrer LTE- und 5G-Netze verwenden. Trotz reduziertem Spektrums sollen Nutzer kaum eine Geschwindigkeitsveränderung spüren können.

Das 2G-Netz bleibt für die Telefonie bestehen. Zum mobilen Surfen können Telekom-Kunden spätestens zum Zeitpunkt der Abschaltung das LTE- oder 5G-Netz nutzen. Voraussetzung: Sie wechseln in entsprechende Tarife und verfügen über LTE-fähige Smartphones.

Telefónica Deutschland: 3G-Abschaltung bis 2022

o2

Ebenfalls keinen konkreten Termin zur Abschaltung des UMTS-Netzes nannte der Münchener Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Deutschland (O2). Das 3G-Netz solle spätestens 2022 abgeschaltet werden. Bis dahin lasse sich UMTS parallel zu 2G und LTE weiter nutzen. Für 2020 steht bei Telefónica zudem erst einmal der Start des eigenen 5G-Netzes an.

Ende 2019 waren erst 55 Prozent der SIM-Karten LTE-fähig

SIM-Karten© chere / Fotolia.com

Die 3G-Abschaltung betrifft eine erhebliche Anzahl von Mobilfunkkunden. Laut Zahlen der Bundesnetzagentur waren Ende 2019 nur 55 Prozent der insgesamt 107,2 Millionen aktiven SIM-Karten LTE-fähig. 45 Prozent der SIM-Karten unterstützten dagegen lediglich UMTS/GSM. Bis zur endgültigen Abschaltung von 3G dürfte der Anteil der LTE-SIM-Karten aber weiter deutlich wachsen.

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