Smartphone, Tablet und TV

Reparatur oder Neukauf? Defekte Smartphones und Co.

Die Lebenszyklen von Smartphones, Tablets, TV-Geräten und anderer Unterhaltungselektronik werden immer kürzer. Ist das Absicht seitens der Hersteller und lohnt sich eine Reparatur überhaupt noch?

kaputtes Smartphone© alexmillos / Fotolia.com

Hamburg/Hannover - Kurz vor dem Ende des Krimis wird der Bildschirm des gerade mal vier Jahre alten Flachbildfernsehers plötzlich schwarz. Ein Anschreiben muss dringend zu Papier gebracht werden, doch der Tintenstrahldrucker verweigert aus heiterem Himmel die Arbeit. Und beim Scrollen durch ein E-Book friert das Smartphone ein - für immer. Technische Macken und fatale Fehler, die moderne Technik praktisch unbrauchbar machen, sind keine Seltenheit. Unweigerlich verbunden damit sind zwei Fragen: Lohnt sich die Reparatur noch, und geht Elektronik heute deutlich schneller kaputt?

Nutzungsdauer sinkt

"Es nimmt auf jeden Fall die Nutzungsdauer der Technik ab", sagt Christoph de Leuw von der Zeitschrift "Computerbild". Der Grund dafür sei aber meist, dass die Nutzer auf aktuellere Produkte umsteigen möchten - mit neuen Funktionen, schnelleren Prozessoren oder mehr Megapixeln: "Echte Hardware-Defekte spielen immer seltener eine Rolle, wenn Technik-Produkte ausgemustert werden." Oftmals seien auch fehlende Software-Updates ein Grund dafür, dass Technik auf den Müll wandert.

Bei Android-Geräten könne man diese Problematik genauso beobachten wie zum Beispiel beim iPad der ersten Generation. Wegen fehlender Updates sind mit solchen Produkten inzwischen kaum noch Websites nutzbar, auch Videostreaming-Dienste laufen nicht mehr. De Leuw zufolge liegt die Nutzungsdauer von Fernsehern aktuell zwischen fünf und sieben Jahren. Ausschlaggebend für den Neukauf sei jedoch häufiger der Wunsch nach aktueller Technik und größeren Bildschirmdiagonalen als ein echter Defekt.

Auf Garantieverlängerung des Herstellers achten

Als nützlichen Anhaltspunkt, um langlebige Produkte zu erkennen, verweist Ulrike Kuhlmann von der Fachzeitschrift "c't" auf die Garantiezeit und die Möglichkeit der Garantieverlängerung beim Hersteller: "Wenn ein Gerät mit fünfjähriger Garantie angeboten wird, kann man davon ausgehen, dass es auch für einen Nutzungszeitraum von mindestens fünf Jahren konzipiert wurde."

Bei Druckern helfe etwa ein Blick auf das Druckvolumen: Die Hersteller geben für jedes Gerät ein empfohlenes Druckvolumen pro Monat an. Sehr günstige Geräte sind Kuhlmann zufolge nur für geringe Druckmengen ausgelegt, etwa 100 Seiten pro Monat, während höherpreisige Bürogeräte für monatlich 1.000 Seiten konzipiert sind und über einen wechselbaren Tintenflies verfügen.

Alter und Neupreis entscheidend

Wer sich ein Smartphone zulegen will, kann dessen Reparaturfähigkeit etwa vorab bei iFixit prüfen. Die Macher des Reparaturportals nehmen viele Mobilgeräte komplett auseinander, um zu begutachten, ob und wie leicht sich Bauteile auswechseln lassen.

Bei einem Defekt kommt es laut de Leuw immer auf Alter und Neupreis an. "Bei Preisen unter 300 Euro dürfte sich kaum eine Reparatur lohnen, bei Neupreisen ab 500 Euro würde ich immer nachfragen", sagt der Experte. "Aus der Erfahrung lohnt es sich oft, außer bei offiziellen Anlaufstellen wie Hersteller und Vertragswerkstätten auch bei kleinen, unabhängigen Reparaturdiensten nachzufragen."

Garantieverlängerungen von Elektromärkten lohnen kaum

Garantieverlängerungen, wie sie etwa in Elektromärkten angeboten werden, lohnen sich de Leuw zufolge kaum: "Technik geht entweder gleich zu Beginn kaputt, wenn ohnehin noch die Herstellergarantie greift, oder sie stirbt nach mehr als fünf Jahren, wenn auch Garantieverlängerungen abgelaufen sind. Dazwischen sind Ausfälle erfahrungsgemäß selten."

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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