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Im Flugzeug mit der Powerbank: Worauf muss man achten?

Gerade keine Steckdose in der Nähe? Eine Powerbank bei sich zu haben, kann auch im Urlaub von Vorteil sein. Wir klären auf und zeigen, unter welchen Bedingungen eine Powerbank im Flugzeug mitgenommen werden darf.

23.06.2020, 11:46 Uhr
Powerbank mit KabelnLeider gibt es keine festen gesetzlichen Regelungen, was das Mitführen von Powerbanks im Flugzeug betrift.© REDPIXEL / Fotolia.com

Die Powerbank ist absolut nützlich, wenn beispielsweise am Strand, bei einer längeren Trekkingtour oder auf dem Campingplatz der Akku von Smartphone oder Tablet den Geist aufgeben. Eine Powerbank ist auf Reisen somit für viele Menschen zum unverzichtbaren Begleiter geworden. Insbesondere bei der Urlaubsplanung stellt sich nun aber die Frage, ob der tragbare Akku überhaupt mit ins Flugzeug darf. Wir klären auf und zeigen, unter welchen Bedingungen eine Powerbank im Flugzeug kein Problem darstellt.

Keine einheitliche Regelung zur Mitnahme der Powerbank

Die schlechte Nachricht zuerst: Für die Mitnahme von Powerbanks im Flugzeug existiert keine einheitliche Regelung. Bisher gibt es lediglich eine Empfehlung des Dachverbands der Fluggesellschaften, der International Air Transport Association (IATA), bezüglich Batterien im Flugverkehr, die jedoch von jeder Airline anders umgesetzt wird. Die Richtlinie der IATA sagt beispielsweise, dass bei Flügen mitgeführte Batterien eine gewisse Größe, nämlich eine maximale Kapazität von 100 Wattstunden, nicht überschreiten dürfen. Umgerechnet sind das etwa 20.000 Milliamperestunden. Ein handelsübliches Smartphone lässt sich mit dieser Kapazität etwa fünf Mal komplett aufladen. Zudem lässt die IATA in ihrer Empfehlung nur zwei Powerbanks pro Person zu.

Kann die Powerbank als Gepäck aufgegeben werden?

Da es sich bei einer Powerbank um nichts anderes als einen mobilen Lithium-Ionen-Akku handelt, dürfen diese aus Sicherheitsgründen nicht als Bestandteil des normalen Gepäcks aufgegeben werden. Powerbanks in Koffern zu transportieren, die im Gepäckabteil verstaut werden, ist also tabu. Der Grund hierfür ist, dass die Geräte eine gefährliche Kurzschlussentwicklung erzeugen können und daher ein erhöhtes Brandrisiko von ihnen ausgeht. Im Gepäckabteil werden Brände nicht schnell genug bemerkt, außerdem gibt es dort keine ausreichenden Löschmöglichkeiten. Deshalb werden Powerbank immer im Handgepäck mitgeführt – ebenso wie alle anderen Geräte, die aus Lithium-Ionen-Akkus bestehen.

Wer eine Powerbank im Koffer aufgeben möchte, muss diese als Gefahrgut kennzeichnen und entsprechend verladen. Diese Option ist aber nicht nur um ein Vielfaches teurer, sondern wird von einigen Fluggesellschaften von vornherein nicht angeboten.

Finden die Flughafen-Mitarbeiter eine Powerbank im aufzugebenden Gepäck, wird diese aus dem entsprechenden Gepäckteil entfernt und man muss den Zusatzakku zurücklassen oder aber ins Handgepäck aufnehmen.

Powerbank nur im Handgepäck erlaubt

Grundsätzlich ist es kein Problem, eine Powerbank mit entsprechender Kapazität im Handgepäck mit sich zu führen, wo sie im Ernstfall für den Besitzer oder die Flugbegleiter direkt zugänglich ist. Powerbanks im Handgepäck und damit der Passagierkabine müssen nicht bei der Airline angemeldet werden, allerdings gelten bei den meisten Airlines die oben beschriebenen einschränkenden Bedingungen, was die Kapazitätsobergrenze und die maximale Anzahl pro Person betrifft.

Wie geht man am besten vor?

Im Zweifelsfall ist es ratsam, einfach direkt bei der betreffenden Airline nachzufragen, inwieweit diese die Richtlinien berücksichtigt und wie die Powerbank im Flugzeug im Handgepäck mitzuführen ist. Powerbanks, die die empfohlene Kapazität von 100 Wattstunden besitzen, sind enorm groß und reichen für die meisten Anwendungen aus. Jedoch können beispielsweise Powerbanks für Laptops diese Kapazität schnell überschreiten, weshalb sie bei der jeweiligen Airline angemeldet werden müssen. Hinzu kommt, dass einige Airlines höhere Kapazitäten zulassen, so etwa die Lufthansa, die Powerbanks mit einer Leistung von bis 160 Wattstunden erlaubt.

Powerbanks, deren Kapazität deutlich über 100 Wattstunden liegt, lassen sich im Flugzeug nur unter großem Aufwand transportieren. Aufgrund ihrer hohen Gewichte von bis zu zwei Kilogramm sind sie aber ohnehin nicht besonders handgepäckfreundlich. Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Brand, der durch sie ausgelöst würde, in der geschlossenen Flugzeugkabine nur noch schwer unter Kontrolle zu bekommen wäre.

Worauf ist beim Kauf einer Powerbank zu achten?

In der Regel befindet sich ein Aufkleber auf dem Gerät, der die Leistung anzeigt. Auf diese Weise lässt sich die Zulässigkeit für den Flug schnell überprüfen. Für den Fall aber, dass die Wattstunden der Powerbank nicht angegeben sind, kann man diese nach der folgenden Formel aus den weiteren Daten berechnen:

1.000 mAh (Milliamperestunden) x 1 V (Volt) = 1 Wh

Bei der Umrechnung zeigt sich, dass die meisten Zusatzakkus mit unter 25.000 Milliamperestunden problemlos im Handgepäck mitgeführt werden dürfen.

Manche Fluglinien bestehen zudem darauf, dass Powerbanks und alle anderen mitgeführten elektronischen Geräte über eine CE-Kennzeichnung verfügen. Nach den EU-Standards gefertigte Produkte verfügen normalerweise über eine derartige aufgedruckte Kennzeichnung.

Wie verhält man sich also idealerweise am Flughafen, wenn man vorhat, eine Powerbank mit ins Flugzeug zu nehmen? Bei der Sicherheitskontrolle sollte man das Flughafen-Personal darauf hinweisen, dass sich eine Powerbank im Handgepäck befindet. Wenn die Powerbank den hier aufgeführten Einschränkungen sowie den Richtlinien der jeweiligen Fluggesellschaft entspricht, dürfte es keine Probleme geben, sie mit in die Passagierkabine zu nehmen.

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