Erste Hilfe

Wasserschaden beim Handy: Was Sie tun können

Wasserschäden sind neben dem Displaybruch mit die häufigsten Schäden, mit denen Besitzer von Handys und Smartphones konfrontiert werden. Ist das Handy nach einem Wasserschaden noch zu retten und was kann man tun?

Wasserschaden © blackday / Fotolia.com

Ein modernes Handy samt Internetzugang, Touchscreen und High-End-Kamera kann je nach Hersteller über 1.000 Euro kosten. Ärgerlich, wenn dem Gerät dann etwas passiert. Neben dem Bildschirmbruch ist es insbesondere eingedrungenes Wasser, das viele Smartphones ausknockt und zu kostspieligen Reparaturen drängt. Sollte Ihr Handy mit einem Wasserschaden kämpfen, können Sie mit einer Reihe an Maßnahmen dennoch das Schlimmste abwenden.

Erste Hilfe beim Wasserschaden

Ist ein Handy in Berührung mit Wasser gekommen, zählt jede Sekunde. Denn auch wenn das Gerät noch funktioniert, können eingedrungene Flüssigkeiten im Laufe der Zeit irreparable Schäden hervorrufen: Nach ein, zwei Tagen bleibt der Bildschirm plötzlich schwarz, da Korrosionen an Prozessor & Co. nur verzögert auftreten. Eine erste Maßnahme ist demnach das Zerlegen des Handys in seine Bestandteile: Den Akku und die SIM-Karte sollten Sie schnell entfernen, mit einem flusenfreien Tuch abtrocknen und an warmen Orten – keinesfalls im Backofen, auf der Heizung oder in der Mikrowelle – in aufrechter Position lagern. Selbiges gilt für Speicherkarten und Adapter. Wer mit der Technik seines Handys vertraut ist, kann auch Elemente wie den Bildschirm und die Kamera demontieren. Der Großteil an Smartphones ist jedoch nur schwer zu öffnen und ein unautorisiertes Öffnen kann den Schaden noch vergrößern.

Ausschalten und trockenlegen

Einige Hersteller haben ihre Smartphones in Unibody-Gehäuse gezwängt oder die Rahmen fest verschweißt. Der Laie kann solch ein Handy kaum öffnen. In diesem Fall ist eine "Langzeit-Behandlung" gefragt. Das Handy sollte gut 48 Stunden in aufrechter Position ruhen. Der USB-Schacht und die Audioausgänge sollten freigelegt sein, sodass die Feuchtigkeit entweichen kann; eine Erhöhung auf Wattepads ist empfehlenswert. Während dieser Zeit sollte das Smartphone ausgeschaltet sein: Ein aktiver Stromkreis erhöht das Risiko eines Kurzschlusses. Folglich sollten Sie das Handy unbedingt ausschalten, sobald der Verdacht auf einen Wasserschaden besteht.

Bei Wasserschaden Daten sichern

Zuvor sichern Sie am besten Ihre Daten: Ein Upload der wichtigsten Dokumente in die Cloud per WLAN sollte die letzte Tätigkeit vor dem "Safety-Timeout" sein. Außerordentliche Vorsicht ist zudem geboten, wenn das Gerät in Wasserbecken (Beispiel Badewanne) fällt und mit dem Ladekabel verbunden ist: Es droht ein Kurzschluss. Schalten Sie demnach unbedingt zuvor die Energiequelle (Sicherungskasten) aus, bevor Sie zum Gerät greifen! Ist das Handy geborgen, abgeschaltet, eventuell zerlegt und grob abgetrocknet, kann während der Ruhephase ein altbewährtes Hausmittel erstaunliche Kräfte enthüllen: Reis! Reis ist für seine Saugkraft bekannt. Nicht selten dient ein Reiskorn im Salzstreuer beispielsweise als Feuchtigkeitsfänger, um ein Verklumpen zu verhindern. Deshalb: Stellen Sie Ihr Handy mit einer Handvoll Reis in eine luftdicht verschlossene Tüte. Der Reis entzieht dem Gerät auf schonende Weise die Feuchtigkeit.

Keine Garantie beim Handy-Wasserschaden

Wasserschäden stellen einen regelmäßigen Reklamationsgrund dar, doch die Hersteller haben sich abgesichert: Wird ein Handy innerhalb der gewährten Garantie eingeschickt, erfolgt ein Schnelltest. In neuen Geräten ist serienmäßig ein Detektor integriert, der "stillen Alarm" schlägt, sobald das Handyinnere mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Reklamationsansprüche infolge von Wasserschäden werden in der Regel zurückgewiesen, es sei denn, das Modell ist mit einem Wasserschutz versehen. Doch hier gilt es, aufs Kleingedruckte zu achten: Je nach Zertifizierung kann entweder ein permanenter oder ein eingeschränkter Schutz vor Wasser gegeben sein ("wassergeschützt" oder "spritzwassergeschützt").

Wasserschaden oder Saftschaden

Zudem macht es einen Unterschied, ob das Gerät tatsächlich mit Wasser oder mit Lauge, Saft oder einer anderen zuckerhaltigen Flüssigkeit, etwa Limonade, in Berührung gekommen ist. Auch in diesen Fällen verweigern Hersteller die Instandsetzung. Eine Reparatur in Eigenregie verkompliziert sich ebenfalls erheblich, sofern Ihr Handy nicht mit purem Wasser in Kontakt gekommen ist.

Professionelle Reparatur oder Neukauf

Hat die Schonfrist nicht geholfen und ist das Handy auch nach 48 Stunden Reistüten-Kur nicht einsatzbereit, kann vielleicht noch ein Akkuwechsel helfen. Sollte das Handy weiterhin seinen Dienst versagen, könnte ein Fachmann aushelfen. Technisch versierte Besitzer dürfen mit einem Reparaturset ihr Glück versuchen, doch ob sich der Aufwand für ein Öffnen und Reinigen per Speziallösung lohnt, bleibt fraglich. Häufig bleibt nur der Neukauf. Wer daran denkt, sich mit einer Handyversicherung vor dem Gröbsten zu schützen, sollte unbedingt prüfen, ob Wasserschäden mit versichert sind und ob es dazu bestimmte Klauseln gibt. So kann Fahrlässigkeit dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt. Auch Witterungsschäden können ausgeschlossen sein.

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