eSIM
Vodafone eSIM Voucher© Vodafone GmbH

eSIM vor dem Durchbruch - das Aus der Plastik-SIM-Karte?

Die fest in mobilen Geräten eingebaute eSIM, die klassische, austauschbare SIM-Karten ablösen soll, wartet weiter auf den großen Durchbruch. Was sind die Vor- und Nachteile der eSIM?

Der klassischen Plastik-SIM-Karte droht das Aus. Die Mobilfunkkarten im Mini-, Micro- oder Nano-Format sollen durch die sogenannte eSIM (embedded SIM) abgelöst werden. Die eSIM ist ein kleiner Chipsatz mit Abmessungen von rund 5 x 6 Millimetern, der bereits fest im mobilen Endgerät wie Smartphone, Tablet & Co. verbaut ist und sich per Software mit den Netzen der Mobilfunknetzbetreiber verbindet. Das nervige und teils recht fummelige Austauschen der kleinen Plastik-SIMs bei einem Anbieterwechsel entfällt.

Welche Vor- und Nachteile hat die eSIM?

Statt einer SIM-Karte schicken die Mobilfunkkunden ihren Kunden für ihr Gerät mit eSIM einen Brief mit Zugangsprofil und Aktivierungscode zu. Zusätzlich findet sich ein QR-Code,der sich per Smartphone scannen lässt. Das Profil mit den erforderlichen Daten für den Zugang zum jeweiligen Mobilfunknetz wird dann elektronisch übertragen. Oder die Nutzer können gleich auf dem Gerät über ein Menü zwischen verschiedenen Anbietern wählen. Bei einem Anbieterwechsel ist lediglich ein neues Profil erforderlich.

Unterschiedliche SIM-Karten-Formate und die Plastik-SIMs sind damit Geschichte. Damit entfällt auch das bisherige SIM-Karten-Fach in Smartphones und Tablets. Vor allem aber lassen sich eSIM in kleineren Geräten wie Fitness-Armbändern oder einer Smartwatch verbauen. Somit erhalten viele Produkte auch ohne den Umweg einer Bluetooth-Verbindung über das Smartphone direkten mobilen Zugang. Vorsicht ist allerdings bei einem Verkauf eines Geräts mit eSIM geboten: Das eigene Profil sollte dort zuvor gelöscht werden.

Die eSIM soll sich theoretisch auch im Ausland nutzen lassen soll. Sprich: Bei Bedarf, etwa während eines Urlaubs, könnte auf die Dienste lokaler Mobilfunkanbieter zugegriffen werden. Noch ist aber unklar, wie der eSIM-Support einzelner Anbieter in der Praxis tatsächlich aussehen wird.

eSIM bislang noch wenig verbreitet

Vodafone und O2 vermarkteten ab Frühjahr 2016 die Samsung-Smartwatch Gear S2 Classic mit integrierter eSIM. Auch Apple bietet eine eSIM bereits in einigen iPads sowie in der Apple Smartwatch Series 3 an. Zudem finden sich eSIM in den Google-Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL, dieses Feature wird aber in Deutschland noch nicht unterstützt.

Der große Durchbruch der eSIM blieb aber bislang noch aus. Dies liegt nicht nur an der weiterhin relativ übersichtlichen Anzahl an Produkten mit eSIM. Auch die Mobilfunknetzbetreiber halten sich bei ihren Tarifen noch mit der Unterstützung der eSIM zurück. Die Deutsche Telekom bietet die eSIM für die Nutzung als MultiSIM an und berechnet dafür je nach gewähltem Tarif bis zu 4,95 Euro monatlich zusätzlich zu einem Mobilfunkvertrag. Bei Vodafone kostet die eSIM nichts, ist aber aktuell nur für die Samsung Gear S2 3G Smartwatch erhältlich. Eine eSIM an Bord haben sollen aber auch neue Windows-10-Notebooks etwa von Asus und HP, die im Frühjahr 2018 auf den Markt kommen sollen.

Zukunft der eSIM noch unklar

Während Android-Nutzer also bislang noch auf eine breite Nutzung der eSIM warten müssen, könnten immer mehr Nutzer von Notebooks mit Windows 10 sowie von ausgewählten Apple-Geräten von der Alternative zur klassischen SIM-Karte profitieren. Eine breite Marktdurchdringung wird aber wohl noch auf sich warten lassen, zumal die Mobilfunknetzbetreiber nicht unbedingt großes Interesse an dem für Kunden schnellen Wechsel des Anbieters haben dürften.

Zum Seitenanfang