Datenroaming
Mobiles Internet© goodluz / Fotolia.com

Dank Datenroaming im Ausland mobil surfen

Auch im Ausland lässt sich das Handy, Smartphone oder Notebook mit dem Internet- und Telefonnetz verbinden – aber: Die in Deutschland gebuchte Flatrate gilt im Ausland nicht überall. Daher stellt sich die Frage: Wie teuer ist eigentlich Roaming?

Ab in den Urlaub: Zwischen Sightseeing, Entspannung am Strand oder sportlichen Aktivitäten möchten viele auch im Urlaub kurz die E-Mails abrufen oder auf News-Websites lesen, was in der Heimat gerade passiert. Außerdem ersetzt oder ergänzt das Internet als Ideengeber für Unternehmungen, Wegweiser zu touristischen Hotspots, Verzeichnis von Kinos oder als Übersetzer häufig Reiseführer, Stadtplan und Wörterbuch. Dabei sollte man einen Blick darauf haben, was die Internetnutzung im Ausland außerhalb der EU, das sogenannte Datenroaming, kostet.

Keine Entgelte mehr für Datenroaming innerhalb der EU

Mobilfunknutzer profitieren seit 15. Juni 2017 von dem Wegfall der bis dahin erhobenen zusätzlichen Roaming-Entgelte für die Telefonie und Internetnutzung im EU-Ausland. Seitdem lässt sich sowohl ohne Zusatzkosten telefonieren als auch wie im Inland mobil surfen. Das mobile Datenvolumen lässt sich somit etwa auch in EU-Nachbarländern wie den Niederlanden, Frankreich oder Polen nutzen. Die Regelung gilt auch für Norwegen, Liechtenstein und Island. Auch in Großbritannien werden solange keine Roaming-Gebühren mehr erhoben, solange das Vereinigte Königreich noch Mitglied der EU ist. Erst nach dem vollzogenen "Brexit" ändert sich die rechtliche Lage.

Datenroaming: Regelungen mit und ohne unbegrenztes Datenvolumen

Vor der Abschaffung der Roaming-Entgelte in Europa gab es eine für Internetnutzer wichtige Kostendeckelung. Wer sich während der Ferien per Mobilfunkstandard wie UMTS/HSPA oder LTE ins Netz eingewählt hatte, profitierte von neuen Preisgrenzen innerhalb der EU. Ein übertragenes Megabyte (MB) durfte maximal 20 Cent kosten und wurde seit Ende April 2016 mit nur noch maximal fünf Cent Aufschlag auf den Heimtarif berechnet.

Als Kostendeckel hatte die EU zum 1. Juli 2010 zudem eine Obergrenze für Roaming-Gebühren von 50 Euro netto (ca. 60 Euro brutto) festgelegt, bei Überschreitung konnte nicht mehr telefoniert oder gesurft werden. Wer das Limit senken oder erhöhen wollte, durfte das ebenfalls tun. Die Kostenbremse griff aber nur für die Standard-Einstellungen bei den einzelnen Providern und nicht für zusätzlich buchbare Optionen, die preislich vielleicht attraktiver waren.

Seit Mitte Juni 2017 können Nutzer, die zu Hause einen Tarif mit einem bestimmten Datenvolumen gebucht haben, dieses Datenvolumen auch komplett im Ausland nutzen. Ein Datenlimit für das EU-Ausland darf es 2017 lediglich geben, wenn der Tarif weniger als 3,85 Euro pro 1 GB Datenverbrauch kostet. 2018 liegt diese Grenze bei weniger als 3 Euro, 2019 dann bei weniger als 2,25 Euro. Will der Mobilfunkanbieter ein solches Datenlimit anwenden, muss der Kunden entsprechend informiert werden.

Günstiger surfen im Ausland durch die richtige Tarifwahl

Wie bereits geschrieben, sind die Preise fürs Datenroaming in der EU entfallen. Trotzdem kann man mit der richten Tarifwahl noch einiges sparen. So gibt es von den verschiedenen Mobilfunkanbietern beispielsweise spezielle Auslandstarife, die sich zum bestehenden Tarif hinzubuchen lassen. Wer bei seinem eigenen Anbieter kein passendes Angebot für die Reise findet, kann sich auch bei anderen Anbietern umsehen.

Gerne gewählt wird von vielen Reisenden die Prepaid-Variante: Hierbei kauft man sich einfach eine Prepaid-Karte aus dem jeweiligen Reiseland, um zu sehr günstigen Preisen mobil surfen zu können. Da die meisten jedoch kein Smartphone mit zwei SIM-Karten-Steckplätzen haben, muss man sich bei dieser Variante damit anfreunden, nicht mehr unter seiner gewohnten Nummer erreichbar zu sein.

Datenroaming außerhalb der EU

Verreist man jenseits der EU-Grenzen, wird es noch wichtiger, sich um einen passenden Tarif zu kümmern. Denn die bereits genannten Preisobergrenzen gelten nur innerhalb Europas. Außerhalb der EU zahlt man meist pro Megabyte horrend hohe Preise und hat oft schon nach dem Besuchen weniger Websites die 60-Euro-Grenze geknackt. Dieser auch in der Regel weltweit angewandte Kostendeckel gilt – theoretisch – immer noch. Mancherorts ist es dem Betreiber jedoch nicht möglich, vollständig alle nötigen Informationen zu sammeln, um den Kosten-Airbag zu aktivieren. Dann kann es passieren, dass man nach dem Urlaub eine deutlich höhere Datenroaming-Rechnung erhält.

Achtung: EU heißt nicht ganz Europa

Zusätzlich zu den EU-Staaten sind die Regelungen für die Telefon- und Internet-Tarife auch in Guyana, Martinique, Guadeloupe, Réunion sowie auf den kanarischen Inseln, auf den Azoren und auf Madeira gültig. Von der Regulierung erfasst werden auch Norwegen, Liechtenstein und Island. EU heißt allerdings nicht ganz Europa. Der Eurotarif gilt demnach zum Beispiel nicht der Schweiz. Einige Anbieter zählen die Schweiz trotzdem zur gleichen Zone; vor einer Reise in oder durch die Schweiz muss man sich also gezielt schlau machen.

Vorsicht beim Datenroaming auf Schiffen

Auch wenn die Kosten für Datenroaming innerhalb der EU abgeschafft sind: Schippert man auf EU-Gewässern während einer Kreuzfahrt umher, sollte man nicht annehmen, aufgrund der entfallenen EU-Roaming-Kosten nichts zu befürchten zu haben. Meist ist man zu weit vom Land entfernt, um sich mit einem Mobilfunksendemast zu verbinden und alle Aktionen laufen zuerst über das Schiffsnetz, welches über Satellit läuft. Doch gerade das kann richtig teuer werden. Am besten man erkundigt sich vorab bei der Schiffsgesellschaft nach den Roaming-Kosten.

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