5G
5G© Natalia Merzlyakova / Fotolia.com

5G: Der LTE-Nachfolger steht in den Startlöchern

Die Entwicklung der Computer- und Übertragungstechniken der letzten Jahrzehnte ist rasant. Nachdem LTE 2010 ans Netz ging, entwickelt man schon den Nachfolger 5G, welcher ab 2020 verfügbar sein soll. Bis zu 10 Gigabyte pro Sekunde sollen damit möglich werden.

Noch vor wenigen Jahren waren Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde im mobilen Internet undenkbar und doch sind sie vielerorts mittlerweile zur Realität geworden. Und nicht nur das: Die Netzbetreiber haben stellenweise auf 225, 300 oder gar 500 Mbit/s aufgestockt. Warum also nicht noch höher greifen? Kaum waren die ersten LTE-Sendemasten gesetzt, begann der Wettlauf um die Nachfolgetechnik 5G.

5G steht vor der Marktreife

An 5G wurde bereits gearbeitet, als LTE in Deutschland ans Netz ging. Größen wie Samsung, Huawei, die Telekom und auch Vodafone sind mit an Bord. Erstmals öffentlich präsentiert wurde 5G schon auf der Cebit 2014. Bereits im Juli 2014 wurde in der TU Chemnitz ein erstes 5G-Netz mit einer Geschwindigkeit von fünf Gigabyte die Sekunde im Labor getestet.

Mittlerweile sind die Ziele bezüglich 5G schon recht konkret: Bei der Entwicklung von 5G strebt man Geschwindigkeiten jenseits der 10 Gigabyte pro Sekunde an. Ein Film von 4,7 Gigabyte ließe sich also innerhalb eines Sekundenbruchteils herunterladen. 5G wird vor allem eine wichtige Rolle für die Industrie und für die Kommunikation zwischen Maschinen spielen. Aber auch erste Endkunden können schon mit 5G surfen: Als erstes Land in Europa startete Österreich im März 2019 mit einem kommerziellen LTE-Netz, in dem Fall von T-Mobile.

5G-Sendeeinheiten sollen kompakt und effizient sein

Die Sendeeinheiten sollen kleiner werden und 90 Prozent weniger Strom verbrauchen. Gleichzeitig sollen die kleinen Einheiten eine deutlich höhere Kapazität erhalten, sodass weltweit über 100 Milliarden Mobilfunkgeräte ansprechbar werden sollen. Um das umzusetzen, soll 5G weltweit einheitlich aufgebaut werden und einen Frequenzbereich mit bis zu 300 GHz zugewiesen bekommen. Diese hohen Frequenzen würden dazu führen, dass die Reichweite der einzelnen Einheiten recht gering ist, was jedoch durch die Kompaktheit der Sendeeinheiten wettgemacht werden soll, welche an Verkehrsschildern oder Straßenlaternen angebracht werden könnten.

Aufwändiger Netzausbau für 5G

Der Netzausbau für 5G dürfte ähnlich wie bei LTE recht teuer werden: Die dafür benötigten Frequenzen werden Anfang 2019 von der Bundesnetzagentur versteigert. Alleine für die LTE-Frequenzen im Jahr 2014 gaben die Mobilfunkbetreiber über vier Milliarden Euro aus, 2015 blätterte man für weitere Frequenzen nochmals fünf Milliarden auf den Tisch. Die kommenden Frequenzen für 5G dürften in ähnlichen Preisklassen anzusiedeln sein. Und mit dem Frequenzkauf sind die Kosten des folgenden Netzausbaus und zahlreicher neuer Sendeeinheiten noch lange nicht gedeckt. Möglicherweise werden einige Provider versuchen, an alter Technik festzuhalten und diese zu optimieren, um die Kosten im Rahmen zu halten.

Für Konfliktpotenzial sorgen übrigens auch die Auflagen, die die Bundesnetzagentur für die Bieter festgelegt hat. Diese erscheinen gerade den Netzbetreibern zu hart. Daher war das Vorfeld der Frequenzversteigerung mit Eilanträgen und Klagen gegen die Konditionen der Auktion gepflastert. Ein Knackpunkt ist auch das sogenannte Roaming. Die Mobilfunk-Netzbetreiber argumentieren, dass der Anreiz für Investitionen wegfällt, wenn man der Konkurrenz Zugang zum eigenen Netz gewähren muss.

5G Versorgungsauflagen© onlinekosten.de

5G: Die Antwort auf den mobilen Datenhunger?

Viele werden bei 10 Gigabyte pro Sekunde überrascht die Augenbrauen hochgezogen haben. Braucht man so etwas überhaupt? Ja, sagen Experten. Denn der Datenfluss übers Internet wird in den nächsten Jahren erheblich wachsen. Immer größere Datenmengen werden von Nutzer übers Internet übertragen, neue Geräte wie Autos, OP-Roboter, vernetzte Kühlschränke, ganze Häuser und neue Sensoren dürften hinzukommen. Unsere Welt wird immer digitaler.

Wurden 2005 weltweit 130 Exabyte – 130.000.000 Terabyte – Daten übers Internet ausgetauscht, waren es 2015 bereits sage und schreibe 8.600 Exabyte. Für 2020 erwartet man einen weiteren Anstieg auf rund 40.000 Exabyte.

Steigt der Bedarf an Volumen und Geschwindigkeit, müssen auch die Netze und Kapazitäten mitwachsen. Ohne einen Ausbau des Netzes wäre das Internet ansonsten entweder schneckenlangsam oder gar nicht mehr erreichbar.

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