Zahlungssysteme
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PayPal & Co.: Die Online-Zahlungssysteme in der Übersicht

Die Liste der Online-Zahlungssysteme ist lang. Wer im Netz shoppen will, kann beispielsweise mit Kreditkarte, via Sofortüberweisung und mit Bezahldiensten wie PayPal seine Rechnung begleichen. Das sind die Möglichkeiten in der Übersicht.

Vielen Deutschen ist beim stationären Einkauf unter allen Zahlungssystemen das Bargeld immer noch am liebsten. Beim Online-Einkauf ist das oft nicht möglich: die Zahlung per Nachname wird nicht immer angeboten. Stattdessen bietet sich hier aber eine Vielfalt an Möglichkeiten: per Rechnung, Kreditkarte, Vorkasse usw. Einer Auswertung von Statista zufolge teilten sich die Zahlungsverfahren im Onlinehandel 2018 wie folgt den Markt unter sich auf (gemessen am Umsatz):

  • Rechnung: 27,9 Prozent
  • Paypal: 20,5 Prozent
  • Lastschrift: 19,7 Prozent
  • Kreditkarte: 10,7 Prozent
  • Ratenkauf/ Finanzierung: 5,4 Prozent
  • Vorkasse: 4,5 Prozent
  • Zahlung bei Abholung: 3,8 Prozent
  • Sofortüberweisung: 1,9 Prozent
  • Nachnahme: 1,8 Prozent
  • Bezahlen mit Amazon: 0,9 Prozent
  • Sonstige: 3 Prozent

Der Kauf per Rechnung ist folglich noch etwas beliebter als die Nutzung des Bezahldienstes Paypal, der Abstand zu der Nummer 2 ist aber nicht besonders groß. Was hat es mit dem ein oder anderem Zahlungssystem auf sich?

Sicherheit geht vor: Zahlen per Rechnung

Der Kauf auf Rechnung ist laut Statistik zwar die beliebteste Zahlungsmethode bei Bestellungen im Online-Shop. Für diese Art der Zahlung muss man aber zumeist als Kunde bei dem jeweiligen Shop registriert sein. Wer als Gast bestellen möchte, muss in der Regel in Vorauszahlung gehen. Das ist der größte Nachteil dieser Bezahlart. Besonders beliebt ist die Zahlung auf Rechnung, weil es die mit Abstand sicherste Zahlungsweise ist.

Insgesamt zahlen Kunden offensichtlich gerne auch per Lastschrift. Hierzu muss das Unternehmen sich bei einigen aber auch erst einmal ein gewisses Vertrauen verdient haben.

Startschuss für das digitale Bezahlen: Online-Banking und Kreditkarten

Das Homebanking inklusive Online-Überweisung hat das Zahlen auf Rechnung und das Zahlungssystem insgesamt generalüberholt. Die Überweisung im Netz war zusammen mit der Kreditkarte eine der ersten Online-Bezahlmöglichkeiten, die sich etablieren konnte. Der Siegeszug dieser Methode beruht – wie bereits erwähnt - größtenteils auf dem Vertrauen in die jeweilige Bank.

Gerade beim Zahlen mit der Kreditkarte (auf Platz 4 in der Statistik) - sind einige Verbraucher heute noch verunsichert. Alle Daten, die für den Bezahlvorgang nötig sind, können auf der Karte abgelesen werden. Die Anbieter tüfteln gerade an Methoden, um sicherzustellen, dass auch wirklich der Karteninhaber bezahlt. Oberbegriff ist hier das Verfahren "3D-Secure", das sogar ab dem 31. Dezember 2020 verpflichtend angeboten werden muss. Zahlungen muss der Karteninhaber dann beispielsweise noch einmal mit seinem Fingerabdruck oder einem Passwort per Smartphone bestätigen. Einige Banken bieten die neue Art dieser sichereren Art der 2-Faktor-Authentifizierung auch bereits jetzt schon an.

Elektronische Münzen und Co.: Die Anfänge elektronischer Münzen und E-Wallets

Die Banken waren die ersten, die versuchten, neue Zahlungssysteme einzuführen, mit denen die Online-Bezahlung noch einfacher und sicherer erfolgen sollte. Deren erste Versuche scheiterten jedoch kläglich. Im Jahre 1997 unternahm z.B. die Deutsche Bank mit ihrem Zahlungssystem eCash einen Pilotversuch. Das System beruhte auf einer so genannten Wallet-Software (zu Deutsch: Geldbörse), die der Nutzer auf seinem PC installieren musste. Kunden konnten reales Geld in elektronisches Guthaben eintauschen, das in dem Wallet aufbewahrt wurde. Mit diesen elektronischen Münzen sollten die Käufer vor allem kleinere Beträge bezahlen. 2001 musste eCash jedoch eingestellt werden, da nicht genügend Händler dieses System für ihre Kunden anbieten wollten und sich somit auch wenig Kunden dafür begeistern konnten.

Genauso erging es auch der Frankfurter CyberCash GmbH mit dem gleichnamigen Zahlungssystem. Wie bei eCash gab es auch hier ein Wallet mit elektronischen Münzen. Die Commerzbank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank und Postbank sowie mehrere Sparkassen und Landesbanken waren an CyberCash beteiligt. Ende 2000 stellte das Unternehmen den Service ein. Der Grund: Auch hier zeigte niemand reges Interesse am innovativen Bezahlen.

Worauf es ankommt

Die Anforderungen an digitale Zahlungssysteme sind recht klar. Der Kunde wünscht sich in erster Linie Sicherheit, aber auch eine gewisse Verbreitung des Systems. Zudem sollte es einfach und schnell bedienbar sein und möglichst ohne zusätzliche Soft- oder Hardware funktionieren. Der Verbraucher legt außerdem Wert auf niedrige Gebühren beziehungsweise möchte für das Bezahlen keine zusätzlichen Kosten tragen müssen. Auf Seiten des Händlers stehen die Vermeidung von Zahlungsausfällen und Missbrauch im Vordergrund. Geringe Gebühren und eine hohe Verbreitung sind auch für ihn wichtig.

PayPal und Onlinebezahldienste der Banken

PayPal scheint die allermeisten Anforderungen erfüllt zu haben und steht wie bereits erwähnt mit an der Spitze der Online-Bezahlmöglichkeiten weltweit. Die Anmeldung ist unkompliziert, für die Bezahlung wird lediglich eine E-Mail-Adresse an den Käufer übermittelt. Das amerikanische Unternehmen bietet seinen Kunden zudem einen erweiterten Käuferschutz. Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht der Nutzer: Hier bezahlen die Händler eine Gebühr für die Transaktionen, nicht aber die Käufer.

Inzwischen haben sich auch wieder mehrere Banken zusammengerauft und bieten Onlinebezahlverfahren an. Dazu gehören paydirekt und Giropay, hinter denen Institute wie die Sparkassen, Postbank, Norisbank, Volk- und Raiffeisenbanken und weitere stehen. Für die Nutzung muss man sich registrieren und nur für Bankkunden sind die Dienste kostenfrei.

Per Sofortüberweisung zahlen

Immer öfter trifft man auch beim Shoppen auf Zahlungsoptionen über den Anbieter Klarna. Die schwedische Klarna-Gruppe bietet u.a. die Möglichkeiten der Zahlung mit Kreditkarte aber auch über Sofortüberweisungen an. Bei einer Sofortüberweisung erhält der Verkäufer nicht sofort sein Geld, der dazwischengeschaltete Zahlungsdienstleister kümmert sich aber darum, dass das Geld vom Konto des Käufers an den Empfänger überwiesen wird. Vorteil ist hier ganz klar, dass die Ware sofort versendet werden kann und außerdem die Bankdaten nicht jeden Käufer frei gegeben werden müssen. Nachteil: Theoretisch kann der Zahlungsanbieter umfassenden Informationen zum Kundenkonto abfragen. Allerdings ist das Unternehmen vom TÜV Saarland- und Trusted Shops- für seine Sicherheit ausgezeichnet worden.

Amazon Pay: Der Versandriese als Zahlungsdienst

Amazon bietet Kunden an, als Vermittler zwischen den Unterhändlern auf der Plattform und den Kunden zu agieren. Wer bei einem externen Händler bestellt, muss keinen gesonderten Shop-Zugang anlegen und seine Kontodaten Preis geben. Die gesammte Zahlungsabwicklung läuft über Amazon.

Zahlungssysteme der Zukunft: Alles automatisiert?

Wie in 30 oder gar 100 Jahren Online-Einkäufe bezahlt werden können, ist natürlich noch nicht absehbar. Einige Zahlungssysteme stecken in den Kinderschuhen und keiner weiß, was noch an neuen Technologien hinzukommt. Beispiel Bitcoins: Die Kryptowährung wird von vielen Menschen bisher ausschließlich als Geldanlage betrachtet. Vereinzelt kann man aber sogar in Deutschland bereits mit Bitcoin zahlen, z.B. beim Lieferservice lieferando.de. Mittlerweile werden Einkäufe auch im smarten Zuhause per Sprachassistenten erledigt. Zukunftsmusik ist aber beispielsweise noch das Bezahlen in virtuellen Geschäften per Augenzwickern, während man zuhause mit einer VR-Brille auf dem Sofa sitzt.

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