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VoIP erlaubt das Telefonieren über das Internet

VoiP, also Voice over IP, bezeichnet das Telefonieren übers Internet. Im ersten Moment denkt man da noch an den Gamer, der mit Headset vor dem PC sitzt, aber VoiP ist mittlerweile allgegenwärtig und die meisten Telefonanschlüsse sind heute IP-basiert.

10.03.2020, 18:02 Uhr
Telefon© Inga F / Fotolia.com

Die IP-Telefonie erlaubt es, Telefonverbindungen auf der eigentlich für das Internet gedachten IP-Infrastruktur zu betreiben, so dass es die herkömmliche Telefontechnologie einschließlich ISDN und aller Komponenten ersetzen kann. Diese Internettelefonie ist auch unter dem Begriff Voice-over-IP (VoIP) bekannt. Voice-over-IP bezeichnet dabei die Übertragung von Sprachverkehr über das Internet anstelle der herkömmlichen PSTN-Telefonnetze (PSTN = Public Switched Telephone Network).

Davon unterscheiden muss man die "klassische" Internettelefonie, wie man sie etwa von Skype kennt. Während bei Anbietern wie Skype alles über Internet läuft und man sich zum Telefonieren an seinen PC oder Laptop setzt, nutzt man bei den IP-basierten Telefonanschlüssen bei Telekom & Co. die gewohnte Telefonbuchse. Der Festnetzanbieter leitet die Anrufe dann durch sein eigenes Netz, also nicht durch das "offene" Internet.

VoIP und seine Vorgänger

Der Begriff Integriertes Sprach- und Datennetz (Integrated Services Digital Network = ISDN) bezeichnet die Vorgängertechnologie von VoIP. Zu Zeiten von ISDN war der klassische Telefonanschluss noch in eine Telefonleitung und eine Internetleitung getrennt, so dass die Daten über zwei separate Datenleitungen liefen. Der noch ältere Standard sind die analogen Anschlüsse, die komplett leitungsbasiert sind.

2019 gab es Schätzungen der Bundesnetzagentur zufolge in Deutschland noch 530.000 ISDN-Anschlüsse und rund 90.000 analoge Anschlüsse. Zum Vergleich: 2006 waren es noch knapp 13 Millionen IDSN- und über 25 Millionen Analog-Anschlüsse. Das zeigt: Die älteren Anschlüsse sind ein Auslaufmodell, der weitaus größte Teil der Bundesbürger telefoniert bereits über internetbasierte Anschlüsse. Die Telekom will ihre IP-Umstellung im Lauf des Jahres 2020 abschließen, Vodafone lässt sich Zeit bis 2021.

Vor- und Nachteile von VoiP

Eine IP-Telefonanlage bietet demgegenüber mehr Flexibilität und mehr Skalierbarkeit sowie die Möglichkeit, mehr Gespräche gleichzeitig zu führen. Auch die Sprachqualität kann sich spätestens dank HD Voice sehen lassen. Mit den entsprechenden Zugangsdaten und/oder einer App kann man auch ortsunabhängig unter seiner Festnetznummer erreichbar sein. Ältere Technologien, wie zum Beispiel Faxgeräte, können beispielsweise weiterhin über ein sogenanntes VoIP-Gateway zur Telefonanlage erreicht werden.

Ein Nachteil ist, dass bei einem Stromausfall nicht mehr telefoniert werden kann, auch Hausnotrufsysteme, die von einem IP-Anschluss abhängig sind, funktionieren dann nicht mehr. Für den Notfall ist es also gut, zusätzlich ein Mobiltelefon zur Hand zu haben.

So funktioniert VoIP technisch

IP ist eine Abkürzung des Begriffs Internetprotokoll, das die Grundlage des World Wide Web bildet. Das Internetprotokoll wurde dabei ursprünglich für die Datenvernetzung geschaffen. Nach seinem Erfolg wurde es dann an Sprache angepasst, indem die Nachrichten verpackt und als Datenpakete übertragen wurden. Diese Entwicklung hat die VoIP-Telefonie zu einer soliden Technologie gemacht: Konfigurierte IP-Netzwerke, die im Falle einer Datenüberlastung Telefonie in gewohnter Qualität ermöglichen.

Normalerweise sendet jedes Endgerät die kodierten Sprachdaten an die Internetadresse des entfernten Endgerätes. Wenn der Provider das sogenannte SIP-Protokoll verwendet, hat der Kunde zusätzlich zur lokalen Nummer auch eine SIP-Nummer. Dadurch können Telefonverbindungen zwischen zwei Endgeräten auch durch die SIP-Adresse hergestellt werden, die wie Internetadressen im URL-Format gehalten ist, anstatt wie bei der Wahl einer Telefonnummer über das Telefonnetz geleitet werden zu müssen. Es ist dann auch möglich, die "interne Telefonnummer", also die Komponente vor dem "@", innerhalb desselben Anbieternetzes mit einem Standardtelefon zu wählen.

Sparen mit alternativen VoiP-Anbietern

Alternative Anbieter wie eben Skype oder auch Discord, Viber, ICQ bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Geld zu sparen. Da bei vielen Diensten auch Anrufe auf normale Telefonanschlüsse möglich sind und man teilweise auch selbst eine Festnetznummer erhält, entscheiden sich immer mehr dafür, ihren alten Festnetzanschluss ganz abzuschaffen. Vor allem, wenn man häufiger ins Ausland oder auch auf Mobilfunknetze anruft und anderweitig keine Flatrate hat, lohnen sich die Tarife der VoiP-Anbieter. Für Gelegenheitsnutzer: Smartphone-Apps wie WhatsApp und FaceTime erlauben VoiP-Anrufe und sogar Videotelefonie, wenn der Gesprächspartner den gleichen Dienst nutzt. Welche der vielen Möglichkeiten für den eigenen Bedarf am besten geeignet ist, muss jeder selbst entscheiden.

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